Renditemonitor: Systematisch auserlesene Barrier Reverse Convertibles

Barrier Reverse Convertibles (BRC) zählen im Schweizer Markt für Strukturierte Produkte zu den Klassikern. Gerade im aktuellen Tiefzinsumfeld bieten sie eine attraktive Anlagealternative. Der monatlich veröffentlichte Renditemonitor unterstützt Anleger bei der Suche nach aussichtsreichen BRCs.
07.03.2016 12:00
Dominik Gottet, Public Distribution, UBS Investment Bank

Vor kurzem legte der Schweizerische Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) einen neuen Marktreport vor. Die an der Erhebung teilnehmenden Emittenten verzeichneten 2015 mit Strukturierten Produkten einen Umsatz von zusammen rund 235,1 Milliarden Franken. In der Publikation wird die Bedeutung von Barrier Reverse Convertibles deutlich: Gemessen am Umsatz bleibt der BRC das beliebteste Strukturierte Produkt der Schweizer Anleger.

Alternative im Tiefzinsumfeld

Der BRC punktet bei vielen Anlegern mit einem obligationenähnlichen Auszahlungsprofil. Im Mittelpunkt steht der garantierte Coupon, welcher unabhängig vom Verlauf des Basiswertes zur Auszahlung kommt. In der Regel übertrifft die Ausschüttung die am Anleihenmarkt erzielbaren Konditionen deutlich. Derweil besteht für das Nominal ein bedingter Kapitalschutz. Die vollständige Rückzahlung ist – abgesehen vom Emittentenrisiko – sicher, solange während der Laufzeit kein Basiswert auf oder unter die Barriere fällt. Kommt es zu einer Schwellenverletzung, erlischt der Absicherungsmechanismus. In diesem Fall ist die Anlage meist dem Kursrisiko des schwächsten Basiswertes ausgesetzt. Um das vollständige Nominal zurückzuerhalten, muss der „Worst Performer“ zum Verfall auf oder über dem Anfangskurs zu finden sein. Geht dieses Kalkül nicht auf, drohen Abschläge bei der Tilgung – selbst ein Totalverlust ist nicht ausgeschlossen.

Naturgemäss nehmen mehrere Faktoren Einfluss auf das Chancen-Risiko-Profil eines BRC. Von zentraler Bedeutung ist die im Markt momentan erwartete Kursschwankungsbreite. Faktisch agiert der Anleger als Verkäufer von impliziter Volatilität – im Fachjargon spricht man hier von einer Schreiberstrategie. Besonders attraktive Konditionen sind daher möglich, sobald die Kurse relativ stark ausschlagen. Aus gutem Grund: In hektischen Börsenphasen steigt das Risiko einer Schwellenverletzung. Diese Gefahr wird über einen höheren Coupon, respektive mehr Risikopuffer, abgegolten.

Bekanntlich nahmen die Turbulenzen an den Märkten in den ersten beiden Monaten des Jahres 2016 deutlich zu. Folgerichtig zog die implizite Volatilität an. Doch nicht nur diese Tatsache spricht im aktuellen Umfeld für den BRC. Interessant macht diese Struktur auch die an sie geknüpfte Markterwartung: Ein seitwärts tendierender oder leicht steigender Basiswert reicht, um die Maximalrendite zu erzielen. Insofern können sich Anleger derzeit  das erhöhte Volatilitätsniveau zunutze machen und gleichzeitig auf eine Stabilisierung der Aktienkurse setzen. Wer dabei bereit ist, ein teilgeschütztes Risiko in Kauf zu nehmen, stösst in einem notorischen Tiefzinsumfeld auf attraktive Alternativen.

Attraktive BRCs auf einen Blick

Allerdings haben Anleger regelrecht die „Qual der Wahl“. An der SIX Structured Products Exchange waren per Ende Februar 2016 annähernd 7'500 BRCs kotiert. Um Anlegern die Suche nach dem passenden Instrument zu erleichtern, hat UBS einen Renditemonitor aufgesetzt, der systematisch auserlesene Produkte mit interessanten Konditionen aufzeigt. Zum generellen Fundus der regelmässigen Auswertung zählen sämtliche an der SIX kotierten BRCs von UBS. In Frage kommen dabei nur Varianten, deren Restlaufzeit mindestens drei Monate beträgt und bei denen es nicht zu einer Barriereverletzung gekommen ist. Der Renditemonitor ist in drei Kategorien unterteilt.

