UBS liefert Erklärung für Dollar-Schwäche

Die UBS liefert eine plausible Erklärung für die jüngste Dollar-Schwäche - Ein weiterer Analyst entdeckt die Aktien von Evolva - Und: Zieht sich die Schlinge um die National-Versicherung weiter zu?
10.03.2014 12:30
cash Insider
UBS liefert Erklärung für Dollar-Schwäche

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Für gewöhnlich begegnet man geopolitischen Spannungen an den Devisenmärkten mit einem stärkeren Dollar. Dieses Phänomen lässt sich damit erklären, dass amerikanische Grossinvestoren und
Grossunternehmen im Ausland Vermögen abziehen und es in die Heimat repatriieren.

Diesmal scheint allerdings alles anders. Weder die Unruhen in Thailand und Ägypten, noch die Besetzung der Krim durch Russland haben bislang einen freundlicheren Greenback zur Folge gehabt. Und auch die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eingrenzung des Rückkaufprogramms für amerikanische Staatsanleihen und verbriefte Hypotheken anlässlich der Tagung der US-Notenbank von kommender Woche verfehlt bisher jegliche Wirkung.

Eine plausible Erklärung für den schwachen Dollar entnehme ich einem Kommentar der UBS Investmentbank zu den Mittelflüssen. Über die letzten 12 Monate verteilt hätten amerikanische Grossinvestoren für nicht weniger als 126 Milliarden Dollar europäische Aktien gekauft, so der Verfasser im Kommentar. Damit sei sogar der Rekord von 109 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2007 übertroffen worden.

Obschon dieser Mittelzufluss vermutlich nicht von Dauer sei, erkläre er zumindest im Ansatz das Muskelspiel europäischer Währungen gegenüber dem Dollar.

Währungspaare kehren früher oder später immer wieder zu ihrer Kaufkraftparität zurück. Und auch wenn unterschiedliche Rechenergebnisse im Raum stehen, so liegt die Kaufkraftparität des Dollars noch immer knapp unterhalb eines Frankens. Ob mit oder ohne geopolitische Spannungen im Rücken: Der Greenback sollte über die kommenden Wochen eher wieder erstarken.

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Der Appetit kommt bekanntlich erst beim Essen. Besser als mit dieser Weisheit lässt sich die Situation bei Evolva nicht umschreiben. Nach einem starken letzten Jahr zählen die Namenaktien des Herstellers von Nahrungsmittelinhaltsstoffen auch heuer wieder zu den heimlichen Stars am Schweizer Aktienmarkt.

Seit Freitag wird Evolva von einem weiteren Bankinstitut mitverfolgt. Der für Kepler Cheuvreux tätige Experte nimmt die Erstabdeckung der Aktien mit «Buy» und einem Kursziel von 1,70 Franken auf.

Bisher verdiene das Unternehmen ausschliesslich mit Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften Geld. Dank der eigenen Plattform werde sich dies allerdings schon in wenigen Jahren ändern. Denn Evolva arbeite mittlerweile an nicht weniger als vier eigenen Projekten. Dank hohen Differenzierungsmerkmalen und zahlreichen Einsatzmöglichkeiten sei das kommerzielle Potenzial dieser Inhaltsstoffe gross.

Nach der Kapitalerhöhung von vergangener Woche beträgt die Börsenkapitalisierung von Evolva gut 410 Millionen Franken. Für ein noch gut zwei Jahre tiefrote Zahlen schreibendes Unternehmen ist das eine ganze Menge. Obschon ich mir den langfristig intakten Aussichten bewusst bin, scheint mir der mit eigenen Produkten eingeleitete Transformationsprozess zumindest teilweise eingepreist.

Zumindest auf kurze Sicht sind nur dann noch einmal höhere Kurse denkbar, wenn weitere Bankinstitute dem Beispiel von Kepler Cheuvreux folgen und ebenfalls Kaufempfehlungen für die Aktien von Evolva aussprechen.

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Die National-Versicherung hat den Spekulanten schon vor Wochen den Wind aus den Segeln genommen. Vertreter des in Basel beheimateten Versicherungsunternehmens liessen durchblicken, dass sie keinen weiteren Beteiligungsausbau durch die grössten drei Aktionäre dulden würden.

Öl ins Feuer giesst nun ausgerechnet die Credit Suisse. In einem Kommentar weckt der für die Schweizer Grossbank tätige Versicherungsexperte alte Übernahmespekulationen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis einer der Grossaktionäre seine Beteiligung erhöhen werde.

Gerade die Mobiliar verfüge dank der Genossenschaftsform und der starken Bilanz über eine besonders gute Ausgangslage, um bei der National-Versicherung zum Zug zu kommen. Doch auch für die beiden anderen Grossaktionäre Bâloise und Helvetia liesse sich mit einer solchen Übernahme eine Gewinnverdichtung von 9 bis 15 Prozent erzielen, so der Experte.

Der mittlerweile stolzen Bewertung und der noch immer gedrückten Zinsen wegen bleibt man bei der Credit Suisse vorsichtig für die Aktien kleiner und mittelgrosser Schweizer Versicherungsgesellschaften. Jene von Bâloise und Helvetia werden mit «Underperform» und 12-Monats-Kurszielen von 113 respektive 426 Franken zum Verkauf empfohlen. Die Aktien der National-Versicherung werden hingegen gar nicht erst abdeckt.

Sollte einer der drei Grossaktionäre seine Beteiligung bei der National-Versicherung ausbauen, drohen ihm Vergeltungsmassnahmen des Unternehmens. Damit bleibt einem potenziellen Interessenten nur die Möglichkeit einer freundlichen Annäherung, was grundsätzlich gegen einen für die Publikumsaktionäre lukrativen Bieterstreit spricht.