Erfolgsmodell Familie

Langfristanleger schätzen Unternehmen mit nachhaltigem Erfolg, die sie im Depot «reifen» lassen können. In dieses Beuteschema passen Familienunternehmen, die sogar generationsübergreifend am Erfolg arbeiten. Daher könnte der Ansatz des Solactive Global Family Owned Companies TR Index, auf 50 besonders schwankungsarme Aktien global ausgewählter Familienunternehmen zu setzen, vielversprechend sein.
22.01.2016 15:30
Robin Lemann, Public Distribution Team Schweiz, UBS

Wussten Sie, dass viele international erfolgreiche Unternehmen von engagierten Familien geführt werden? John Davis, Professor an der US-Kaderschmiede Harvard Business School, geht sogar davon aus, dass Familienunternehmen weltweit eine volkswirtschaftlich hohe Bedeutung haben, die weithin unterschätzt werden dürfte. Davis berechnete, dass Familienbetriebe weltweit zwei Drittel aller Unternehmen ausmachen und für 70 bis 90 Prozent des weltweit erwirtschafteten Bruttoinlandprodukts verantwortlich sind.

Im Fokus renommierter Forscher

Auch die Universität St. Gallen beschäftigt sich intensiv mit dem Thema und unterhält hierfür eigens ein Forschungs- und Lehrzentrum. Die St. Galler Wirtschaftsforscher haben eine klare Vorstellung, was ein Familienunternehmen ausmacht. Sie unterscheiden zwischen Unternehmen mit und ohne Börsennotiz. Im ersten Fall müssen mindestens 32 Prozent der Stimmrechte in der Hand einer Familie liegen, um als Familienbetrieb durchzugehen. Bei Gesellschaften ohne Börsennotiz muss der Einfluss einer Familie sogar bei mindestens 50 Prozent liegen. In der Schweiz erfüllen unter anderem der Pharmariese Roche, der Logistikspezialist Kühne + Nagel sowie der Industrie- und Dienstleistungskonzern Schindler Holding diese Kriterien.

Big Player - fest in Familienhand

Auch in anderen Ländern sitzen internationale Grossunternehmen, die sich in fester Familienhand befinden. H&M aus Schweden, L´Oreal aus Frankreich oder Ford Motor, Hyatt Hotels und Wal-Mart aus den USA dürften den meisten ein Begriff sein. Auch der grösste Medienkonzern Europas, Axel Springer aus Deutschland wie auch Beiersdorf und Henkel gehören zum illustren Kreis Familien-geführter Unternehmen. Diese Auflistung klanghafter Namen stellt nur einen kurzen Auszug von den Familienunternehmen dar, die von den Forschern der Universität St. Gallen zusammen mit der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) Global Family Business Center of Excellence ausfindig gemacht wurden. Für eine bessere Übersichtlichkeit wurde der Global Family Business Index mit den 500 umsatzstärksten Familienunternehmen der Welt aus der Taufe gehoben.

Volkswirtschaftlich bedeutend

Zusammen sorgen die Indexmitglieder für einen durchschnittlichen jährlichen Umsatz von 6,5 Billionen US-Dollar. Demnach kommt jedes Unternehmen im Durchschnitt rein rechnerisch auf einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Viele Familienunternehmen sitzen in Europa und den USA. Doch der Erfolgsfaktor „Familie“ scheint im Wirtschaftsleben offensichtlich global und nicht erst seit gestern zu funktionieren. Denn einerseits gibt es auch prominente Beispiele aus Asien und Südamerika. Andererseits blicken die 500 Unternehmen im Global Family Business Index im Schnitt auf eine Firmenhistorie von 88 Jahren zurück.

Dem Erfolgsgeheimnis auf der Spur

Die Zahlen zeugen von einem langfristigen Geschäftsverlauf der im Global Family Business Index versammelten Unternehmen. Doch warum sind Familienunternehmen so erfolgreich? Natürlich fallen einem schnell die in einer Familie gelebten Qualitäten wie Vertrauen, Loyalität und Zusammenhalt ein, die auch in der Geschäftswelt einen hohen Stellenwert besitzen und die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit darstellen. EY wollte es genau wissen und befragte weltweit rund 1.000 der grössten und damit erfolgreichsten Familienbetriebe in mehr als 20 Ländern, um dem Erfolgsgeheimnis familiengeführter Unternehmen auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis der gross angelegten Studie wurde unter dem Namen „In harmony - Family business cohesion and profitability“ im Jahr 2014 veröffentlicht. Rund 45 Prozent der befragten Unternehmen gaben demnach an, eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 11 Prozent oder mehr pro Jahr zu erzielen.

