Viertes Quartal - Kepler Cheuvreux nennt Schweizer Aktienfavoriten

Kepler Cheuvreux nennt die Schlüsselempfehlungen für das Schlussquartal am Schweizer Aktienmarkt - Arbitrageure bei Clariant in Aufruhr - Und: Neuer Ankeraktionär der VAT Group beweist Mut.
09.10.2017 12:30
cash Insider
Kepler Cheuvreux nennt Schweizer Aktienfavoriten
Bild: fotolia.com

Der cash Insider ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv. Lesen Sie börsentäglich von weiteren brandaktuellen Beobachtungen am Schweizer Aktienmarkt.

+++

Der Schweizer Aktienmarkt ist erwartungsgemäss gut ins vierte Quartal gestartet. Schon die nächsten Wochen werden darüber entscheiden, ob uns auch in diesem Jahr eine Jahresendrally winkt (siehe Kolumne vom 11. September).

Mit einem selektiven Marktgeschehen rechnen die Aktienstrategen von Kepler Cheuvreux. Ein überdurchschnittliches Aufwärtspotenzial trauen sie den Aktien von Clariant (Kursziel 26 Franken), Novartis (Kursziel 87 Franken), Panalpina (Kursziel 157 Franken) und Richemont (Kursziel 95 Franken) sowie den Partizipationsscheinen von Schindler (Kursziel 235 Franken) zu.

Im Vergleich zu den Schlüsselkaufempfehlungen für das zurückliegende dritte Quartal scheiden die Valoren der Credit Suisse aus. Sie machen jenen von Helvetia (Kursziel 640 Franken) Platz. Nach der Beteiligungsplatzierung durch den Vertriebspartner Raiffeisen gelten die Aktien des Versicherungskonzerns aus St. Gallen als im Kurs zurückgeblieben.

Aktien von Helvetia (rot) im Vergleich mit jenen der Credit Suisse (grün) (Quelle: www.cash.ch).

Keine guten Worte finden die Experten hingegen für die Papiere von Vifor Pharma. Obwohl der in Bern beheimatete Pharmahersteller am diesjährigen Investorentag punkten konnte, hegt man bei Kepler Cheuvreux Zweifel am kommerziellen Potenzial des mit Relypsa teuer erkauften Kaliumbinders Veltassa. Vom Kursziel von 95 Franken leitet sich ein Rückschlagspotenzial von knapp 20 Prozent ab.

Neben den besagten Schlüsselempfehlungen sehen die Strategen die Aktien von Autoneum, Dorma+Kaba, Feintool, Lindt&Sprüngli, Sika, Sulzer und Zurich Insurance Group als mögliche Gewinner der amerikanischen Unternehmenssteuerreform. Sollte der Dollar gegenüber dem Franken erstarken, könnten auch davon positive Impulse ausgehen.

+++

Die Spatzen hatten es bereits von den Dächern gepfiffen: White Tale kauft bei Clariant kräftig Aktien zu. Eigenen Angaben zufolge kontrolliert die oppositionelle Aktionärsgruppe "bereits deutlich mehr als 15 Prozent der Stimmen".

Im hiesigen Handel wird der Stimmenanteil von White Tale auf mittlerweile gut 18 Prozent geschätzt - Tendenz steigend. Meldepflichtig wird der Grossaktionär gemäss dem Schweizer Börsengesetz erst beim Überschreiten des Schwellenwerts von 20 Prozent.

Aufruhr herrscht seit dem späten Freitag bei den Arbitrageuren. Angeblich haben mächtige amerikanische Hedgefonds im Zuge von Arbitrage-Transaktionen umfassende Wetten gegen die Aktien von Clariant aufgebaut. Scheitert der transatlantische Schulterschluss am Widerstand von White Tale, kann es für die betroffenen Hedgefonds teuer werden...

Dass dem Beratungsunternehmen Markit zufolge noch immer mehr als 10 Prozent aller Aktien des Spezialitätenchemiekonzerns aus Basel ausgeliehen sind, lässt das eigentliche Ausmass der Wetten erahnen.

+++

Die aufstrebende VAT Group hat einen neuen Ankeraktionär: Geschätzte 400 Millionen Franken ist Rudolf Maag die 10-Prozent-Beteiligung am Halbleiterzulieferer aus dem Rheintal wert.

Neben 12,1 Prozent am Dentalimplantatehersteller Straumann hält Maag auch 7,2 Prozent am Actelion-Spinoff Idorsia sowie 3 Prozent an Galenica Santé. Eines haben diese Unternehmen gemeinsam: Sie alle sind in der Gesundheitsbranche tätig.

Mit seinem jüngsten Coup betritt der Medizinaltechnik-Pionier hingegen Neuland. Denn anders als die Gesundheitsbranche gilt die Halbleiterindustrie aufgrund kurzer Produktzyklen und starker Nachfrageschwankungen als ein schwieriges Pflaster.

Kursentwicklung der VAT-Group-Aktien seit dem Börsengang im Frühling 2016 (Quelle: www.cash.ch).

Es bedarf deshalb einer gehörigen Portion Mut, im Hochzyklus bei einem Halbleiterzulieferer wie der VAT Group einzusteigen. Lachende Dritte dürfte als Verkäuferin des Aktienpakets die Partners Group sein.

Früher oder später wird sich die Spezialistin für Risikokapitalanlagen auch von den verbleibenden 13 Prozent der Aktien trennen.
 

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.