Ein Gefühl von Déjà-Vu

Risikoanlagen stiegen steil an, nachdem Präsident Draghi durchblicken liess, dass die EZB zu einer Verlängerung ihres quantitativen Lockerungsprogramms bei der Dezembersitzung bereit wäre.
27.10.2015 11:17
Philippe Ferreira, Head of Research Managed Account Platform, Lyxor Asset Management

Nach Jahren einer unkonventionellen Geldpolitik herrscht hier ein starkes Déjà-Vu-Gefühl. Es besteht dennoch Hoffnung, dass die erhöhte Risikobereitschaft nicht nur das Ergebnis der entgegenkommenden Zentralbankpolitik ist, deren marginale Renditen abnehmen könnten.

Die Flash-PMI-Indizes für den Euroraum lagen im Oktober sowohl beim verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor über den Erwartungen. Hinzu kommt, dass die EZB-Umfrage zum Kreditgeschäft eine weitere Verbesserung bei den Kreditbedingungen für Unternehmen erkennen lies. In den USA vermeldeten Unternehmen, die im optimistischen US-Verbrauchersektor tätig sind, wie z. B. Amazon und General Motors, über den Erwartungen liegende Gewinne. Die neue Wirtschaft ist ebenfalls gesund. So übertrafen Microsoft und Alphabet (Google) die Gewinnschätzungen.

Hedgefonds haben von diesem sich verbessernden Marktumfeld profitiert. Die meisten Strategien entwickelten sich während des Berichtszeitraums positiv und der Lyxor Hedge Fund Index ist im Begriff, sich nach dem Rückgang im dritten Quartal im Oktober wieder zu erholen. Seit Monatsbeginn weisen CTA aufgrund der Trendwende eine Underperformance auf (-2,8%), ereignisgesteuerte Positionen eine Outperformance (2,6%), die sich die Volatilitätsbedingungen entschärften (der VIX fiel erstmals seit zwei Monaten auf unter 15% zurück). Long-/Short-Aktien entwickeln sich ebenfalls gut, wobei long ausgerichtete Fondsmanager marktneutrale und variabel ausgerichtete Fonds übertreffen.

In den letzten Wochen haben wir bei mehreren Gelegenheiten unsere Ansicht bekräftigt, dass der Marktpessimismus übertrieben war und sich die Bedingungen verbessern würden. Im Rahmen dessen erklärten wir, dass sich ereignisgesteuerte Fondsmanager erholen und Global Macro-Manager CTAs übertreffen würden. Wir bleiben dabei und bekräftigen diese Ansicht erneut. Indessen freunden wir uns mehr mit europäischen Long-/Short-Schuldtiteln an, und im Long/Short-Aktienbereich bevorzugen wir Strategien mit weniger Direktionalität, da wir der Meinung sind, dass ein etwas gemässigter Optimismus angebracht ist.