Vorausschauend und der Familie verpflichtet

Einer der Unterschiede etablierter Unternehmerfamilien im Vergleich zu herkömmlichen Publikumsgesellschaften liegt wohl in der längerfristigen Perspektive. In Familienbetrieben können grosse Vermögenswerte über Jahre und sogar Generationen hinweg akkumuliert werden. Familienunternehmer achten dabei weniger auf die monetäre Kompensation ihrer unternehmerischen Verdienste während ihrer aktiven Schaffenszeit. Vielmehr fühlen sie sich auch nachkommenden Generationen verpflichtet, bleibende Werte zu hinterlassen. Daher konzentrieren sich viele der prosperierenden Familienunternehmen weniger auf Gewinnmaximierung, sondern legen grossen Wert auf Kapitalinvestitionen und den Ausbau der Mitarbeiterzahl, wie die von EY publizierten Umfrageergebnisse nahelegen. Trifft dieses Pflichtbewusstsein gegenüber der eigenen Familie auf ambitionierte Wachstumsziele, ergibt sich ein Mix, der ein besonders guter Nährboden für profitables Unternehmertum zu sein scheint.

Investierbarer Index

Der unternehmerische Horizont über mehrere Generationen hinweg dürfte besonders langfristig orientierte Anleger ansprechen. Allerdings stellt sich die Frage, wie in das Thema investiert werden kann. Schliesslich verfügen nur gut die Hälfte aller 500 Firmenunternehmen, die vom Center for Family Business der Universität St. Gallen für den schon beschriebenen Global Family Business Index ausgesucht werden, über eine Börsennotiz. Daher lancierte der Indexanbieter Solactive im September 2015 den Solactive Global Family Owned Companies Total Return Index. Für dieses Barometer selektiert das Indexkomitee aus dem globalen Universum der 500 Firmenunternehmen nur die Unternehmen, die alle Aufnahmekriterien erfüllen und eine Börsennotiz aufweisen.

Durchdachtes Indexkonzept

Für ein reibungsloses Investment ist ein liquider Börsenhandel notwendig. Daher müssen alle Indexmitglieder eine Marktkapitalisierung von mindestens 1 Milliarde US-Dollar und über die jeweils vergangenen drei Monate ein durchschnittliches, tägliches Handelsvolumen von mindestens 10 Millionen US-Dollar aufweisen. Alle Aktien und American Deposit Receipts (ADRs), die diese Kriterien erfüllen, werden in umgekehrter (inverser) Reihenfolge entsprechend ihrer historischen Kursvolatilität der vergangenen zwölf Monate geordnet. Die 50 Aktien mit der niedrigsten Volatilität bilden im Anschluss den Index. Um dauerhaft die Werte mit den geringsten Kursausschlägen zu vereinen, wird die Zusammensetzung alle drei Monate überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Gewichtung der Indexmitglieder richtet sich ebenfalls nach der inversen Volatilität.

Einfache und faire Investition

Eine kosteneffiziente Investition in den Solactive Global Family Owned Companies TR Index ist über UBSOpen End PERLES gleich in drei Währungen möglich: Denn der Index wird in Schweizer Franken (Symbol FAMCHU), US-Dollar (Symbol FAMUSU) und Euro (Symbol FAMEEU) berechnet. Etwaige netto Dividenden der Indexmitglieder werden jeweils reinvestiert. Alle drei Anlageprodukte sind nicht währungsgesichert, haben ein Bezugsverhältnis von 1:1 und weisen eine Managementgebühr von 0,75 Prozent p.a. auf.*

Weitere Informationen wie zum Beispiel die aktuelle Zusammensetzung des Solactive Global Family Owned Companies TR Index finden Sie unter: ubs.com/familienunternehmen

* Stand: 18.01.2015. Managementgebühr kann angepasst werden.

 

Solactive Global Family Owned Companies TR Index (USD) seit 01.2005

Quelle: Bloomberg, UBS / Zeitraum: 21.01.2005 bis 18.01.2016. Bei dieser Grafik handelt es sich vor dem 25.09.2015 um eine historische Rückbetrachtung des Solactive Global Family Owned Companies Index. Diese historischen Angaben sind keine verlässlichen Indikationen für zukünftige Wertentwicklungen.