Finanzkräftiger Aktionär - Milliardär steigt bei Schweizer Börsendebütant ein

Überraschender Neuzugang im Aktionariat des Börsendebütanten Landis+Gyr - Und: Die Aktienstrategen der Deutschen Bank gegen den gefühlten Rest der Welt.
04.08.2017 12:30
cash Insider
Milliardär steigt bei Schweizer Börsendebütant ein
Bild: fotolia.com

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Eigentlich hatte die Rückkehr von Landis+Gyr an die Schweizer Börse SIX alle Zutaten für einen Erfolg. Doch wer sich das schnelle Geld erhoffte, wurde enttäuscht. Vergangene Woche tauchten die zu 78 Franken ausgegebenen Aktien des Stromzählerherstellers aus Zug vorübergehend gar auf 75 Franken.

Das überrascht, gibt sich doch nach Stratec-Gründer Rudolf Maag heute nun auch der amerikanische Milliardär Dan Och als Aktionär von Landis+Gyr zu erkennen. Der Mitgründer des bekannten Hedgefonds Och-Ziff ist mit 3,65 Prozent eingestiegen.

In der Schweiz rückte Och mit seiner Wette auf die Aktien von Actelion ins Rampenlicht. Als der Pharmahersteller aus dem Baselbiet an Johnson & Johnson verkauft wurde, klingelte auch beim amerikanischen Milliardär die Kasse.

In den letzten Tagen fanden die Aktien von Landis & Gyr über den Ausgabepreis zurück (Quelle: www.cash.ch).

Neben Landis+Gyr ist Och derzeit auch noch bei Meyer Burger engagiert. Der letzten Offenlegungsmeldung an die SIX zufolge hält er Erwerbspositionen in Höhe von 4,85 Prozent. Dem stehen Veräusserungspositionen im Umfang von 3,84 Prozent gegenüber.

Selbst wenn Investoren bei Och-Ziff seit Jahresbeginn Vermögen in Milliardenhöhe abgezogen haben, geht bei Landis+Gyr vom heute bekannt gewordenen Neuzugang im Aktionariat positive Signalwirkung aus.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 auf Basis der nächstjährigen Analystenerwartungen sind die Aktien keineswegs teuer - zumal die Firmenvertreter selber den für sie wichtigen Markt für Stromzähler über die kommenden fünf Jahre prozentual zweistellig wachsen sehen.

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Gestern erklomm der als träge verschrieene Swiss Market Index (SMI) kurzum ein neues Jahreshoch. Der breiter gefasste Swiss Performance Index (SPI) stieg gar auf den höchsten Stand in seiner Geschichte. Impulse gehen dabei vom schwachen Franken aus, spricht er hierzulande doch für höhere Unternehmensgewinne.

Dass es sich eigentlich um eine Stärke des Euro handelt, geht dabei nur allzuschnell vergessen. Die Rechnung ist schnell gemacht: Der Franken hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro gut 7 Prozent verloren, ist zum Dollar gleichzeitig aber um knapp 5 Prozent erstarkt. Wie die Strategen von Morgan Stanley erst kürzlich ermittelt haben, liegt der in Euro anfallende Umsatzbeitrag hiesiger Unternehmen nur unwesentlich über jenem, der in Dollar anfällt. Man kann deshalb getrost von einem Nullsummenspiel sprechen - auch wenn einzelne Firmen dank ihrer günstigen Kostenstruktur zweifelsohne von den jüngsten Verschiebungen im Währungsgefüge profitieren sollten.

Während die meisten ihrer Berufskollegen in ihrem Optimismus kaum zu bremsen sind, geben sich die Strategen der Deutschen Bank überraschend vorsichtig. Sie sehen den viel beachteten Stoxx Europe 600 Index taktisch gar bis auf 360 Punkte zurückfallen. Allerdings beträgt das Rückschlagspotenzial aus heutiger Sicht gerade mal 5 Prozent. Das Jahresendziel liegt denn auch weiterhin bei 375 Punkten.

Der SPI (rot) schneidet auf 12-Monats-Sicht besser als der Stoxx Europe 600 Index (grün) ab (Quelle: www.cash.ch).

Die Experten setzen auf Aktien mit einer negativen Korrelation gegenüber den konjunkturellen Frühindikatoren, wie beispielsweise jene von Nestlé. Im Gegenzug raten sie zum Verkauf von solchen mit einer positiven Korrelation. Aus Schweizer Sicht fällt in diesem Zusammenhang der Name Adecco.

Sich wie die Strategen der Deutschen Bank gegen die geläufige Meinung zu stemmen, bedarf schon einer ganzen Menge Mut. Allzuweit wagen sie sich mit ihrer Prognose eines taktischen Rücksetzers handkehrum auch wieder nicht aus dem Fenster...

Nachdem der SPI gestern überraschend über 10'400 Punkte aus dem Handel ging, habe ich im Rahmen meiner Schweizer Aktienfavoriten bei den Valoren von Credit Suisse, Clariant und Logitech zugekauft. Ich arbeite bei den erworbenen Aktien mit einem relativ eng gezogenen sogenannten "Trailing-Stopp". Sprich: Sollten die jeweiligen Schlusskurse um 5 Prozent unter die zukünftigen Höchststände fallen, ziehe ich die Reissleine.
 

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