Zieht der Aktienkurs von Logitech auf 25 Franken an?

Die Kaufempfehlungen für die beliebten Aktien von Logitech häufen sich - Bernstein beteiligt sich nicht am Nestlé-Hype - Und: Kurs der Aktien von AMS rutscht im Vorfeld der Präsentation des neuen iPhone 7.
07.09.2016 12:30
cash Insider
Zieht der Aktienkurs von Logitech auf 25 Franken an?
Bild: fotolia.com

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Die Börse hat immer recht, pflegten schon die Ringhändler gerne zu sagen. Dem würden die Aktionäre von Logitech an dieser Stelle allerdings widersprechen. Denn obschon der Turnaround beim Peripheriegerätehersteller aus Lausanne im Frühsommer auf einem guten Weg war, schien sich bei Kursen unter 15 Franken kaum jemand für dessen Aktien zu interessieren.

Heute, wenige Wochen später und 6 Franken höher, sind die Papiere plötzlich heiss begehrt. Anschlusskäufe provoziert der für die MainFirst Bank tätige Analyst. In einer Unternehmensstudie mit dem vielversprechenden Titel "mit Speck fängt man Mäuse", nimmt er die Erstabdeckung der Logitech-Aktien mit "Outperform" und einem Kursziel von 25 Franken auf.

Im Hinblick auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft rechnet der Studienautor mit zahlreichen Produktinnovationen. Alleine schon davon verspricht er sich frische Kursimpulse. Auf Basis der bankeigenen Schätzungen traut der Experte dem Peripheriegerätehersteller auf Jahre hinaus ein prozentual zweistelliges Gewinnwachstum zu. Dieses hält er für genausowenig eingepreist wie die attraktiv hohe Dividende oder das noch immer laufende Aktienrückkaufprogramm.

Wie viele andere kleinere und mittelgrosse Unternehmen hat auch Logitech in den letzten Wochen und Monaten eine grundlegende Neubeurteilung und -bewertung durchlebt. Einst ein beliebtes Ziel ausländischer Leerverkäufer, laufen heute kaum noch Wetten gegen diese Aktien.

Bleibt aus Sicht der Aktionäre zu hoffen, dass sich beim Wegbereiter der Computermaus auch weiterhin ein solides Quartalsergebnis ans nächste reiht und er sich so die ausländischen Leerverkäufer vom Leib halten kann.

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Bei keinem anderen Indexschwergewicht sind sich die Experten so einig wie bei Nestlé: Im Hinblick auf die sich abzeichnende Rochade an der Konzernspitze seien die Aktien ein blinder Kauf, so tönt es aus angelsächsischen Kreisen.

Die Analysten von Citigroup, Morgan Stanley, J.P. Morgan und seit gestern auch jener von Merrill Lynch - sie alle legen ihrer Anlagekundschaft die Valoren des traditionsreichen Nahrungsmittelherstellers wärmstens ans Herz. Nur der für Bernstein tätige Experte schert aus der Reihe und stuft diese neuerdings mit "Market Perform" und einem Kursziel von gerade mal 80 Franken ein.

Er zeigt sich bei Nestlé sichtlich enttäuscht von der jüngsten Geschäftsentwicklung. Anders als die meisten Vertreter seiner Berufsgilde rechnet er im Zusammenhang mit der Verpflichtung von Ulf Mark Schneider als Nachfolger von Paul Bulcke mit keinen unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgeschäft.

Schneider wird sich jedenfalls mächtig ins Zeug legen müssen, will er den mittlerweile ambitionierten Markterwartungen gerecht werden. Ansonsten droht auch dem Schweizer Aktienmarkt Ungemach, ist Nestlé beim Swiss Market Index (SMI) doch für fast ein Viertel der Gesamtkapitalisierung verantwortlich.

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Wenn Apple der Weltöffentlichkeit einmal im Jahr die Produktinnovationen präsentiert, ist dem amerikanischen Kultunternehmen die Aufmerksamkeit gewiss. Schon unter dem verstorbenen Steve Jobs waren die sogenannten "Keynotes" stets von hohem Unterhaltungswert. Unvergessen bleibt auch, wie der Gründervater am Ende seiner Präsentation stets noch ein letztes Ass aus dem Ärmel zauberte. Sein Spruch "But there’s one more thing" gilt mittlerweile als legendär.

In wenigen Stunden lädt Apple erneut zu den "Keynotes" nach San Francisco. Diesmal um das neue iPhone 7 vorzustellen. Schon seit Tagen ranken sich auch hierzulande die wildesten Gerüchte um diese Gerätegeneration - vermutlich auch deshalb, weil bisweilen nur sehr spärliche Vorabinformationen in der Presse durchgesickert sind.

Ob und wie viele Komponenten des iPhone 7 vom Zulieferer AMS stammen, darüber lässt sich folglich bloss spekulieren. In der Vergangenheit wurde das Verhältnis vom Halbleiterhersteller zu seinem amerikanischen Schlüsselkunden in der Finanzpresse auch schon als "schwierig" bezeichnet.

Insbesondere ein Gerücht hält sich hartnäckig: Angeblich geht die neue Gerätegeneration von Apple - anders als in früheren Jahren - mit einer geringeren Stückzahl in die Anfangsproduktion.

Ein Kommentar aus dem Aktienhandel der MainFirst Bank scheint diese Vermutung allerdings zu entkräften. Denn wie diesem entnommen werden kann, liegt der im August erzielte Umsatz des asiatischen Zulieferers Largan nur noch 9 Prozent unter dem Vorjahr. Im Vormonat waren es noch 13 Prozent, im Juni sogar 30 Prozent.

AMS ist heute an der Börse gut einen Viertel mehr wert als noch Anfang Juli. Die Umsatzentwicklung habe die Talsohle im zweiten Quartal durchschritten, so heisst es in Analystenkreisen einhellig. Das kann die Produktpräsentation des Schlüsselkunden schon in wenigen Stunden entweder bestätigen oder eben nicht.

 

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