Plündert Italien seinen Goldschatz?

Wirtschaftsgrössen fordern in Italien den Goldschatz zur Krisenbewältigung einzusetzen – berühmter US-Schauspieler sucht Investoren - Und: Gewinnt Logitech mittlerweile Marktanteile?
06.05.2013 12:30
cash Insider
Plündert Italien seinen Goldschatz?

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An den Edelmetallmärkten liegen die Nerven weiterhin blank. Nachdem der Zentralbank Zypern in den letzten Wochen grössere Goldverkäufe nachgesagt wurden, fragt man sich in Expertenkreisen, ob weitere von der Schuldenkrise geplagte europäische Länder diesem Beispiel folgen werden.

Denn auch in Italien werden nach der Regierungsbildung Stimmen laut, welche den Einsatz des Goldschatzes zur Bewältigung der Krise fordern. Mit 2452 Tonnen gehört die italienische Zentralbank zu den Zentralbanken mit den grössten Goldbeständen.

Eine in den letzten Tagen vom World Gold Council in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass Italien der Idee tatsächlich aufgeschlossen scheint. Befragt wurden 1009 italienische Bürger sowie 300 auserwählte Personen aus der Wirtschaft. 52 Prozent der Bürger und 61 Prozent der Wirtschaftsgrössen sprachen sich in der Umfrage für den Einsatz des Goldschatzes zur Krisenbewältigung aus.

Direkt oder indirekt im Gold investierte Leserinnen und Leser dürfen an dieser Stelle allerdings aufatmen. Denn nur gerade 4 Prozent sprachen sich für einen Verkauf des italienischen Goldschatzes aus. Die vom World Gold Council beauftragten Studienverfasser glauben deshalb, dass Italien die Goldbestände als Sicherheit für zukünftige Anleihenemissionen hinzuzieht. Unter der Annahme einer Golddeckung von 20 Prozent sei es dem südeuropäischen Land möglich, 80 Prozent des über die kommenden zwei Jahre zu erwartenden Refinanzierungsbedarfs sicherzustellen.

Die Idee des World Gold Council ist bestechend. Denn mit der Ausgabe von mit Gold gesicherten Staatsanleihen könnte Italien gleich mehrere Fliegen mit ein und derselben Klappe schlagen. Der Goldschatz müsste nicht veräussert werden und das Vertrauen in italienische Staatsanleihen würde zunehmen, was deutlich tiefere Zinskosten zur Folge hätte. Der beinahe schon erdrückende Zinsendienst könnte so spürbar verringert werden. Allerdings birgt dieser Vorstoss auch Gefahren. Beispielsweise jene, dass Italien die Hausaufgaben nicht macht und die längst überfälligen Flurbereinigungen auf später vertagt.

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Nicht vielen Personen des öffentlichen Lebens gelingt es, ihr Vermögen erfolgreich anzulegen. Eine der wenigen Ausnahmen ist der US-Schauspieler Ashton Kutcher. Schon seit Jahren investiert der aus Serien wie «Two and a half Men» bekannte Kutcher über seine Beteiligungsgesellschaft erfolgreich in aufstrebende Unternehmen wie Spotify, Uber Technologies, SoundCloud oder Airbnb.

Wie ich einem Kommentar aus dem Handel des US-Brokers Stifel Nicolaus entnehme, öffnet der US-Schauspieler seine Beteiligungsgesellschaft nun dem Publikum. Kutcher und sein Geschäftspartner hätten in den letzten Wochen Kapital im Umfang von nahezu 100 Millionen Dollar gesammelt, so heisst es im Kommentar weiter.

Ich für meinen Teil werde den Leistungsausweis des US-Schauspielers weiterhin mit Interesse im Auge behalten.

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Die Aktionäre von Logitech haben weiterhin keinen Grund zu lachen. Hätten die Namenaktien seit Jahresbeginn mit dem Gesamtmarkt Schritt gehalten, stünden sie mittlerweile bei gut 8 Franken. Stattdessen gelten die Papiere nicht einmal mehr 6 Franken.

Nach der Ergebnisenttäuschung und dem ernüchternden Ausblick von Ende April wäre ein Lichtblick eigentlich überfällig. Von einem solchen weiss heute für einmal die UBS zu berichten. Einem Kommentar der Schweizer Grossbank entnehme ich, dass sie hinter der jüngsten Umsatzwarnung des Konkurrenten ZAGG Marktanteilsgewinne zu Guten von Logitech vermutet.

ZAGG, wie die Westschweizer auch ein Hersteller von Peripheriegeräten für Smartphones und Tablet-PCs, erlitt im zurückliegenden ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 7 Prozent auf 51,5 Millionen Dollar. Gleichzeitig reduzierten die Firmenverantwortlichen ihre Prognosen für den Jahresumsatz von 313 bis 318 Millionen Dollar auf 274 bis 280 Millionen Dollar.

Logitech war in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich besser unterwegs und konnte den Umsatz im Geschäft mit Peripheriegeräten für Smartphones und Tablet-PCs mehr als verdoppeln. Der für die UBS tätige Verfasser des Kommentars bringt es allerdings auf den Punkt: Leider erzielen die Westschweizer in diesem Geschäftsbereich gerademal 8 Prozent des Gesamtumsatzes.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass sich der Turnaround bei Logitech in die Länge zieht. Aufgrund der mittlerweile bei rund 40 Prozent der Börsenkapitalisierung liegenden Nettobarmittel scheint mir das Unternehmen jedoch stark genug, um sich aus eigener Kraft aus dem Problemsumpf befreien zu können.