Schweizer Börse - Gleich drei SMI-Aktien im Stimmungstief

Während einige Aktien aus dem Swiss Market Index laufend neue Rekorde schreiben, befinden sich deren drei in einem Stimmungstief. Der cash Insider macht jedoch eine interessante Beobachtung.
31.05.2019 12:30
cash Insider
Gleich drei SMI-Aktien im Stimmungstief
Bild: fotolia.com

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Noch am Montag näherte sich der Swiss Market Index (SMI) bis auf wenige Punkte seinem Rekordhoch von Anfang Mai. Und obwohl die Eskalation im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China das Börsenbarometer seither zurückfallen liess, errechnet sich seit Jahresbeginn noch immer ein ansehnliches Plus von 13 Prozent. Die Dividendenabgänge vom März und April aufgerechnet, sind es sogar fast 17 Prozent.

Allerdings dürfte sich die Freude hierüber bei den Aktionären von Swatch Group, ABB und UBS in Grenzen halten. Denn die Papiere dieser drei Unternehmen aus dem SMI befinden sich seit Wochen in einem Kurs- und Stimmungstief.

Das gilt insbesondere für die Inhaberaktien der Swatch Group. Mit einem geschätzten Umsatzbeitrag von gut 50 Prozent aus China gilt der Uhrenhersteller aus Biel als das wohl prominenteste Opfer des Handelsstreits zwischen den beiden Wirtschaftssupermächten. Dass sich die Folgen noch gar nicht wirklich in Zahlen fassen lassen und Firmenchef Nick Hayek erst kürzlich Zuversicht in Bezug auf die Wachstumsaussichten in der Volksrepublik signalisierte, scheint kaum jemanden zu kümmern. Rette sich wer kann, so lautet an der Börse die Devise.

Die Papiere des Uhrenherstellers sind so günstig zu haben wie seit August vor drei Jahren nicht mehr. In den vergangenen 12 Monaten haben sie sich im Kurs mehr als halbiert.

Zermürbender Kurszerfall der Inhaberaktien von Swatch in den letzten 12 Monaten (Quelle: www.cash.ch)

Nicht viel weniger verheerend fällt die Bilanz für die Aktionäre der UBS aus. Die Aktien der grössten Schweizer Bank tauchten am heutigen Freitag bei 11,58 Franken sogar vorübergehend unter die Mehrjahrestiefstkurse vom Frühsommer vor drei Jahren. Man muss schon in den Oktober 2012 zurückgehen, um auf ähnlich tiefe Kurse zu stossen.

Selbst die mittlerweile bei attraktiv hohen 6 Prozent liegende Dividendenrendite scheint momentan niemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Nach dem milliardenschweren Urteil gegen die UBS in Frankreich ist die Angst vor weiteren kostspieligen Rechtsstreitereien allgegenwärtig. Und als ob das noch nicht genug wäre, will und will die Grossbank im Wealth Management auf keinen grünen Zweig kommen.

Während die amerikanischen Leerverkäufer ihre Wetten gegen die in New York gehandelten Aktien zuletzt reduziert haben, verstummt die Kritik an der Strategie der UBS nicht.

Auch die Papiere von ABB trennt weniger als ein halber Franken von den Mehrjahrestiefstkursen von Ende Dezember bei etwas mehr als 18 Franken. Weder mit dem geplanten Verkauf des Stromnetzgeschäfts an den langjährigen japanischen Partners Hitachi, noch mit dem überraschenden Rücktritt des erfolgsarmen Konzernchefs Ulrich Spiesshofer liess sich eine nachhaltige Kurswende herbeiführen. Der schweizerisch-schwedische Industriekonzern kann machen was er will - es ist vermeintlich falsch. Unnötig zu erwähnen, dass China zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens zählt.

Die Aktien von UBS (rot) und ABB (grün) im Fünfjahresvergleich (Quelle: www.cash.ch

Mit dem milliardenschweren Verkaufserlös aus dem Verkauf des Stromnetzgeschäfts erhält ABB eine Währung, um eigene Aktien zurückzukaufen. Mal schauen, ob sich wenigstens damit eine nachhaltige Kurswende herbeiführen lässt. In weiser Vorausahnung ziehen sich die amerikanischen Leerverkäufer aus ihren Wetten gegen die in New York gehandelten Titel zurück.

So viel Weitsicht bin ich mir von amerikanischen Grossinvestoren gar nicht gewohnt, verhalten sie sich für gewöhnlich doch ziemlich pro-zyklisch. Nicht selten sind sie es, die die Aktienkurse mit ihrer schier erdrückenden Marktmacht in die Extreme treiben. Mal schauen, ob sich diese Weitsicht im Fall von Swatch Group, ABB und UBS bezahlt macht...

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