Attraktive Konsummischung mit etwas Luxus

Wer im SMI Geld anlegen möchte, kommt am weltgrössten Nahrungsmittelhersteller Nestlé nicht vorbei. Aber auch andere Konsumwünsche werden von den in diesem Blue-Chip-Index vertretenen Unternehmen befriedigt.
28.04.2014 16:39
Andreas Stocker, Public Distribution Derivatives & ETFs, Commerzbank Zürich

An den Produkten der beiden Luxuswarenkonzerne Richemont und Swatch etwa erfreut sich vor allem die gut betuchte Klientel, dagegen bietet Swisscom Telefon und Entertainment für die breite Bevölkerung. Mit den entsprechenden Faktor-Zertifikaten können Anleger bequem Long- und Short-Strategien auf die Blue Chips umsetzen und gehebelte Gewinne erzielen.

Mehr als ein Fünftel der gesamten Marktkapitalisierung des SMI von 1,03 Billionen Schweizer Franken vereint ein einziger Titel auf sich: Nestlé. Damit ist der Nahrungsmittelkonzern das absolute Schwergewicht im Leitindex. Der Titel sorgte mit einer im Vergleich zum Gesamtmarkt stabilen Aufwärtsbewegung über die vergangenen zehn Jahre massgeblich dafür, dass das Blue-Chip-Barometer unter dem Strich 45 Prozent zulegte. Die Valoren von Nestlé konnten sich in diesem Zeitraum sogar verdoppeln.
Dass der Weltkonzern über ein relativ krisenresistentes Geschäftsmodell verfügt, wurde spätestens 2008/2009 klar. Die Nestlé-Aktie schnitt in dem starken Ausverkauf im Zuge der Finanzkrise um mehr als 20 Prozentpunkte besser ab als der Gesamtmarkt. Allerdings zeigt sich auf kurzfristige Sicht ein umgekehrtes Bild. Während bei dem heimischen Schwergewicht für die vergangenen zwölf Monate ein kleines Minus zu Buche steht, kletterte der SMI um 7 Prozent empor.

Weltmarktführer auf rauer See
Die Underperformance hat einen Grund: Nestlé steckt in einer Wachstumsflaute. Aufgrund der desolaten Konjunktur in Europa und Turbulenzen in den Schwellenländern verfehlte der Konzern im zurückliegenden Berichtsjahr zum ersten Mal seit 2009 sein langjähriges Ziel, organisch um 5 bis 6 Prozent zu wachsen. Das Erlösplus lag ohne Zukäufe und Währungseinflüsse mit 4,6 Prozent knapp unter dem Zielband. 2012 waren es noch 5,9 Prozent gewesen und der 10-Jahres-Durchschnitt beträgt sogar 6,1 Prozent. »Das vergangene Jahr war herausfordernd und 2014 wird voraussichtlich ebenso ausfallen«, kommentiert Konzernchef Paul Bulcke die aktuelle Situation. Allerdings kommt für den Manager eine Veränderung der langfristigen Prognose nicht in Frage: »Wir haben es in der Vergangenheit erreicht und werden es auch in Zukunft wieder erreichen.«

Chancen sieht Nestlé in diesem Jahr in den Emerging Markets, die mittlerweile bereits 44 Prozent der Konzernumsätze ausmachen. Im zweiten Halbjahr geht Manager Bulcke davon aus, in den Schwellenländern wieder Preiserhöhungen durchsetzen zu können. Viel Potenzial verspricht sich der Konzernlenker zudem vom Markt für Gesundheitsprodukte. Dazu übernahm Nestlé kürzlich die zuvor mit L’Oreal als Joint Venture betriebene Hautpflegefirma Galderma. Im Zuge des Deals reduzierte Nestlé seinen Anteil an dem französischen Kosmetikkonzern um 8 Prozent. Dadurch fliessen 3,4 Milliarden Euro frische Mittel in die Nestlé-Kasse. »2014 ist das erste Jahr der Zukunft«, kommentiert Bulcke die neue strategische Aurichtung. Die zusätzlichen Barmittel sollen den Aktionären zugutekommen und in ein Aktienrückkaufprogramm fliessen. Ein Faktor, welcher die Aktie im laufenden Jahr bei Investoren besonders interessant machen könnte.

