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Rettet sich Generali in die Arme von Zurich Insurance?

Gerüchtehalber buhlt auch die Zurich Insurance Group um den ehemaligen Arbeitgeber von Konzernchef Mario Greco - Und: Goldman Sachs empfiehlt eine beliebte Schweizer Aktie seit heute zum Verkauf.
24.01.2017 12:30
cash Insider
Rettet sich Generali in die Arme von Zurich Insurance?
Bild: fotolia.com

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Es wäre die Sensationsmeldung des gerademal ein paar Wochen alten Jahres: Der italienischen Tagespresse zufolge buhlen nicht nur Intesa Sanpaolo und Allianz sondern auch die Zurich Insurance Group um den dortigen Versicherungskonzern Generali.

Das ist insofern kaum von Brisanz zu überbieten, als dass es sich beim Objekt der Begierde um niemand geringeren als den ehemaligen Arbeitgeber des heutigen Zurich-Chefs Mario Greco handelt.

Erst vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass sich Generali mit 3,01 Prozent bei Intesa Sanpaolo eingekauft hat. Ziel dürfte es sein, eine ungewollte Übernahme zu vereiteln. Neuerdings wird nämlich auch der französischen Axa ein Interesse an Generali nachgesagt.

Im hiesigen Handel wird nicht ausgeschlossen, dass sich der ehemalige Arbeitgeber von Konzernchef Mario Greco gegebenenfalls in die Arme der Zurich Insurance Group rettet.

Ob dieser seine Arme weit öffnet, ist allerdings fraglich. Denn der traditionsreiche Versicherungskonzern aus Zürich ist immer noch mit sich selber beschäftigt und das Sorgenkind General Insurance trotz aller Fortschritte noch nicht wieder auf Erfolgskurs.

Die Zurich-Aktien (grün) lassen jene von Generali (rot) weit hinter sich zurück; Quelle: www.cash.ch

Eine milliardenschwere Übernahme vom Kaliber der italienischen Generali zu integrieren, wäre mit sehr viel Arbeit verbunden und würde die dringend beim Turnaround benötigten Managementkapazitäten binden.

Auch ob sich die Zurich-Aktionäre auf ein solches Abenteuer einlassen würden, bleibt fraglich. Für sie geht der Turnaround bei ihrer Gesellschaft ganz klar vor. Darüber hinaus war seitens des Unternehmens in den vergangenen Monaten bestenfalls von kleineren und ergänzenden Firmenzukäufen die Rede.

Gelegenheiten könnten sich dann eröffnen, wenn Rivalen wie die Allianz oder Axa bei Generali zum Handkuss kommen. Diese müssten sich dann nämlich von gewissen Geschäftsaktivitäten trennen, wollten sie die Wettbewerbsbehörden versöhnlich stimmen.

Nicht zuletzt auch deshalb wird man das weitere Geschehen in unserem südlichen Nachbarland vom Hauptsitz in Zürich aus genauestens im Auge behalten.

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Die Partners Group ist eine Erfolgsgeschichte, die bei uns in der Schweiz ihresgleichen sucht. Innerhalb weniger Jahre ist das Unternehmen zu einem führenden Anbieter von Private Equity Gefässen aufgestiegen. Selbst mit den finanzkräftigen Rivalen aus Übersee können es die Zürcher heute problemlos aufnehmen.

Mit 13 Milliarden Franken bringt die Partners Group an der Börse zehnmal mehr auf die Waage als im Frühling 2009. Gerade in den vergangenen zwei Jahren zählten ihre Aktien bei uns am Schweizer Aktienmarkt zu den Überfliegern.

Mut beweisen nun die für Goldman Sachs tätigen Analysten. In einer Branchenstudie stufen sie die bei Anlegern und vielen ihrer Berufskollegen gleichermassen beliebten Aktien von "Neutral" auf "Sell" herunter. Und um ihrer Verkaufsempfehlung den nötigen Nachdruck zu verleihen, streichen die Studienautoren das 12-Monats-Kursziel auf 450 (525) Franken zusammen.

Beeindruckende Kursentwicklung der Partners-Group-Aktien; Quelle: www.cash.ch

Ihre Schlüsselbotschaft: In Anbetracht des in Zukunft eher mageren Gewinnwachstums scheint der Bewertungsaufschlag von 70 Prozent gegenüber dem Branchendurchschnitt übertrieben. Kommt dazu, dass die starken Schwankungen unterliegenden erfolgsabhängigen Erträge für einen immer grösseren Anteil am Jahresgewinn verantwortlich sind.

Qualität hat ihren Preis, so liesse sich den Experten von Goldman Sachs entgegnen. In einem Punkt muss ich den Studienautoren allerdings Recht geben: Der horrende Bewertungsaufschlag lässt keinerlei Raum für Enttäuschungen.

Kann die Partners Group nahtlos an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen, sind solche aber auch nicht unbedingt zu erwarten...

 

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