Hedgefonds erweisen sich vor der Wahl als robust

Die Risikoscheu legte in den letzten Tagen vor dem US-Wahltag. Sowohl Aktien als auch Anleihen verzeichneten negative Renditen. Gleichzeitig weiteten sich die Kreditspreads aus und die Energierohstoffe gaben nach.
08.11.2016 14:21
Philippe Ferreira, Head of Research Managed Account Platform, Lyxor Asset Management

Für Hedgefonds war dieses Marktumfeld in Anbetracht der positiven Korrelation zwischen Aktien und Anleihen schwierig zu bewältigen. Doch insgesamt erwiesen sie sich als relativ robust. Der Lyxor Hedge Fund Index gab vergangene Woche um 1% nach. Langfristige CTAs erlitten aufgrund ihrer Long-Positionen in Aktien und in festverzinslichen Anlagen einen Verlust. Auch ihre Long-Positionen im Energiesektor waren nachteilig. Global-Macro-Manager verbuchten negative Renditen infolge ihrer Short-Positionen im EUR gegenüber dem USD. Angesichts des veränderten Tons der Bank of England ist ihre Short-Position im GBP gegenüber dem USD gefährdet. Denn es ist unwahrscheinlich, dass die Bank of England weitere expansive Massnahmen ergreift.

Insgesamt schrieben alle Hedgefondsstrategien in der letzten Woche rote Zahlen. Doch Fixed-Income-Arbitrage-Akteure zeichneten sich durch eine Outperformance aus. Die beste Performance der letzten Woche erzielte ein Relative-Value-Arbitrage-Manager im Bereich hypothekenbesicherter Wertpapiere.

Für die nächste Zeit halten wir an unseren Anlageempfehlungen fest, die sich gut entwickelt haben. Unsere Vorliebe für kurzfristige gegenüber langfristigen CTAs hat sich ausgezahlt. In ähnlicher Weise war unsere Präferenz für Merger Arbitrage gegenüber Special Situations im Event-Driven-Segment von Vorteil. Schliesslich hat sich unsere Übergewichtung in marktneutralen L/S Equity- und Relative-Value-/Fixed-Income-Arbitrage-Strategien als angemessen herausgestellt. Bei relativer Betrachtung bevorzugen wir Event-Driven gegenüber L/S Equity und bleiben bei Macro ebenso wie bei CTAs neutral.

Abgesehen vom Wahltag in den USA hat unserer Auffassung nach auch das Referendum in Italien Anfang Dezember das Potenzial, Nervosität an den Märkten herbeizuführen. Infolgedessen bleiben wir bei unseren Anlageempfehlungen für traditionelle und alternative Anlageklassen einstweilen defensiv und halten kurzfristig Ausschau nach attraktiven Einstiegspunkten, um das Risiko in den Portfolios zu erhöhen.