Verblasst der Glamourfaktor?
Luxus spielt hierzulande seit jeher eine wichtige Rolle. Zürich ohne die Bahnhofstrasse als Inbegriff einer Luxusmeile ist kaum vorstellbar. Mit Swatch und Richemont befinden sich auch zwei Edelmarken-Produzenten in den Top 20 der grössten börsennotierten Unternehmen der Schweiz. Allerdings hat sich der über Jahre hinweg strahlende blaue Himmel über der Luxusbranche zuletzt etwas verdunkelt. Zunehmende wirtschaftliche und politische Unsicherheiten mahnen Investoren zur Vorsicht. Vor allem die anhaltend schwachen Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte sowie die Sorge um Russlands Wirtschaft durch die Krimkrise – beide Märkte sind enorm wichtig für die Branche – haben die beiden Luxus-Valoren im laufenden Jahr zu Underperformern degradiert.

Die aktuell unsichere Situation spiegelt sich auch im Ausblick von Swatch wider. Im Januar hatte Nick Hayek noch einen zweistelligen Erlösanstieg für 2014 in Aussicht gestellt. Bei der Vorlage der 2013er-Bilanz im März trat der Konzernchef dann etwas auf die Euphoriebremse. Für die gesamte Schweizer Uhrenindustrie erwartet Hayek im laufenden Jahr ein Wachstum von 5 bis 10 Prozent und liess nun offen, ob er diese Wachstumsrate tatsächlich übertreffen kann. Neben den wirtschaftlichen Unsicherheiten macht vor allem die Stärke des Schweizer Franken dem Unternehmen zu schaffen. Sollten die Wechselkurse auf dem gegenwärtigen Niveau verharren, könnte dies nach Ansicht von Hayek den Konzernumsatz um 400 bis 500 Millionen Franken drücken.

Für 2013 meldete Swatch dagegen einen Rekordgewinn von 1,9 Milliarden Schweizer Franken. Der Umsatz legte um 8,3 Prozent auf 8,8 Milliarden Franken zu. Damit verzeichnete der Uhrenproduzent das vierte Rekordjahr in Folge. Überproportionales Wachstum zeigte sich im Reich der Mitte, auf das bereits ein Umsatz von 3,2 Milliarden Franken entfällt. Aufgrund des breiten Uhrensortiments mit 18 Marken aller Preisklassen schlägt sich Swatch in China besser als viele Konkurrenten, die ausschliesslich teuere Luxusuhren verkaufen. Der heimische Konkurrent Richemont verspürte zum Beispiel zuletzt schon eine gewisse Zurückhaltung. Im Weihnachtsquartal legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr nur um 3 Prozent zu, deutlich weniger als von Analysten erwartet. Im Jahr zuvor wies der Konzern, der bekannt ist mit Marken wie Cartier, IWC und Jaeger-LeCoultre, noch einen Anstieg um 9 Prozent aus. Vor allem in Asien hielten sich die Käufer zurück, in China waren die Verkäufe sogar rückläufig. Positiv entwickelten sich dagegen Europa, Amerika und der Nahe Osten. Wie das Gesamtjahr gelaufen ist und wie es um den Gewinn steht, werden Anleger erst am 15. Mai bei der Bilanzvorlage erfahren.

Auch wenn kurzfristig das Wachstum im Luxus-Segment etwas stockt, Experten sehen weiterhin langfristige Chancen in dem Sektor. Einer Studie des Beratungsunternehmens Bain zufolge wird die Zahl der Käufer von Edelmarken bis 2020 auf 400 Millionen steigen und 2030 dann die Marke von einer halben Milliarde knacken. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr konsumierten »erst« rund 300 Millionen Menschen weltweit besonders teure Produkte.

Turnaround-Signale aus Bern
Nicht teuer, sondern so günstig wie möglich ist das Konzept von Swisscom. Der heimische Telekomkonzern, dessen Wurzeln 
bis ins Jahr 1852 zurückreichen, bietet seinen Kunden ein breites Sortiment an Dienstleistungen aus einer Hand an. Dazu zählt neben Festnetz, Internet und Mobilfunk auch ein umfangreiches TV-Angebot, welches in der breiten Bevölkerung gut ankommt. Bereits jeder dritte der rund drei Millionen Haushalte nutzt das Entertainment-Programm der Swisscom. Seit 2009 hat sich die Zahl der TV-Anschlüsse von Swisscom nahezu verfünffacht. Aber auch die Breitband- und Mobilfunkanschlüsse verzeichnen stetiges Wachstum. Besonders gut kommt der Mobilfunktarif Infinity an, mit dem sich ohne Zeitbegrenzung telefonieren und im Internet surfen lässt. Für dieses Angebot hat sich mittlerweile bereits jeder zweite Vertragskunde entschieden.

