Lithium: Leichtmetall im Epizentrum eines Zukunftstrends

Der Autosektor setzt momentan voll auf das Thema E-Mobilität. Um ihre ehrgeizigen Wachstumspläne zu realisieren, sind die Hersteller auf den Rohstoff Lithium angewiesen.
09.05.2017 10:00
Robin Lemann, Public Distribution Team Schweiz, UBS

Im Umfeld des vorwiegend zur Energiespeicherung verwendeten Leichtmetalls gibt es somit einige aussichtsreiche Unternehmen und Aktien.

China ist in der Automobilbranche derzeit das Mass aller Dinge. Das Reich der Mitte ist für den Sektor längst der grösste Absatzmarkt. Jetzt forciert Peking die neuesten technologischen Trends – was auch und gerade für die E-Mobilität gilt. Einen Beleg für diese These brachte die jüngste Automesse in Shanghai. Bei dem Branchenschaulaufen in der Industriemetropole stand dieses Thema im Vordergrund. Rund 2'000 Aussteller präsentierten Ende April ihre neuesten Entwicklungen. Während der Messe liess die chinesische Führung mit ehrgeizigen Zielen aufhorchen: Bis 2025 soll jedes Fünfte verkaufte Auto batteriebetrieben oder mit Hybridmotor ausgestattet sein. Bereits ab dem kommenden Jahr müssen die Hersteller in punkto  Elektroauto-Produktion bestimmte Quoten erfüllen oder anderen Unternehmen Kreditpunkte abkaufen. Chinas Regierung reagiert mit diesen Plänen zum einen auf den Smog in den Grossstädten. Gleichzeitig sollen sich die heimischen Autobauer auf dem internationalen Markt etablieren. 

Deutlich steigender Lithium-Bedarf

Die E-Mobilität ist fest mit dem Rohstoff Lithium verbunden. Wegen seiner besonderen Speicherqualitäten kommt das Leichtmetall vorwiegend in der Energiespeicherung zum Einsatz. Lithium-Ionen-Akkus haben sich rasend schnell vom Nischenprodukt zum Verkaufsschlager entwickelt. Seien es Laptops, Smartphones, Tablets oder eben Elektroautos – der moderne Mensch kommt an diesem Rohstoff kaum mehr vorbei. Entsprechend positiv fallen die Wachstumsprognosen aus. Nach Angaben des australischen Bergbauunternehmens Dakota Minerals betrug die weltweite Lithium-Nachfrage im Jahr 2015 rund 160'000 Tonnen. Bis 2025 soll das Marktvolumen auf 500'000 Tonnen anwachsen. Damit liegt die erwartete jährliche Steigerungsrate bei durchschnittlich 12 Prozent.

Als einen zentralen Wachstumstreiber sehen die Experten die Batterietechnik. Hier könnte der jährliche Bedarf im Prognosezeitraum um durchschnittlich bis zu 15 Prozent steigen. Ein ähnliches Szenario publiziert das US-Unternehmen Albemarle in einer aktuellen Investorenpräsentation. Der Chemiekonzern, zu dessen Hauptprodukten Lithiumcarbonat zählt, verweist auf die Entwicklung in der Automobilindustrie. In der Tat forciert nicht nur China die Entwicklung von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Auch die grossen Autokonzerne aus Europa und den USA arbeiten eifrig an dem Trend. Beispielsweise hat sich BMW vorgenommen, dass 2025 E-Modelle und Plug-in-Hybride 15 bis 25 Prozent des Konzernabsatzes ausmachen. 2016 lag diese Quote gerade einmal bei rund 2.6 Prozent. Derweil möchte der Konkurrent Ford 4.5 Milliarden US-Dollar in elektrische Fahrzeuge investieren und bis 2025 ganze 13 neue Modelle auf den Markt bringen.

Tesla - Pionier mit Tatendrang

An der Spitze dieser technischen Revolution steht Tesla. Der E-Mobilitäts-Pionier arbeitet daran, mit dem neuen Model 3 in die Massenproduktion einzusteigen. CEO Elon Musk möchte im kommenden Jahr insgesamt eine halbe Million Fahrzeuge produzieren. Bis 2020 soll sich diese Zahl verdoppeln. Damit ist der Tatendrang des Unternehmenschefs längst nicht gestillt. Vor kurzem kündigte Musk via Twitter für September die Vorstellung eines Tesla-Sattelschleppers an. Offenbar kommt die Gangart des Unternehmens bei Investoren an. Vor kurzem kletterte die Tesla-Aktie erstmals über die Marke von 300 US-Dollar. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 50 Milliarden Dollar rangiert der erst seit Mitte 2010 an der Technologiebörse NASDAQ kotierte Titel nur noch knapp hinter dem traditionsreichen Autokonzern General Motors (GM).

Die jüngsten Avancen bei Tesla sind kein Indikator dafür, dass es auch in Zukunft mit dem Kurs nach oben geht. Zumal sowohl aus technologischer Sicht als auch beim Absatz jederzeit Enttäuschungen möglich sind. Vor diesem Hintergrund könnte jedoch in einem derartigen Zukunftsfeld eine diversifizierte Positionierung interessant sein. Genau hier setzt ein von UBS konzipierter Lithium-Basket an. In diesem Aktienkorb sind zehn globale Unternehmen enthalten, die von einem Lithiumpreisanstieg profitieren dürften.

Diversifizierte Auswahl

Natürlich darf Tesla hier nicht fehlen. Zumal das kalifornische Unternehmen mittlerweile selbst im grossen Stil in die Produktion von Batteriezellen eingestiegen ist. Mit Albemarle und FMC sind zwei US-Chemiekonzerne in dem Aktienkorb enthalten. Als vierter Wall Street-Titel kommt EnerSys hinzu. Die in Pennsylvania beheimatete Gesellschaft bezeichnet sich selbst als weltgrösster Hersteller von industriellen Batterien. Neben dem US-Quartett ist der chilenische Lithium-Produzent SQM als weiterer Vertreter des amerikanischen Kontinents im Basket enthalten. Die restlichen fünf Bestandteile der Auswahl kommen aus Asien. Dazu zählen die Elektronikriesen Samsung und Panasonic genau so, wie die chinesische BYD – der eigentlich aus dem Batteriesegment stammende Konzern ist seit 2003 als Hersteller von Elektroautos aktiv.  Kein Wunder also, dass BYD auch bei der Shanghai Automesse vor Ort war. Bereits zwei Tage vor Beginn der Ausstellung präsentierte das Unternehmen an einer Gala mit 2'000 Besuchern die neuesten Elektro- und Hybridmodelle.

Anleger können sich die komplette Auswahl mit einem Tracker-Zertifikat (Valor: 36260258, SIX-Symbol: LITHIU) in ihr Portfolio holen. Das an der SIX kotierte Produkt bildet die Wertentwicklung des Lithium-Baskets unmittelbar ab. Da die Laufzeit erst im April 2024 endet, sollte ausreichend Zeit bleiben, damit der zugrunde liegende Zukunftstrend seine Wirkung entfalten kann.