Robustes Schwellenland-Trio

Schwellenländer sorgen an den globalen Finanzmärkten seit einigen Monaten für Negativschlagzeilen. Doch Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland. Alexander S. Friedman, Chief Investment Officer bei UBS Wealth Management, erkennt klare Unterschiede.
25.03.2014 16:02
Robin Lemann, Public Distribution Team Schweiz, UBS

Mit dem differenzierten Blick lassen sich drei Schwellenländer definieren, deren Volkswirtschaften sich in der aktuellen Situation verhältnismässig robust zeigen: China, Mexiko und Südkorea. Auf Aktien genau dieses Ländertrios setzen UBS PERLES Plus (Symbol EMERG), die noch bis zum 2. April 2014 gezeichnet werden können. (Stand: 24.03.2014)*

Schwellenländer hatten in den vergangenen Monaten mit deutlichen Mittelabflüssen zu kämpfen. UBS CIO WM Research errechnete, dass ETFs, also börsengehandelte Fonds, die in Schwellenländer investiert sind, allein im Januar 2014 Kapitalabflüsse von rund 10 Milliarden US-Dollar verkraften mussten. Dieser Trend hält schon länger an, wie folgender Performance-Vergleich zeigt: In 2013 konnten die Leitbörsen gemessen am MSCI World Index mit einem Plus von mehr als 20 Prozent kräftig zulegen. Aktien in Schwellenländern mussten hingegen deutliche Kursverluste hinnehmen. So gab beispielsweise der MSCI Emerging Markets Index im Betrachtungszeitraum um knapp fünf Prozent nach. Diesen Trend führt Friedman auch auf sich häufende Anzeichen einer Erholung der Weltkonjunktur von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zurück. Die US-Wirtschaft zum Beispiel kam im Schlussquartal 2013 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,7 Prozent voran, wie das Bureau of Economic Analysis berechnete. Gleichzeitig wies die Eurozone gemäss Erhebungen von Eurostat nach fast zwei Jahren erstmals wieder ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent aus. (Stand: 24.03.2014, Quelle: Bloomberg)*

Umgeleitete Kapitalströme

Anleger in den Industrieländern besinnen sich daher vermehrt auf die Stärken ihrer Heimatmärkte. Sie überdenken ihre teils aggressive Renditejagd in Schwellenländern, zumal sich das Wirtschaftswachstum in vielen Schwellenländern unerwartet stark abgeschwächt hat. Verstärkt wird dieser Wandel durch die Drosselung der allgemein lockeren Geldpolitik in den Industrieländern. Seit Januar 2014 reduziert zum Beispiel die US-Notenbank Fed das Volumen ihrer Anleihenkäufe. Das schürt die Erwartung auf baldige Zinserhöhungen. Janet Yellen bekräftigt die neue Gangart bei ihrer ersten Offenmarktsitzung als neue Fed-Chefin Ende März 2014, als sie das monatliche Volumen für Anleihenkäufe von 65 auf 55 Milliarden US-Dollar kürzte. (Stand: 24.03.2014)*

Steigende Renditeerwartungen gepaart mit abnehmenden Risiken in den Industrieländern treffen insbesondere Schwellenländer, die auf ausländische Finanzmittel angewiesen sind. Denn das einst investierte Kapital wird derzeit abgezogen, um anderweitig investiert zu werden. In einer Art Gesamthaft litten auch Aktien von widerstandsfähigen Schwellenländern unter der negativen Stimmung. Für Anleger, die selektiv vorgehen, können sich dadurch interessante Einstiegschancen ergeben. (Stand: 24.03.2014)*

China mit Sonderrolle

Als mögliches Anlageziel ist China sicherlich nicht zu vernachlässigen. Volkswirtschaftlich spielt das Land in einer eigenen Liga: Die Volksrepublik ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt per Ende 2013, nach den USA die weltweit zweitgrösste Wirtschaftsnation. Aufgrund der bedeutenden internationalen Handelsbeziehungen lässt sich salopp formulieren: Wenn China hustet, bekommt die Weltwirtschaft einen Schnupfen. Zudem verfügt China über gewaltige Devisenreserven, so dass ein möglicher Liquiditätsengpass für eine gewisse Zeit durch staatliche Interventionen überbrückt werden kann. (Stand: 24.03.2014)

Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland

Tatsächlich sind diejenigen Schwellenländer am stärksten von Kapitalabflüssen betroffen, die sowohl ein Haushalts- als auch ein Leistungsbilanzdefizit aufweisen. Diese Länder haben gleich mit zwei Problemen zu kämpfen: Einerseits benötigt der Staat Finanzierungsmittel, andererseits stammt das zur Verfügung gestellte Kapital überwiegend aus dem Ausland. Das Kapital aus dem Ausland kann allerdings als so genanntes „Hot Money“ rasch wieder abgezogen werden. Exakt das passiert derzeit in gewissen Schwellenländern. Daher unterteilt UBS-Analyst Friedman im UBS CIO Monthly Letter (vom 20. Februar 2014) Schwellenländer neben China in zwei weitere Gruppen: in fragile und in robuste Schwellenländer. Dabei bieten eben diese robusten Schwellenländer nach Meinung der UBS-Experten momentan attraktive Einstiegschancen. (Stand: 24.03.2014)

Die fragile Gruppe besteht aus Doppeldefizit-Ländern wie Indien, Indonesien, Türkei, Brasilien und Südafrika. Diese Länder sind in hohem Masse von ausländischen Finanzmitteln abhängig. Nach Friedmans Ansicht sind jedoch selbst diese fragilen Schwellenländer heute besser in der Lage, geringe Kapitalabflüsse zu überstehen, als noch in den 1990er Jahren, als von Schwellenländern gleich zwei Krisen hervorgingen. Somit dürfte die Ansteckungsgefahr für eine neue Krise vermindert sein. (Stand: 24.03.2014)

Fokus auf robuste Schwellenländer

Robuste Schwellenländer weisen gemäss Friedman, der sich zu diesem Thema auch beim Interview mit Bloomberg TV äussert, folgende drei Eigenschaften auf: Erstens sind diese reformwillig. Zweitens sind sie gegen Kapitalabflüsse vergleichsweise widerstandsfähig. Drittens weisen die jeweiligen Aktienmärkte eine vernünftige Bewertung auf. Anleger sollten sich daher auf Länder konzentrieren, die diese drei Kriterien erfüllen. Dazu zählt Friedman unter anderen Mexiko und Südkorea. Diese beiden Länder sind zwar volkswirtschaftlich kleiner und wachsen langsamer als China. Allerdings ist das Wachstum nicht sehr auf Finanzierungsmittel aus dem Ausland angewiesen, wie das in der fragilen Gruppe der Fall ist, so der UBS-Experte. An sich zählt Friedman auch Russland zur robusten Gruppe. Doch mit der Zuspitzung der Krim-Krise und den drohenden Sanktionen vonseiten des Westens hat sich der wirtschaftliche Ausblick für Russland zuletzt deutlich eingetrübt. (Stand: 24.03.2014)

Mexiko: Mehr als nur touristisch attraktiv

Mexiko setzt konsequent Wirtschaftsreformen um und gewinnt damit zusehends das Vertrauen der Finanzmärkte. Die US-Ratingagentur Moody's honorierte diesen Umstand Anfang Februar 2014 mit einer Hochstufung der Kreditwürdigkeit des Landes in den Investmentgrade-Bereich von Baa1 auf A3. Die kürzlich beschlossenen Gesetzesänderungen, die vor allem den Telekommunikations- und Energiesektor neu ordnen sollen, könnten demnach das Wachstumspotenzial Mexikos stärken. Die Bonitätsaufwertung sichert dem Schwellenland Zugang zu günstigeren Refinanzierungen als bisher. Zudem liegt Mexiko vor der Haustür der USA, was Investitionen aus dem Norden anzieht. Nach Berechnungen des US Census Bureau des US-Handelsministeriums konnten sich die Warenexporte Mexikos in die USA von 2003 bis 2013 auf 280,46 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln. Inklusive des seit Dezember 1992 bestehenden NAFTA-Freihandelsabkommens mit den USA und Kanada unterhält Mexiko zwölf Freihandelszonen, die insgesamt 44 Länder umfassen. Damit gehört Mexiko zu den offensten Handelsnationen weltweit. (Stand: 24.03.2014)