Mit dieser vielversprechenden Produktpalette möchte Swisscom nun die Wende schaffen.  Nach sechs Jahren mit sinkenden Ergebnissen soll 2014 der operative Gewinn leicht auf 4,35 Milliarden Schweizer Franken steigen. Um den Anschluss nicht mehr zu verlieren, plant der Konzern auch mit Zukäufen. »In Betracht kommen kleinere Unternehmen, vor allem IT-Service-Dienstleister«, sagt Finanzchef Mario Rossi. Sein finanzieller Spielraum erstreckt sich zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Franken. Die Sparte Swisscom IT Services erzielte 2013 einen rekordhohen Auftragseingang von 786 Millionen Franken. Fester Bestandteil der Swisscom-Strategie bleibt auch die 2007 übernommene Fastweb. Die italienische Internet-Tochter wächst schneller als 
der Breitbandmarkt in dem südeuropäischen Land. Innerhalb der Jahresfrist legte der Kundenstamm um knapp ein Zehntel zu. Fastweb soll ab 2015 einen positiven Beitrag zum Free Cash Flow leisten.

Gehebelt zum Gewinnziel
Mit Faktor-Zertifikaten können Anleger je nach Kurserwartung des Unterlyings Long- und Short-Strategien auf die SMI-Valoren umsetzen. Dabei bieten die von der Commerzbank entwickelten Produkte mehrere Vorteile gegenüber herkömmlichen Hebelpapieren. Einer davon ist die Volatilität. Die etwas unsichere Situation bei den Luxus-Valoren spiegelt sich beispielsweise auch in der Schwankungsbreite der Valoren Swatch und Richemont wider. Beide liegen mit einer historischen Volatilität auf Sicht von zwölf Monaten jenseits der 20 Prozent deutlich über dem Marktdurchschnitt von 13 Prozent. Zieht die Volatilität an, verteuern sich dadurch in der Regel klassische Optionsscheine. Nicht so die Faktor-Zertifikate. Bei der Berechnung der Preise spielt eine erhöhte Schwankungsbreite keine Rolle. Auch müssen sich Inhaber keine Sorgen über eine Veränderung des Hebels während der Laufzeit machen. Der anfänglich gewählte Faktor bleibt konstant. Möglich macht dies ein eigens berechneter Commerzbank Strategie-Index auf den Basiswert. Dieser Strategie-Index bildet täglich die prozentuale Kursveränderung des Basiswerts gegenüber dem Vortagesschluss ab – und dies immer mit dem gleichen Faktor. Folglich wird mit jeder Schlussfixierung ein neuer Referenzkurs festgelegt, der wiederum die Basis für die prozentuale Wertentwicklung des Folgetages darstellt. Die tägliche Anpassung des Strategie-Index erfolgt automatisch. Für die innovative Systematik wird eine jährliche Gebühr von 0,7 Prozent berechnet.

Um die Marktmeinung auf das jeweilige persönliche Chance-Risiko-Profil zielgerichtet anzupassen, bietet die Commerzbank auf die meisten Basiswerte verschieden starke Hebel an. So stehen bei Nestlé-, Swatch- und Richemont-Zertifikaten die Faktoren 3 und 5 auf der Long- wie auch Short-Seite zur Verfügung. Bei Swisscom können tradingfreudige Anlegernaturen mit einem Hebel von 3 in beide Kursrichtungen spekulieren. Über den Tradingzeitraum sowie einen Knock-Out müssen sich Inhaber der Papiere keine Gedanken machen. Alle Faktor-Zertifikate bieten eine Open-End-Struktur und sind keinem Barriere-Risiko ausgesetzt.

Mehr Informationen zu den Faktor-Zertifikaten der Commerzbank finden Sie unter www.faktor-zertifikate.ch

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