2014 war ein gutes Jahr für die ETFs

Im europäischen ETF-Markt erreichten die Nettozuflüsse der börsenkotierten ETFs 2014 mit 44,8 Milliarden Euro ein Dreijahreshoch. Gegenüber dem Vorjahr haben sie sich fast verdreifacht.
29.01.2015 12:35
Marlène Hassine, Head ETF-Research Lyxor Asset Management

Das europäische Vermögen der Exchange Traded Funds ETF stieg 2014 um 26 Prozent auf 363 Milliarden Euro, wobei ein guter Teil davon auf die positive Entwicklung der Märkte zurückzuführen ist. Im Umfeld mit gestiegenen Risiken verzeichneten aber sowohl die Aktien-ETFs wie auch die Obligationen-ETFs Rekordzuflüsse. Das sind Ergebnisse des ETF-Research von Lyxor Asset Management, Tochtergesellschaft von Société Générale und führender ETF-Anbieter in Europa.

Spitzenreiter sind ETFs auf US-Aktien

Die ETFs auf Aktien verzeichneten mit 26 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr einen Nettozuflusszuwachs von 82 Prozent. 21,9 Milliarden davon betreffen ETFs der entwickelten Länder. Spitzenreiter mit 16,3 Milliarden Euro sind Nettoinvestitionen in börsengehandelte Indexfonds mit amerikanischen Aktien: Das sind fast dreimal mehr als im Vorjahr. Auch die Nettozuflüsse in globale Aktien-ETFs erreichten mit 3,1 Milliarden Franken zweieinhalb mal den Vorjahresbetrag.

Smart-Beta-ETFs im Kommen

Einen neuen Rekordnettozufluss erzielten die Smart-Beta-ETFs mit 2,6 Milliarden Euro, viermal soviel wie 2013. Im Gegensatz dazu verzeichneten die ETFs für deutsche Aktien einen Rekordabfluss von 7,8 Milliarden Euro, eineinhalbmal soviel wie im Vorjahr. Die Aktien-ETFs für Emerging Markets erreichten einen bescheidenen Nettozufluss von 872 Millionen Euro, die hauptsächlich auf Indexfonds für asiatische Aktien entfallen.

Beliebte Unternehmensobligationen

Obligationen-ETFs glänzten 2014 desgleichen mit einem Dreijahresrekordzufluss von 20,1 Milliarden Euro, zweieinhalbmal soviel wie im Vorjahr. Davon entfallen 15,8 Milliarden Euro auf ETFs für Zinspapiere aus den entwickelten Ländern. Hauptsächlich profitiert haben die börsengehandelten Indexfonds auf Unternehmensobligationen mit einer genügenden Bonität, in die netto 8,2 Milliarden Euro geflossen sind. 2013 waren es lediglich 224 Millionen Euro. Die europäischen Staatsanleihen-ETFs haben mit einem Nettozufluss von 4,5 Milliarden Euro den Vorjahreswert dagegen nur leicht übertroffen.

Weitere Abflüsse aus Edelmetall-ETFs

Bei den Rohstoff-ETFs sind die Nettoabflüsse 2014 von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 1,3 Milliarden Euro gefallen. Der Abfluss ist namentlich den Edelmetallen zuzuschreiben: Aus den Edelmetall-ETFs flossen netto 1,5 Milliarden Euro. Breitgestreute Rohstoff-ETFs dagegen verzeichneten einen leichten Nettozufluss von 260 Millionen.