Tag der Umstufungen an der Schweizer Börse

Zu Wochenbeginn treffen gleich für mehrere Schweizer Aktien Heraufstufungen ein - Kepler Cheuvreux verteidigt U-blox - Und: Raymond James legt bei Syngenta noch einmal eine Schippe drauf.
12.12.2016 12:30
cash Insider
Tag der Umstufungen an der Schweizer Börse
Bild: fotolia.com

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Von wegen besinnliche Adventszeit: An der Schweizer Börse SIX sorgen zu Wochenbeginn mehrere Heraufstufungen aus dem angelsächsischen Raum für Gesprächsstoff.

In einer Branchenstudie sieht sich der für J.P. Morgan tätige Autor dazu gezwungen, bei der Verkaufsempfehlung für die UBS über die Bücher zu gehen. Er stuft die Aktien der grösseren der beiden Schweizer Grossbanken von "Underweight" auf "Neutral" herauf. Das Kursziel wird neuerdings mit 17 (bisher: 15) Franken angegeben, dem freundlicheren Marktumfeld sowie der erwarteten Steuerreform im Schlüsselmarkt USA sei Dank.

Die erst kürzlich mit einem Kursziel von 18 (13) Franken von "Underweight" auf "Overweight" heraufgestuften Valoren der Credit Suisse werden ihrerseits sogar ins "Pan-European Portfolio" aufgenommen.

Vergleich der UBS-Aktien (rot) mit jenen der Credit Suisse (grün) in den letzten zwölf Monaten; Quelle: www.cash.ch

Aufgrund der noch immer grossen Probleme einiger italienischer Banken mit ihrer geradezu erdrückenden Last notleidender Kredite ist das Kaufinteresse allerdings auch bei den hiesigen Bankaktien heute gering.

Gut im Markt liegen hingegen die Aktien von ABB. Sie profitieren von einer Kaufempfehlung durch Morgan Stanley. In Erwartung, dass die Nachfrage in den Schlüsselmärkten Nordamerika und China in den kommenden Monaten die Talsohle durchschreiten sollte, werden die Papiere mit "Overweight" und nicht mehr länger nur mit "Equal-weight" eingestuft. Auch das Kursziel wird kräftig angehoben. Neu lautet es 24,20 (21,70) Franken.

Der traditionsreiche Industriekonzern aus Zürich zählt schon seit Wochen zu den Gewinnern steigender Infrastrukturausgaben unter dem zukünftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Davon verspricht man sich bei Morgan Stanley gerade im Stromübertragungsgeschäft auch für ABB den einen oder anderen Auftrag.

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Das hatte sich der für Kepler Cheuvreux tätige Analyst womöglich anders vorgesellt, als er die Aktien von U-blox vor etwas mehr als vier Wochen mit einem Kursziel von 214 (215) Franken von "Hold" auf "Buy" heraufstufte.

Denn obschon der Kurs dieser bei hiesigen Anlegern einst sehr beliebten Papiere am besagten Tag steil nach oben schoss, tauchten die Kursnotierungen am Freitag vorübergehend auf 176 Franken und damit auf den tiefsten Stand seit Februar.

Nun eilt der Experte den Papieren des führenden Herstellers von Kommunikationsmodulen mit verteidigenden Worten zu Hilfe. Die langfristigen Wachstumsaussichten seien intakt und die jüngste Nachfrageschwäche nicht von Dauer, so schreibt er. Seine Schlüsselbotschaft: Anleger sollten den Kursrückschlag zum Positionsaufbau nutzen.

U-blox zeigt, wie schnell ein beliebtes und bisweilen sehr erfolgreiches kleineres Unternehmen bei den Anlegern in Ungnade fallen kann. Seit dem enttäuschenden Zahlenkranz für die erste Jahreshälfte und der überraschenden Umsatzwarnung von Ende August ist die Welt für die Aktionäre des einzigen reinen Vertreters des "Internets der Dinge" aus der Schweiz nicht mehr dieselbe.

Ein Schnäppchen sind die Aktien nur, sofern sich das Wachstum allen Unkenrufen zum Trotz wieder belebt - errechnet sich doch selbst auf den ambitiös hohen Gewinnschätzungen von Kepler Cheuvreux für das kommende Jahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25.

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Der Damm bei Syngenta sei gebrochen, ausländische Arbitrageure endlich auf Seiten der Käufer zu beobachten, wird mir seit wenigen Tagen berichtet. Still und leise ist der Aktienkurs des Agrarchemiekonzerns aus Basel in der zweiten Wochenhälfte wieder auf über 400 Franken geklettert.

Für Anschlusskäufe aus dem angelsächsischen Raum sorgt heute eine Heraufstufung von "Outperform" auf "Strong Buy" durch Raymond James. Schon Mitte Juli bewies der für die amerikanische Investmentbank tätige Analyst Mut, als er sein Anlageurteil in Erwartung eines Zustandekommens der Übernahme durch Chem-China mit einem Kursziel von 457 Franken von "Market Perform" auf "Outperform" erhöhte.

Vergleich der Syngenta-Aktien (rot) mit den in New York gehandelten ADR (grün); Quelle: www.cash.ch

Nun legt der Experte nach und errechnet nach den jüngsten regulatorischen Fortschritten und dank des starken Dollars neu sogar ein Kursziel von 471 Franken.

Anders als an der Schweizer Börse SIX laufen an der Börse in New York gerüchteweise noch immer umfangreiche Wetten gegen Syngenta. Mit Deckungskäufen dürften die ausländischen Arbitrageure jedoch das Ihre dazu beitragen, dass der bei 13 Prozent liegende Abschlag zum rechnerischen Angebot plus Sonderdividende über die nächsten Wochen weiter schmilzt...
 

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