Barrier Reverse Convertibles: Eine mögliche Alternative im Tiefzinsumfeld

Attraktiver Coupon, bedingter Kapitalschutz – mit diesen Parametern können Barrier Reverse Convertibles (BRCs) bei vielen Anlegern als Alternative zu Zinsprodukten punkten. Im aktuellen Marktumfeld mit moderaten Zinsen können BRCs zur Diversifikation im Portfolio beitragen.
09.11.2015 16:20
Robin Lemann, Public Distribution Team Schweiz, UBS

Der Barrier Reverse Convertible (BRC) nimmt im Schweizer Markt für Strukturierte Produkte eine dominante Stellung ein. Bei den meistgehandelten Anlageprodukten an der SIX Structured Product Exchange besetzen die Renditeoptimierungsprodukte, zu welchen auch die BRCs gehören, neben den Trackerzertifikaten den zweiten Platz unter den umsatzstärksten Produkten. Bei Anlegern kann die attraktive Anlagemöglichkeit mit ihrem obligationenähnlichen Charakter und der verständlichen Struktur punkten. Unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes erhalten Anleger bei einem BRC einen Coupon, welcher für gewöhnlich deutlich über den am Obligationenmarkt erzielbaren Zinsen liegt.

Bedingter Kapitalschutz

BRCs eignen sich besonders für Anleger, die eine seitwärtstendierende oder leicht steigende Entwicklung des Basiswertes erwarten, sich gleichzeitig aber gegen Kurseinbrüche bis zur Barriere absichern wollen. Zudem möchten sie sich einen konstanten Cashflow in Form eines regelmässig bezahlten und im Voraus festgelegten Coupons sichern. Die vollständige Rückzahlung des Nominals ist unter Berücksichtigung des Emittentenrisikos sicher, solange der Basiswert während der Laufzeit nicht auf oder unter die Barriere fällt. Die zur Emission festgelegte Barriereschwelle liegt dabei meist deutlich unter dem anfänglichen Kurs des Basiswertes. Kommt es zu einer Barriereverletzung, erlischt der Absicherungsmechanismus. In diesem Fall ist das Investment dem Kursrisiko des Basiswertes ausgesetzt. Bei Produkten, denen mehrere Basiswerte zugrunde liegen, ist für die Rückzahlung der Basiswert massgeblich, der sich per Verfall am schlechtesten entwickelt hat. Um nach einem Barrierebruch trotzdem das vollständige Nominal zurückzuerhalten, muss der Basiswert mit der ungünstigsten Performance zum Verfall auf oder über dem Anfangskurs liegen. Andernfalls kommt es zu Abschlägen bei der Tilgung. Der Coupon wird – unabhängig von einer anfälligen Barriereverletzung – ausbezahlt.

Grundsätzlich gilt, dass Produkte mit mehreren Basiswerten höhere Coupons respektive tiefere Barrieren ermöglichen. Naturgemäss nimmt der Anleger hier auch ein grösseres Risiko in Kauf. Aufgrund der Struktur der BRCs, die sich aus einer Anleihe und Optionskomponenten zusammensetzt, spielt auch die Volatilität eine zentrale Rolle. Diese Komponente gibt die für ein Wertpapier über einen bestimmten Zeitraum erwartete Kursschwankungsbreite an. Beim BRC gilt die Faustformel: Je höher die in Optionen eingepreiste Volatilität ist, desto attraktivere Produktmerkmale sind bei der Lancierung möglich. Dieser Zusammenhang hat einen plausiblen Grund: In Zeiten einer grösseren Schwankungsbreite ist die Gefahr der Barriereberührung vergleichsweise höher. Dieses Risiko kann über die lukrativeren Konditionen abgegolten werden – wobei neben der Volatilität auch noch weitere Faktoren eine Rolle spielen.

Bekanntes Schweizer Trio

UBS lanciert Woche für Woche neue BRCs und bietet in dieser Kategorie über 500 Produkte an der Börse an. Frisch am Markt ist eine auf Nestlé, Novartis und Roche basierende Struktur (Valor: 30099968). Der neue BRC ist in Schweizer Franken aufgesetzt und bringt einen garantierten Coupon von sechs Prozent pro Jahr mit. Der Risikopuffer von 31 Prozent per Emission bietet dabei eine attraktive Absicherung für die drei SMI-Titel. Das Produkt ist mit einem «Early Redemption»-Merkmal ausgestattet. Dabei kommen die Basiswerte, beginnend am 11. Februar 2016, alle drei Monate auf den Prüfstand. Steht das Trio zum Beobachtungstag geschlossen auf oder über der im Voraus definierten Schwelle, verfällt die Struktur vorzeitig. UBS zahlt in diesem Fall neben dem anteiligen Coupon das Nominal vollständig zurück. Kommt es nicht zur vorabtilgung, verhält sich das Investment am Laufzeitende wie ein gewöhnlicher BRC.

Neben den skizzierten Parametern nimmt auch die Produktvaluta Einfluss auf die Konditionen. So kommt der Zinsvorsprung des Dollarraums in einem auf Netflix, Time Warner und Walt Disney lautenden BRC in US-Dollar (Valor: 29321429) zum Ausdruck. Zur Emission Mitte September wurde die Barriere auf 50 Prozent festgelegt. Selbst der bis dato schwächste Titel, Netflix, konnte dieses Polster verteidigen und weiter ausbauen. Trotz des komfortablen Risikopuffers ist mit diesem Produkt per Mitte September 2016 eine Rendite von mehr als 11.5 Prozent pro Jahr möglich (Stand: 30. Oktober 2015).

Basiswerte Netflix, Time Warner und Walt Disney*

*Diese historischen Angaben sind keine verlässlichen Indikationen für zukünftige Wertentwicklungen

Die Beispiele zeigen: Es gibt einen möglichen Ausweg aus dem notorischen Zinstief. Gerade Anleger, die bereit sind, ein teilgeschütztes Aktienrisiko in Kauf zu nehmen, können mit dem BRC attraktive Renditen erzielen.

Weitere BRCs in Zeichnung sowie Chancen und Risiken der Produkte finden Sie unter www.ubs.com/keyinvest.