An der Börse entscheidet die Substanz

Das global tiefe Zinsniveau belastet einkommensorientierte Anleger bereits seit Jahren. Hinzu kommen aktuell etwas stürmischere Börsenzeiten. Möglicherweise der richtige Zeitpunkt für dividendenstarke Substanzaktien. Diese stellen aufgrund ihrer defensiven Ausrichtung eine verhältnismässig stabile Wertentwicklung in Aussicht.
11.09.2017 11:40
Robin Lemann, Leiter Public Distribution Schweiz, UBS

Bereits seit Längerem pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Die Zentralbanken dies und jenseits des Atlantiks möchten ihre ultralockere Geldpolitik sukzessive zurückführen. Da aber weiterhin Unsicherheiten bezüglich künftiges Wirtschaftswachstum und Inflationsentwicklung herrschen, ist mit einem schnellen Anziehen der Zügel nicht zu rechnen.

Dennoch ging es zuletzt auf der Zinsseite peu à peu nach oben. So markierten zum Beispiel die deutschen Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit im Juli ein Jahreshoch 0,58 Prozent. Zinsjäger können damit aber längst nicht zufrieden sein. Erstens hat die Bondrendite seither wieder deutlich abgenommen und zweitens ergibt sich unter Berücksichtigung der Inflationsrate weiterhin eine negative Rendite. Vergleichbare Bundesobligationen der Eidgenossenschaft sind sogar ohne Abzug der Teuerung immer noch im Minusbereich. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Erst Mitte des Jahres hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) erneut klar gestellt, dass sie ihre expansive Geldpolitik auf „absehbare Zeit“ fortsetzen wird.

Ertragreiche Dividendenstrategie

In Zeiten von bestenfalls Mini-Zinsen sowie einer anziehenden Volatilität an den Aktienmärkten könnte ein Blick auf die Dividendenstrategie lohnen. Auf globaler Ebene zeigen sich die Unternehmen derzeit in Spendierlaune. Im Dow Jones beläuft sich die Dividendenrendite auf 2,3 Prozent, 3,3 Prozent sind es im SMI und gar 4,0 Prozent beim STOXX 50 Europe. Wie wichtig die Ausschüttungen für den Ertrag einer Anlage sind, zeigen historische Untersuchungen. Nach Berechnungen von BlackRock wurde die Hälfte der weltweiten Aktienrenditen in einem Zeitraum von zehn Jahren allein durch Dividenden erzielt (Stand: 30.06.2015). Die Gewinnausschüttungen sorgen nicht nur für eine attraktive Verzinsung des eingesetzten Kapitals, sie können zudem einen beruhigenden Faktor bei der Kapitalanlage darstellen. Dividendenstarke Aktien verhalten sich nämlich oft weniger volatil, was in unruhigen Zeiten das Nervenkostüm durchaus schonen kann.

Wer sich auf die Suche nach attraktiven Dividendentiteln machen möchte, sollte sich aber nicht durch eine hohe Rendite blenden lassen. Grosszügige Ausschüttungen können ihre positive Wirkung nur dann erzielen, wenn sie auch real erwirtschaftet und kontinuierlich gezahlt werden. So sollten Dividenden nicht fortlaufend auf Kosten der Substanz einer Unternehmung ausgeschüttet werden, die auf Dauer sogar die Existenzgrundlage der Firma infrage stellen könnten. Hinzu kommt, dass sich eine hohe Rendite auch auf vorausgegangene starke Kursverluste der Aktie zurückführen lassen kann.  

Im Idealfall verfügen derartige Gesellschaften über eine gute Substanz sowie einem nachhaltig profitablen Geschäftskonzept. Ein gesundes Wachstum, eine hohe Profitabilität, ein kontinuierlicher Cash Flow sowie eine faire Bewertung runden aussichtsreiche Dividendenaktien ab.

Perfektes Zusammenspiel von Qualität, Substanz und Dividende

UBS Investment Bank Research hat sich eingehend mit der Identifizierung von Substanzaktien und dem Aufbau eines aussichtsreichen Portfolios aus ausgesuchten Dividendenpapieren auseinandergesetzt. Die Selektionskriterien beschränken sich aber nicht ausschliesslich auf die soeben beschrieben Kriterien, die Analysten wenden zudem eigene „Soft Skills“ an. Durch eine qualitative Einschätzung von UBS Investment Bank Research, welches unabhängig von anderen Geschäftsbereichen der UBS agiert, wird unter anderem auf eine ausgewogene Sektor- und Länder-Allokation geachtet. Dieser mehrschichtige Prozess zielt zum einen auf einen optimalen Diversifikationsgrad ab, zum anderen soll ein Klumpenrisiko vermieden werden.

Letztendlich werden die Top 30 aus einem globalen Universum von mehr als 3'300 Aktien im UBS Global Quality Dividend Payers Index zusammengefasst. Vom US-Pharmaunternehmen Abbvie über den weltgrössten Luxusgüterkonzern LVMH bis hin zum Halbleiterspezialisten Texas Instruments findet sich eine gut gemischte Auswahl in dem Strategieindex. Dabei sind alle 30 Mitglieder gleichgewichtet. Auch wenn die verfeinerten Filterkriterien nicht immer vor Kursverlusten schützen können wie in der Finanzkrise 2008/2009, langfristig zeigt das Barometer klar nach oben. Allein in einer fünfjährigen Rückbetrachtung kommt der Index auf einen Wertzuwachs um mehr als 90 Prozent. (Stand: 31.08.2017)

Interessante Anlagelösungen

UBS bietet insgesamt drei Open End PERLES (Tracker-Zertifikate) auf den UBS Global Quality Dividend Payers TR Index an, die sich voneinander nur hinsichtlich der Währung (CHF, USD und EUR) unterscheiden. Die Schweizer-Franken-Variante (Symbol DIVQC) bildet die Wertentwicklung des CHF-Index im Bezugsverhältnis von 1:1 und unter Berücksichtigung der Verwaltungsgebühr von 1,0 Prozent p.a. ab. Das Gleiche gilt für die Euro- (Symbol DIVQE) und US-Dollar-Tranchen (Symbol DIVQD). Auf diese Weise können Anleger bequem an der Kursentwicklung einer weltweiten Auswahl dividendenstarker Substanzaktien, die eine relativ hohe Kursstabilität erwarten lassen, teilhaben. Dabei kommen Investoren in den Genuss des grossen Erfahrungsschatzes von UBS Investment Bank Research. Selbstverständlich werden allfällige Nettodividenden der enthaltenen 30 Substanzaktien im zugrundeliegenden Index reinvestiert.

Chart:

Quelle: Bloomberg, UBS
Zeitraum: 31.08.2007 bis 31.08.2017, vergangene Wertentwicklungen sind keine Indikationen für zukünftige Wertentwicklungen.