Vontobel heizt dem Überflieger Temenos so richtig ein

Der Vontobel-Analyst sieht die Aktien des SIX-Überfliegers Temenos in die Nähe von 100 Franken klettern - Und: Merrill Lynch hält sich im Ausblick für 2017 alle Möglichkeiten offen.
29.11.2016 12:30
cash Insider
Vontobel heizt dem Überflieger Temenos so richtig ein
Bild: fotolia.com

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Nur noch fünf Wochen, dann ist auch das Börsenjahr 2016 bereits wieder Geschichte. Wenn sich heute schon etwas abschliessend sagen lässt, dann dies, dass die Gewinnerliste am Schweizer Aktienmarkt in diesem Jahr von Nebenwerten angeführt wird.

Für einen Podestplatz dürfte es den Aktien von Temenos zwar nicht reichen. Allerdings ist der Bankensoftwarehersteller aus Genf heute an der Börse gut ein Drittel mehr wert als zu Jahresbeginn. Damit gehört er hierzulande zu den Überfliegern.

In einer Unternehmensstudie aus dem Hause Vontobel spricht der Autor heute einmal mehr eine aggressive Kaufempfehlung für die äusserst beliebten Papiere aus. Er macht bei Temenos Fortschritte bei der Vermarktungsstrategie aus, was ihn ganz offensichtlich in seinen Erwartungen hinsichtlich der Erschliessung des amerikanischen Marktes und weiterer Margenverbesserungen bestärkt. Und um seiner Empfehlung den nötigen Nachdruck zu verleihen, erhöht der Analyst das Kursziel auf 95 (72) Franken und damit als erster seiner Berufsgilde in die Nähe von 100 Franken.

Höhenflug der Temenos-Aktien während den letzten Jahren; Quelle: www.cash.ch

Ob sich aus Anlegersicht ein Einstieg in diesen luftigen Sphären jetzt noch aufdrängt, ist höchst fraglich. Immerhin haben sich die Aktien alleine in den vergangenen vier Jahren im Kurs fast verfünffacht. Zudem errechnet sich selbst auf den ambitiös hohen Erwartungen der Traditionsbank aus Zürich für das nächste Jahr ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 34.

Beispiele wie der Halbleiterhersteller U-blox oder der Premiumschokoladehersteller Lindt & Sprüngli zeigen, dass selbst die beliebten Aktien erfolgreicher Unternehmen irgendwann wieder den Gesetzen der Erdanziehungskraft unterliegen.

Eines muss man dem Vontobel-Analysten an dieser Stelle zu Gute halten: Als einer von Wenigen hatte er bei Temenos schon vor Jahren ein Ende der Auftragsflaute vorhergesagt. Folglich liegt er mit seiner Kaufempfehlung bis heute goldrichtig.

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Schon seit Tagen folgt ein Ausblick auf das Börsenjahr 2017 auf den nächsten. Vergangene Nacht wurde mir das Strategiepapier von Merrill Lynch auf das kommende Jahr aus New York zugespielt.

Im Strategiepapier lässt sich die für die amerikanische Grossbank tätige Autorin alle Möglichkeiten offen. Den breit gefassten S&P-500-Index sieht sie bis Ende 2017 auf 2300 Punkte steigen. Vom gestrigen Schlussstand aus betrachtet entspricht das einem eher mageren Anstieg um 5 Prozent.

Entwicklung des S&P-500-Index seit Mitte November; Quelle: www.cash.ch

So weit, so gut. Nur bleibt es leider nicht bei diesem Basis-Szenario. Die Autorin präsentiert den Lesern des Strategiepapiers doch auch gleich noch ein von Euphorie geprägtes Szenario, in dem das viel beachtete Börsenbarometer sogar um mehr als 20 Prozent auf 2700 Zähler klettern könnte. Impulse könnten einerseits von fiskalpolitischen Massnahmen und andererseits von einer Unternehmenssteuerreform kommen, so schreibt die Strategin.

Doch nicht nur die Haussiers, auch die Baissiers kommen auf ihre Kosten. So sieht das Baisse-Szenario einen Rückschlag des S&P-500-Index auf 1600 Punkte vor. Völlig abwegig erachtet die Autorin ein solches von einer Rezession geprägtes Szenario nicht und verweist darauf, dass schon heute drei ihrer fünf beliebtesten Frühindikatoren eine Kontraktion der heimischen Wirtschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate signalisieren.

Man merke: Auch keine Meinung zu haben, lässt sich bei den Banken als Meinung verkaufen. Wer nun denkt, dass nur Merrill Lynch mit verschiedenen Szenarien arbeitet, der irrt jedoch gewaltig. Die amerikanische Investmentbank befindet sich auch in diesem Jahr wieder in guter Gesellschaft.
 

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