Während der Schweizer Aktienmarkt seit dem vergangenen Frühsommer kontinuierlich zulegen konnte, mussten die Aktionärinnen und Aktionäre von Logitech zusehen, wie sich die Namenaktien nahezu im Kurs halbierten.

Eine Ergebnisenttäuschung folgte der nächsten und auch im Vorfeld der Jahresergebnispräsentation von Ende April müssen die Aktionärinnen und Aktionäre stark sein. Denn aufgrund saisonaler Gegebenheiten gilt das am 31. März endende Schlussquartal als das jeweils schwächste des ganzen Geschäftsjahres.

Darüber hinaus gibt es Anhaltspunkte für eine anhaltende Nachfrageschwäche im Firmenkundengeschäft. Erst gestern meldete der PC-Hersteller Quanta für den Monat Februar einen Umsatzeinbruch um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Monat Januar resultierte ein sequenzieller Umsatzrückgang von 20 Prozent. Zu den Grosskunden von Quanta zählen so prominente PC-Hersteller wie Dell und Hewlett-Packard.

Als Hersteller von Peripheriegeräten ist die Nachfrageentwicklung im weltweiten PC-Markt indirekt auch für Logitech von Bedeutung. Dies gilt insbesondere für das Firmenkundengeschäft.

Völlig überraschend kommt die derzeitige Nachfrageschwäche zwar nicht, weichen doch auch immer mehr Firmenkunden auf Smartphones und Tablet-PC aus. Auf eine Stabilisierung im weltweiten PC-Markt wartet man derzeit allerdings vergeblich.

Dem Markt sollten die strukturell bedingten Probleme von Logitech nur allzu gut bekannt sein. Im Anschluss an die enttäuschende Berichterstattung für das wichtige Weihnachtsquartal hagelte es noch einmal einschneidende Gewinnschätzungsreduktionen aus der Analystengemeinde. Und darf man Meldungen aus dem Berufshandel Glauben schenken, dann sind die Baisse-Engagements bei den Westschweizern in den letzten Wochen auf 25 Prozent aller ausstehenden Aktien und damit auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte angewachsen.

Zumindest die Umsatzentwicklung dürfte bei Logitech im laufenden Quartal noch einmal hinter den Markterwartungen zurückbleiben. Ob es auch die Ertragsentwicklung bleibt, hängt meines Erachtens vor allem vom Geschick der Firmenverantwortlichen bei der Umsetzung der in der Vergangenheit kommunizierten Kosteneinsparungsmassnahmen ab.

Aufgrund der stark unterdurchschnittlichen Kursentwicklung und der rekordverdächtig hohen Baisse-Engagements halte ich eine Gegenbewegung im Anschluss an die Jahresergebnispräsentation von Ende April immer mehr für wahrscheinlich. Bis dahin werden von den Aktionärinnen und Aktionären allerdings weiterhin starke Nerven und viel Geduld verlangt.

***

Brasilien gilt am Hauptsitz von Dufry in Basel als Schlüsselmarkt. Nicht ohne Grund, erzielte der Betreiber von Zollfreiverkaufsstellen an Flughäfen im vergangenen Jahr doch geschätzte 25 Prozent des Umsatzes und 30 Prozent des EBITDA im südamerikanischen Land.

Anlässlich einer Analystenkonferenz von vergangener Woche zeigte sich der italienische Mitbewerber Autogrill allerdings angriffslustig. Beim Erzrivalen will man für die in Brasilien über die nächsten zwei Jahre zur Neuausschreibung anstehenden Verkaufskonzessionen mitbieten. Erklärtes Ziel ist es, das lukrative Brasiliengeschäft deutlich auszubauen.

Dufry wird einiges in Kauf nehmen müssen, um die derzeitige Anzahl Konzessionen in Südamerika halten zu können. Ein Blick auf die Konsensschätzungen verrät, dass viele Analysten schon heute mit in Zukunft höheren Konzessionsgebühren und dadurch tieferen Margen rechnen.

Erste Anhaltspunkte in Bezug auf die in Brasilien anstehende Neuausschreibung von Verkaufskonzessionen erhoffe ich mir anlässlich der bei Dufry für den kommenden Freitag angesetzten Ergebnisveröffentlichung. Grundsätzlich ändert sich nichts an der Tatsache, dass das laufende Geschäftsjahr für den Börsenliebling zu einem wachstums- und margenseitigen Übergangsjahr verkommt.

***

Bei den Inhaberaktien von Swatch Group und Richemont wird mir seit dem späten Montagnachmittag von Anlagekäufen aus dem Ausland berichtet.

Ich vermute, dass das Kaufinteresse im Zusammenhang mit einer mehr als 200-seitigen Branchenstudie der Société Générale steht. Denn in der Studie nehmen die Verfasser die Erstabdeckung des europäischen Luxusgütersektors mit «Overweight» auf. Die Branche werde über die kommenden drei Jahre um jährlich 9 bis 10 Prozent wachsen. Langfristig prognostizieren die Experten ein jährliches Wachstum von 5 bis 6 Prozent. Ausserdem sei aufgrund der hohen Barmittel vieler Unternehmen mit einer Übernahmewelle oder einer Kapitalrückführung an die Aktionäre zu rechnen.

Die Inhaberaktien der Swatch Group werden im Rahmen einer Erstabdeckung mit «Buy» und einem 12-Monats-Kursziel von 650 Franken empfohlen und zu den Sektorfavoriten gezählt. Die Inhaberaktien von Richemont werden hingegen mit «Buy» und einem 12-Monats-Kursziel von 95 Franken eingestuft.

Ich muss zugeben, dass ich die Aktien der beiden Westschweizer Luxusgüterhersteller in den letzten Monaten wenn nicht gar Jahren konsequent unterschätzt habe. Demütig sehe ich an dieser Stelle deshalb von einer persönlichen Würdigung der mir vorliegenden Branchenstudie ab.