Logitech: Warnung an die Adresse der Baissiers

Die Credit Suisse mahnt die Baissiers bei Logitech zur Besinnung – Und: Aus Übersee ist von gezielten Baisse-Spekulationen gegen das Gold zu hören.
28.05.2013 12:30
cash Insider
Logitech: Warnung an die Adresse der Baissiers

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Die Reaktion des Marktes auf den von Logitech vergangene Woche abgehaltenen Investorentag ist ernüchternd: Nach einem anfänglichen Kursfeuerwerk notieren die Namenaktien wieder auf dem Stand von zuvor. Und dies obschon das Westschweizer Unternehmen in Zukunft regelmässig eine Dividende entrichten will und sich ambitiöse Mittelfristziele verschrieben hat.

Dass die Konsensschätzungen für die kommenden Jahre auf Stufe EBIT noch immer um fast 50 Prozent unter den firmeneigenen Zielsetzungen liegen, spricht Bände. Man kann den Analysten ihre Skepsis nicht verübeln, wäre es doch nicht das erste Mal, dass Logitech die eigenen Vorgaben verfehlt.

Zu den grössten Skeptikern gehörte in den letzten Monaten der für die Credit Suisse tätige Experte. Heute nun wirft er in einem Kommentar überraschend das Handtuch auf seiner Verkaufsempfehlung. Die Aktien werden von «Underperform» auf «Neutral» hochgestuft. Nach einer Aufwärtsrevision der Gewinnschätzungen für die Jahre 2013/14 bis 2015/16 um durchschnittlich 26 Prozent lautet das 12-Monats-Kursziel neu 5,80 (5) Franken.

Deutliche Worte richtet der Experte im Kommentar an die noch immer zahlreichen Baissiers. Die firmeneigenen Zielsetzungen für das laufende Geschäftsjahr seien eher konservativ. Ausserdem stünden zahlreiche Produkteinführungen an. Deshalb sei über die kommenden Quartale hinweg mit einem zunehmend positiven Nachrichtenfluss zu rechnen. Dieser könnte Hoffnungen auf einen erfolgreichen Turnaround wecken, so der Experte weiter. Nur der mittelfristig zu erwartende strukturelle Druck im Kerngeschäft hält den Experten davon ab, eine positivere Haltung für die Aktien des Westschweizer Unternehmens einzunehmen.

Die Aktien von Logitech stehen noch immer auf dem tiefsten Stand in nahezu 12 Jahren. Gleichzeitig befinden sich die Baisse-Engagements in der Nähe ihrer historischen Höchststände. Im Vorfeld des Investorentages von vergangener Woche war ich mir ziemlich sicher, dass es den Westschweizern gelingen wird, die Baissiers auf dem falschen Fuss zu erwischen. Unglücklicherweise liessen sich Letztere weder von den Dividendenneuigkeiten noch von den Mittelfristzielen beunruhigen.

Dass heute mit dem Experten der Credit Suisse allerdings jemand aus den eigenen Reihen mit mahnenden Worten ausschert, sollte den Baissiers zu denken geben. Denn wenn die Firmenverantwortlichen um CEO Bracken Darrell auch nur annähernd Wort halten können, sind bei den Aktien von Logitech deutlich höhere Kursnotierungen möglich.

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In den letzten Handelstagen kletterte das Gold bis in die Nähe von 1400 Dollar je Unze. Dort stösst das Edelmetall nun erstmals auf stärkeren Widerstand.

Aus Händlerkreisen höre ich von grösseren physischen Käufen aus dem Fernen Osten. Doch auch diese erwiesen sich bisher nicht als der erhoffte Befreiungsschlag. Denn noch immer flüchten angeblich vor allem institutionelle Investoren aus ihren börsengehandelten Goldfonds. Einem Kommentar der Commerzbank entnehme ich, dass diese Fonds alleine vergangene Woche Rücknahmen im Umfang von 40 Tonnen zu beklagen hatten.

Parallel dazu war auch in den Edelmetall-Futures Positionsglattstellungen zu beobachten. Dem selben Kommentar zufolge verringerten sich die Nettoengagements auf gerademal 36'400 Kontrakte, was dem niedrigsten Stand seit dem Sommer 2007 entspricht. Aus Übersee wird mir erstmals von gezielten Baisse-Spekulationen gegen das Gold berichtet.

Noch immer ist an den Edelmetallmärkten eine gewaltige Diskrepanz zwischen der physischen Nachfrage und jener nach Futures und börsengehandelten Fonds festzustellen. Diese Diskrepanz lässt sich mit Termingeschäften der Goldproduzenten erklären. Denn diese haben wieder damit begonnen, ihre zukünftige Fördermenge abzusichern.

Charttechnisch betrachtet scheint sich die Gold-Unze in der Region von 1320 bis 1400 Dollar eingependelt zu haben. Auf kurze Sicht zeichnet sich ein so genannter «Doppelter Boden» ab. Für gewöhnlich kündigt diese Formation eine Trendumkehr nach oben ab. Grundvoraussetzung für eine solche ist allerdings, dass die bisherigen Jahrestiefststände bei 1320 Dollar nicht noch einmal unterschritten werden.

Hinweise darauf, ob der Boden beim Edelmetall schon gefunden wurde, erhoffe ich mir von den Aktien der Goldproduzenten. Diese befinden sich noch immer in einem schon seit Monaten andauernden und ziemlich zermürbenden Abwärtstrend. Erst wenn dieser Abwärtstrend gebrochen wird, kann auch beim physischen Gold Entwarnung gegeben werden.