Illumina: Dem «Code des Lebens» auf der Spur

Ein neuer Trend schwappt über den grossen Teich: Ahnenforschung. Verschiedene Institute bieten mittels eines DNA-Abgleichs an, die eigene Familiengeschichte aufzuklären.
11.12.2018 11:00
Simon Przibylla, Director Public Solutions, Leonteq Securities AG

Während dies eher einer Art «genetischen Astrologie» gleicht, ist die tatsächliche Entschlüsselung des Erbguts eine wichtige Wissenschaft.

Die eigene DNA soll nämlich anzeigen, wie hoch beispielsweise das Risiko ist, an Krankheiten wie Diabetes oder Krebs zu erkranken. Ein wichtiger Punkt, denn laut der führenden Fachzeitschrift BMJ Quality & Safety werden jedes Jahr zwölf Millionen US-Bürger falsch diagnostiziert. Führend auf diesem Gebiet ist die 1998 gegründete Illumina. Mit 6‘200 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund drei Milliarden US-Dollar zählt die kalifornische Firma zwar zu den «Zwergen» im globalen Gesundheitsmarkt. Doch geht es um genetische Analysen, wird aus dem Winzling eine Riese. Das in San Diego beheimatete Unternehmen beschäftigt sich nämlich intensiv damit, den Code des Lebens zu knacken. Dazu werden Milliarden von menschlicher DNA sequenziert und analysiert. Die dafür nötigen Geräte und Dienstleistungen stammen aus dem Hause Illumina

Unangefochtener Marktführer

Im Eiltempo geht die Entwicklung der Analysetechnik von statten: Vor 15 Jahren kostete die Entschlüsselung eines einzigen menschlichen Erbguts noch drei Millionen Dollar, fünf Jahre später waren es 200‘000 Dollar und mittlerweile sind es nur noch 1‘000 Dollar. Bereits im vergangenen Jahr kündigte CEO Francis DeSouza an, dass Illumina die Kosten für eine vollständige Entschlüsselung der DNA in rund zwei Jahren auf 100 Dollar drücken wird. Möglich machen sollen dies neue Sequenzierungstechnologien. Dazu hat Illumina im vergangenen Jahr «NovaSeq» auf dem Markt gebracht und damit eine neue Ära im Diagnostik-Markt eingeläutet. Mit Hilfe dieser Innovation lässt sich eine DNA bis zu 70 Prozent schneller entschlüsseln als bisher – was letztendlich die Kosten drückt. Die vollautomatischen Maschinen von Illumina, die jeden einzelnen Baustein des menschlichen Genoms identifizieren können, erfreuen sich einer immer höheren Nachfrage. Beispielsweise erstatten die staatliche Krankenversicherung Medicare sowie das Gesundheitsfürsorgeprogramm Medicaid seit diesem Jahr Patienten die DNA-Sequenzierung. Der medizinische Anbieter Geisinger Health in Pennsylvania hat sogar damit begonnen, DNA-Tests in seine Routineversorgung aufzunehmen. Gut für Illumina, die bei der Genom-Kartierung mit einem Marktanteil von 90 Prozent weltweit führend sind. Hier geht es direkt zu Anlagelösungen passend zum Thema «Illumina: Dem «Code des Lebens» auf der Spur».

Umsatz der grössten Sequencing-Untenehmen weltweit in 2017

Steile Wachstumskurve

In den Geschäftszahlen des Unternehmens lässt sich die einzigartige Marktstellung ablesen. Seit Jahren erzielt das Unternehmen Rekordumsätze und -gewinne. So konnten sich die Erlöse seit 2012 mehr als verdreifachen. Illumina ist zudem auf dem besten Weg, 2018 weitere Spitzenwerte zu erreichen. Allein im abgelaufenen dritten Quartal erhöhten sich die Erlöse um ein Fünftel. Zudem wird das Unternehmen immer profitabler. Die Bruttomarge verbesserte sich um 2.5 Prozentpunkte auf 70 Prozent. Folglich legte auch der Reingewinn überproportional um 22 Prozent zu. Mit den Ergebnissen übertraf das in San Diego beheimatete Unternehmen die Markterwartungen.

Illumina verdient aber nicht nur mit seinen DNA-Maschinen, ein Grossteil der Geschäfte stammt aus dem Verkauf von speziellen Chemikalien. Diese werden benötigt, um die DNA zu extrahieren. Da dieser Stoff mit jedem Test verbraucht wird, erfreut sich das Unternehmen einer kontinuierlichen Nachfrage. So hat sich in den vergangenen Jahren der chemische Absatz von Illumina mehr als verdreifacht. Dies sorgt für einen konstanten Geldstrom. Betrug der Free-Cash-Flow vor zehn Jahren erst 47 Millionen US-Dollar, waren es 2017 stolze 565 Millionen US-Dollar.

Geldbringender Geschäftsmix

Für dieses Jahr geht das Unternehmen von einem Anstieg der Erlöse um ein Fünftel aus. Das Ergebnis je Aktie (EPS) soll zwischen 5.32 und 5.37 US-Dollar landen. Dies entspricht einem Plus von bis zu 9.1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Analystenkonsens geht davon aus, dass das Wachstum auch in den Folgejahren anhalten wird. Für 2019 wird ein EPS-Anstieg von knapp elf Prozent erwartet, 2020 sogar von 17 Prozent. Die operative Erfolgsstory von Illumina spiegelt sich auch in der Aktie wider. In den vergangenen zehn Jahren verdreizehnfachte sich der Nasdaq-Titel. Auch im holprigen Börsenjahr 2018 schneidet der Genforscher mit einem positiven Vorzeichen ab. Auf mehr als 40 Prozent summiert sich das Plus kurz vor Weihnachten.

Weltweiter Umsatz (Prognose) mit direct-to-consumer Gentests bis 2022

Mehr Informationen zum Thema «Illumina: Dem «Code des Lebens» auf der Spur» und aktuelle Anlagelösungen finden Sie auf unserer Webseite.