So könnte LafargeHolcim schon bald heissen

Bernstein auf der Suche nach einem neuen Firmennamen für LafargeHolcim - Und: Die Strategen von Helvea setzen auf Nebenwerte aus der Schweiz.
24.10.2016 12:30
cash Insider
So könnte LafargeHolcim schon bald heissen
Bild: fotolia.com

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Nur wenige Wochen vor der Quartalsergebnispräsentation und dem diesjährigen Investorentag sucht der für LafargeHolcim tätige Eric Olsen die Öffentlichkeit. Der Konzernchef lässt durchblicken, dass sich der Weltmarktführer unter den Zementherstellern am liebsten einen neuen, einheitlichen Namen verpassen möchte.

Das wiederum lässt tief blicken, sind die Kosten für solche Pläne doch nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig gingen die über Jahrzehnte aufgebauten Marken "Holcim" und "Lafarge" unter, genauso wie die unzähligen vor Ort bestens bekannten kleineren Marken in den Schwellenländern. Das zumindest schreibt der für Bernstein Research tätige Zementanalyst und äussert damit seine Bedenken.

In einem mir zugespielten Kommentar präsentiert er nach einer bei Investoren durchgeführten Umfrage erste Vorschläge für einen neuen Firmennamen. Es gibt sowohl seriöse oder humorvolle, aber auch ziemlich sarkastische Antworten.

Seriös: Cementia, Cemental, LH Global, Ciments Suisses.

Sarkastisch: MegaCement, Too Big Cement, Megalomaniacal Cement, ROIC Cement.

Humorvoll: La Farce, Hol lotta Lafs, Lafable, Sauve Qui Peut.

Fakt ist, dass LafargeHolcim nach dem überraschend starken zweiten Quartal mit einem überzeugenden Zahlenkranz für das Folgequartal nachlegen muss. Ansonsten drohen die zuletzt ziemlich beliebten Aktien in altes Fahrwasser zu geraten. Ob und was für einen neuen Namen sich der Zementhersteller geben wird, erfahren wir womöglich erst am Investorentag vom 18. November.

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Von wegen "die Flut hebt alle Boote". Selten zuvor war das Handelsgeschehen am Schweizer Aktienmarkt selektiver, die Kluft zwischen den beliebtesten und den unbeliebtesten Aktien grösser. Ein Traum für die Marktakteure, die auf die richtigen Unternehmen setzen - ein nicht enden wollender Albtraum für alle anderen.

Beeindruckend ist der Leistungsausweis der Strategen von Helvea mit ihren "Top Stock Ideas" für den deutschsprachigen Raum. Seit Einführung dieser Favoritenliste im Januar vor drei Jahren liess sich mit dieser eine Rendite von knapp 80 Prozent erzielen und der Stoxx Europe 600 Index um nicht weniger als 46 Prozent schlagen.

Nun nehmen die Experten darin grössere Anpassungen vor. Aus Schweizer Sicht finden die Aktien von Galenica und Valiant Einzug in die "Top Stock Ideas". Platz machen müssen unter anderem jene des Genfer Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan. Als einziger grosskapitalisierter Vertreter aus dem Swiss Market Index (SMI) verbleiben die Valoren von Adecco auf der Favoritenliste, gemeinsam mit jenen von Komax und OC Oerlikon.

Bei Adecco (Kursziel 71 Franken, Aufwärtspotenzial von 26 Prozent) wird bei Helvea mit den anhaltenden Wachstum im Schlüsselmarkt Frankreich und den intakten Aussichten bei der Vermittlung von Temporärarbeitskräften argumentiert. Dass die Aktien seit vergangener Woche neuerdings auch von Kepler Cheuvreux und der Credit Suisse zum Kauf empfohlen werden, was Helvea in die Hände spielt.

Mutig ist hingegen die Aufnahme der Papiere von Galenica (Kursziel 1307 Franken, Aufwärtspotenzial von 27 Prozent) auf die Favoritenliste. Ende November wird die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA darüber entscheiden, ob sie die Warnhinweise für das Eisenpräparat Veltassa im Zusammenhang mit Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten fallen lässt. Mit einer Kurserholung ist womöglich aber erst dann zu rechnen, wenn die Aktionärsgruppe um Kohlberg Kravis Roberts (KKR) ihr Aktienpaket bei institutionellen Investoren platziert hat (siehe Kolumne vom 23. September).

Die Papiere von Komax (Kursziel 270 Franken, Aufwärtspotenzial von 14 Prozent) erachten die Experten nach der Entledigung der beiden Sorgenkinder Medtech und Solar und der guten Aussichten im verbleibenden Kerngeschäft als interessant. Ganz im Gegensatz zu jenen von OC Oerlikon (12,50 Franken, Aufwärtspotenzial von 30 Prozent), denen sie in Erwartung von Veränderungen im Firmenportfolio ein nicht unbeträchtliches Aufwärtspotenzial zutrauen.

Auf der Favoritenliste sind zudem die erst seit wenigen Wochen mitverfolgten Aktien von Valiant (Kursziel 108 Franken, Aufwärtspotenzial von 11 Prozent) zu finden. Neben der attraktiv hohen Dividendenrendite zeigen die Experten auch Gefallen an dem hohen Ergebnisbeitrag aus dem Zinsdifferenzgeschäft. Sollte es zu einer Normalisierung der Zinskurve kommen, rechnen sie mit einem Gewinnanstieg um 15 bis 20 Prozent.

Auf lange Sicht lässt sich der breite Aktienmarkt mit den Aktien von kleinen und mittelgrossen Unternehmen schlagen, daran zweifle ich keinen Moment. Allerdings gab es gerade in diesem Titelsegment immer wieder schmerzhafte Korrekturen. Und auch wenn es vermutlich gute Nerven und eine gehörige Portion Geduld braucht: Es wird irgendwann wieder günstigere Einstiegsgelegenheiten geben. Rückblickend kam es selten gut, wenn alle Anleger an der Börse dasselbe tun.

 

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