Südkorea: Tigerstaat im Sprung zur Industrienation

Südkorea zählt seit den 1980er Jahren zu den asiatischen Tigerstaaten. Das strategisch günstig zwischen China und Japan gelegene Land profitiert vom wirtschaftlichen Wachstumspotential der Region. Streng genommen kann Südkorea nicht mehr in allen Belangen als Schwellenland angesehen werden. Besonders die High-Tech-Industrie und die Autobranche glänzen mit hoher Innovationskraft. Produkte von Unternehmen wie LG, Samsung Electronics, Hyundai oder Kia werden weltweit geschätzt und gekauft. Im Vergleich zu sonstigen Schwellenländern ist zudem das Bevölkerungswachstum gering. Das jährlich pro Kopf erwirtschaftete BIP mit umgerechnet mehr als 30.000 US-Dollar ist höher als in mancher Industrienation. (Stand: 24.03.2014)

Produktidee mit grosszügigem Sicherheitspuffer

An diesem Punkt stellt sich die Frage, wie Anleger sich in der aktuellen Situation konkret positionieren können, um am Potential ausgewählter Schwellenländer zu partizipieren. Dabei kann Russland als Warnhinweis dienen, dass sich die Situation in Schwellenländern schnell ändern kann. Daher ist es wohl kein Fehler, wenn Anleger bei einem Engagement in Schwellenländern besondere Vorsicht walten lassen. Ein grosszügiger Sicherheitspuffer, wie ihn beispielsweise die PERLES Plus (Symbol EMERG) bieten, kann bis zu einem gewissen Grad vor möglichen Kursverlusten schützen. Das Produkt bezieht sich auf drei Basiswerte, um die Aktienmärkte Chinas, Mexikos und Südkoreas abzubilden: Während der Hang Seng China Enterprise IndexTM den chinesischen Aktienmarkt und der KOSPITM 200 Index südkoreanische Aktien repräsentiert, fliessen mexikanische Aktien über den iShares MSCITM Mexico Capped Index Fund ein.

Sinnvoller Teilschutz per Barriere

Für jeden dieser drei Basiswerte wird direkt nach der Zeichnungsfrist der so genannte Kick-Out Level fixiert – und zwar bei indikativ 50 bis 55 Prozent des dann jeweils aktuellen Kurses. Sofern alle drei Basiswerte während der Laufzeit stets über ihrer individuell fixierten Barriere bleiben, erfolgt am Verfalltag eine Tilgung zum Strike Level von 1.000 Franken zuzüglich eines möglichen Kursgewinns des anfänglich gleich gewichteten Korbs der drei Basiswerte (vom jeweiligen Emissionskursniveau aus). Mit anderen Worten: Sofern es während der dreijährigen Laufzeit nie zu einem Barrierebruch kommt, erhalten Anleger per Verfall mindestens das bei Emission investierte Kapital zurück und halten sich gleichzeitig die Chance offen, an Aktienkursgewinnen der drei ausgesuchten Schwellenländer seit Lancierung unbegrenzt an Performance teilzuhaben.

Hält der anfängliche Sicherheitspuffer jedoch nicht und fällt einer der drei Basiswerte während der Laufzeit einmal auf oder unter seine Barriere, kommt es per Verfall zur Tilgung im Gegenwert des Korbmitglieds mit der schlechtesten Performance seit Emission. Dabei wird das jeweilige Bezugsverhältnis berücksichtigt. In diesem Fall sind Verluste auf das eingesetzte Kapital zum Laufzeitende möglich. Eine zusätzlich eingebaute Quanto-Währungsabsicherung bewirkt, dass die einzelnen Länderwährungen keinen Einfluss auf den CHF-Wert des Zertifikats haben.

Aktienindizes des ausgewählten Ländertrios China, Mexiko und Korea*

Der Chart zeigt die – in Schweizer Franken umgerechnete und auf 100 normierte – Wertentwicklung der drei Basiswerte, die den UBS PERLES Plus (CHF Quanto) zugrunde liegen. Dabei repräsentiert der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEITM) China, der iShares MSCITM Mexico Capped Index Fund Mexiko und der KOSPITM 200 Index schliesslich Korea. (Stand: 24.03.2014, Quelle: Bloomberg)

* Vergangene Wertentwicklungen sind keine Indikation für künftige Wertentwicklungen.