Die Finanzkrise und die Fed

Vor 10 Jahren, am 17. August 2007, hatte die amerikanische Notenbank den Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt auf 5,75 % gesenkt. Dies war die erste bedeutende Reaktion der Fed auf die Finanzkrise. Dies ist beonders interessant, angesichts der Tatsache, dass die Fed nächsten Monat wohl den Ausstieg aus ihrem Quantitative Easing (QE) ankündigen wird.
17.08.2017 16:20
James Athey, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments

Der Schnitt war tatsächlich der Beginn der Fed, die aufkeimende Krise zu bekämpfen. Es ist sinnvoll, sich daran zu erinnern, wie unvorbereitet wir damals für das waren, was passieren sollte. Die Fed hatte schnell ihre konventionellen Mittel verbraucht und machte innerhalb eines Jahres mit dem Einleiten des QE den Schritt in unkonventionelles geldpolitisches Terrain.

Während dessen waren viele Investoren völlig kurzsichtig in Bezug auf das, was im Gang war. Der Schnitt wurde von den Aktienmärkten bejubelt und der S&P schloss über 2,5 % im Plus. Und dies, obwohl die Kreditmärkte sich eine Woche zuvor festgefressen hatten. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass das, was eine Problem bei US Immobilienkrediten zu sein schien, etwas viel schlimmeres war.

Die US Wirtschaft ist heute zweifellos in einer besseren Verfassung, aber die Munition der Fed, um die Rezession zu bekämpfen, wurde seit der Krise nicht mehr erneuert. Ihre übertriebene Vorsicht bei der Umkehr ihres geldpolitischen Kurses begünstigt jene Art der Kredit-Akkumulation, welche für die letzte Krise so charakteristisch war. Die Ironie dabei ist, dass die Fed unabsichtlich die nächste Krise schüren könnte, gerade weil sie die Mittel, diese zu bekämpfen, nicht hat.