Schweizer Anleger halten Gold die Treue

Die UBS über die Verbundenheit ihrer Schweizer Kundschaft zum Gold. Ausserdem verrät die Grossbank, ab welchem Unzenpreis sie wieder Käuferin im Edelmetall ist. - Und: Panalpina im Tal der Tränen.
15.03.2017 12:30
cash Insider
Schweizer Anleger halten Gold die Treue
Bild: fotolia.com

Der cash Insider ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv. Lesen Sie börsentäglich von weiteren brandaktuellen Beobachtungen am Schweizer Aktienmarkt.

***

Anlegern aus der Schweiz wird eine Verbundenheit zum Gold nachgesagt. Das mag daran liegen, dass die Credit Suisse einst eine grosse Nummer im Edelmetallgeschäft war - bevor sie sich im Jahr 2003 aus diesem Geschäftszweig zurückzog.

Es sind allerdings die in London beheimateten Edelmetallstrategen der Erzrivalin UBS, welche interessante Einblicke und Erkenntnisse liefern. Ihr Fazit nach einer Rundreise durch unser kleines Land: Obwohl der Preis für eine Unze Gold in den letzten Wochen um fast 70 Dollar gefallen ist, halten Anleger aus der Schweiz dem Edelmetall die Treue.

Viele Kunden gehen im weiteren Jahresverlauf denn auch wieder von steigenden Preisen aus, so lassen die Experten durchblicken. Ein blosses Lippenbekenntnis, will doch kaum jemand Gold zukaufen.

Eine restriktivere Geldpolitik seitens der amerikanischen Notenbank, steigende Anleihenrenditen und ein stärkerer Dollar sind die am häufigsten gegenüber den Edelmetallstrategen der UBS genannten Argumente.

Dennoch rechnen nur die allerwenigsten mit einem Ausverkauf beim Gold. Die negativste im bisherigen Jahresverlauf gegenüber den Experten gemachte Aussage ist die eines Rückschlags auf 1'100 Dollar je Unze. Doch selbst pessimistisch gestimmte Kunden trauen sich angeblich nicht zu Wetten gegen das gelbe Metall.

Gerade bei Kunden aus dem Wealth Management der Schweizer Grossbank scheint der Goldanteil schwindend klein, was sich die Edelmetallstrategen mit der amerikanischen Geldpolitik erklären. Sie glauben denn auch nicht, dass die Privatkunden ihre Zurückhaltung abstreifen werden.

Die letzten 12 Monate waren für Gold-Investoren ein Nullsummenspiel (Quelle: www.cash.ch)

Dennoch drängt sich ein Unzenpreis von weniger als 12'00 Dollar den Experten zufolge geradezu für Zukäufe auf. Leerverkäufer könnten ihre Wetten gegen das Edelmetall vermehrt schliessen, so lassen sie durchblicken.

Ob sich von den Aussagen der Kunden der UBS auf solche bei anderen Banken schliessen lassen, bleibt fraglich. Allerdings liefern die für die Schweizer Grossbank in London tätigen Edelmetallstrategen interessante Einblicke.

In meiner Brust schlagen zwei Herzen - eines für und eines gegen das Gold. Einen entscheidenden Nachteil hat das Edelmetall: Es wirft weder in physischer noch in verbriefter Form Erträge ab.

Ich bleibe deshalb bei hypothekarisch belasteten Renditeliegenschaften und Landwirtschaftsland als Schutz gegen Krisen und eine ausufernde Teuerung - im Wissen, dass diese Anlagen nicht jedermann frei zugänglich sind.

***

Seit Jahren warten die Aktionäre darauf, dass Panalpina endlich zur alten Form zurückfindet. Doch bis heute werden sie vom Luftfrachtspezialisten aus Basel immer wieder enttäuscht und vertröstet.

Vor gut einer Woche warf ein erster Analyst entnervt das Handtuch (siehe Kolumne vom 6. März). In den vergangenen 24 Stunden legten gleich zwei seiner für andere Banken tätigen Berufskollegen nach.

In einer Sektorenstudie stufte der für Jefferies tätige Autor die Aktien von Panalpina von "Hold" auf "Underperform" herunter und strich das Kursziel auf 100 (115) Franken zusammen. Er findet keine guten Worte für das Unternehmen und streicht seine Gewinnschätzungen um durchschnittlich 25 Prozent zusammen.

Die Panalpina-Aktien stecken negative Neuigkeiten überraschend gut weg (Quelle: www.cash.ch)

Noch einen entscheidenden Schritt weiter geht der bekannte Analyst von Merrill Lynch. Er beziffert das Kursziel neu auf gerademal 80 (120) Franken und stuft die Aktien folglich von "Neutral" ebenfalls auf "Underperform" herunter.

Schon seit Wochen sind die Papiere der "ewigen Baustelle" Panalpina wie mit Teflon beschichtet: Negative Meldungen wie das ziemlich enttäuschende Jahresergebnis oder die zahlreichen Verkaufsempfehlungen prallen allesamt am Unternehmen ab.

Ich bin gespannt, wie lange die Grossaktionäre dem Treiben am Hauptsitz in Basel noch unbeteiligt zuschauen wollen. Irgendwann müsste ihnen - wie zuvor schon den drei Aktienanalysten - eigentlich der Kragen platzen.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.