Auf der Mergers&Acquisitions-Welle reiten

Die Welt von Wirtschaft und Finanzen wird seit einiger Zeit von Meldungen über spektakuläre Kauf- und Verkaufsangebote von Weltunternehmen in Atem gehalten. Im Bereich der Hedge Funds führen deshalb die "Event Driven"-Strategien die Performance-Ranglisten an. Das könnte dieses Jahr so bleiben.
20.05.2014 11:22
Moez Bousarsar, Head Event Driven Strategies Managed Account Platform, Lyxor Asset Management

Neuordnung der Pharma
Die Mergers&Acquisitions-Aktivitäten haben weltweit seit Jahresbeginn stark zugenommen. In den letzten Wochen wurden aufsehenerregend und teilweise kontinentübergreifende Deals in den Bereichen Pharma, Telekom, Medien und Technologie oder Rohstoffe angekündigt. Der neue Merger&Acquisitions-Zyklus nimmt namentlich in den USA und auch in Europa grossen Schwung auf. Die Pharma zum Beispiel soll offenbar global neu geordnet werden. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

«Event Driven» an der Spitze
Die Mergers&Acquisitions-Welle bietet den Managern von alternativen Anlagen wie Hedge Funds oder alternativ verwalteten Managed Accounts viele Chancen. Zudem weckt die rege Kommunikation rund um die angerissenen globalen Mega-Deals bei vielen Investoren den Appetit, von der Merger-Arbitrage zu profitieren. Dies zumal auch darum, weil bislang die erreichte Performance in diesem Bereich mit den hohen Erwartungen Schritt halten konnte. Die "Event-Driven"-Strategie hat im laufenden Jahr im Schnitt eine "Year-to-date"-Rendite von nahezu drei Prozent erzielt. Laut dem Hedge Fund-Analysehaus HFR liegt diese Strategie deshalb im ersten Quartal 2014 an der Spitze der Performancerangliste der Hedge Fund-Strategien.

Komplexere Deals
In den vergangenen Jahren haben sich für Risikoarbitrageure im Bereich von Mergers&Acquisitions die Spreads laufend verengt. Weitgehend problemlose Standarddeals, sogenannte "Plain-Vanilla-Deals", bieten derzeit lediglich noch Jahresrenditen von drei bis vier Prozent. Damit kann man im Hedge Fund-Bereich nicht brillieren. Die angestrebten Renditen liegen weit höher. Deshalb müssen die Risiko-Arbitrage-Händler in der Komplexitätsleiter nach oben gehen. Es werden anspruchsvollere Deal-Strukturen gewählt, bei denen die Renditenerwartungen im Bereich von fünf bis zehn Prozent liegen können. Dazu zählen beispielsweise "Topping Bids", bei denen die Angebote von dritter Seite übertroffen werden, feindliche Übernahmen, komplexe Transaktionen über verschiedene Ländern mit unterschiedlichen Rechtssystemen oder mit Kartellrisiken verbundene Transaktionen.

Gute Aussichten in 2014
Nachdem bereits 2013 zweistellige Renditen erzielt worden sind, führen Event-Driven-Hedge Funds dank ihrer Fähigkeiten in der richtigen Deal-Auswahl und der geschickten Diversifikation das Hedge Funds-Feld auch im laufenden Jahr an. Aufgrund der weiter wachsenden Merger&Acquisitions-Aktivitäten und den damit verbunden Chancen dürfte die Merger-Arbitrage im Jahresverlauf weiter zu den Strategien mit den besten Renditenaussichten zählen.