Attraktive Seitwärtsrenditen

Eine Rubrik umfasst BRCs mit einer attraktiven Seitwärtsrendite. Konkret stossen Anleger hier auf Produkte, welche die Chance auf einen Ertrag von mindestens 20 Prozent p.a. mitbringen. Gleichzeitig müssen sämtliche Basiswerte noch einen Barriereabstand von mehr als 15 Prozent aufweisen. Diese beiden Kriterien erfüllte per Anfang Monat beispielsweise ein auf den DAX, Nikkei 225 und S&P 500 basierender BRC (Symbol: KICQL). Anleger, die dem prominenten Index-Trio bis zum Verfalltermin am 3. April 2017 eine stabile Entwicklung zutrauen, können mit dem auf Franken lautenden Produkt eine Seitwärtsrendite von 20,1 Prozent p.a. generieren. Selbst der DAX verfügte als aktueller „Worst Performer“ zum Stichtag über einen Risikopuffer von 18,7 Prozent. Tabelle 1 zeigt die aktuellen Produkte der Kategorie „Attraktive Seitwärtsrendite“:

Tabelle 1: Attraktive Seitwärtsrenditen im aktuellen Renditemonitor

(Quelle: UBS KeyInvest Renditemonitor, 7. März 2016)

Hoher Barriereabstand

Die zweite Kategorie "Hoher Barriereabstand" gibt sich damit nicht zufrieden. Vielmehr müssen die Basiswerte über ein Polster von mehr als 40 Prozent verfügen. Zwar kann diese Vorgabe zu Lasten der Renditechance gehen. Gleichwohl stossen sicherheitsbewusste Anleger auch hier auf attraktive Produkte. Ein Beispiel: Barrick Gold, Goldcorp und Newmont Mining bilden die Grundlage für einen Anfang Juli 2017 fälligen BRC (Symbol: KICVW). Obwohl Goldcorp seit der Emission im vergangenen Juni moderat nachgab, beträgt der Barriereabstand bei diesem Basiswert immer noch 47,5 Prozent. Die beiden anderen Minenaktien zeigen sogar Puffer von 55,7 Prozent (Newmont Mining), respektive 61,9 Prozent (Barrick Gold). Trotz des vergleichsweise hohen Sicherheitsniveaus beläuft sich die annualisierte Seitwärtsrendite auf 14,4 Prozent. Tabelle 2 zeigt die aktuellen Produkte der Kategorie „Hoher Barriereabstand“:

Tabelle 2: Hoher Barriereabstand im aktuellen Renditemonitor


(Quelle: UBS KeyInvest Renditemonitor, 7. März 2016)

Basiswerte mit Kaufempfehlung

Nicht allein die Produktkonditionen, sondern insbesondere auch die Ratings von UBS CIO WM sind für die dritte Kategorie massgeblich. In dieser Rubrik sind ausschliesslich BRCs enthalten, deren Basiswerte die Analysten mit „Buy“ bewerten. Beispielsweise heben die Experten von UBS CIO WM derzeit bei Alphabet, Apple und Microsoft den Daumen. Als Basiswerte eines in US-Dollar denominierten BRC (Symbol: KAABDU) machen die drei Technologieriesen eine Seitwärtsrendite von 10,7 Prozent p.a möglich. Diese Chance geht mit Barriereabständen von 46,2 Prozent (Apple) und mehr einher. Tabelle 3 zeigt die aktuellen Produkte der Kategorie „UBS Research: Basiswerte mit Kaufempfehlung“:

Tabelle 3: Basiswerte mit Kaufempfehlung durch UBS CIO WM im aktuellen Renditemonitor


(Quelle: UBS KeyInvest Renditemonitor, 7. März 2016)

Der Renditemonitor wird monatlich jeweils am dritten Dienstag im Rahmen der KeyInvest Product News versendet. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung für den Newsletter finden Sie unter ubs.com/renditemonitor.