Smarte Autos in einer vernetzten Welt

Intelligente Autos fungieren als mobile Endgeräte des Internets und schaffen über mehr Sicherheit, Komfort und Entertainment ein neues Fahrerlebnis. Anleger können via Fonds an diesem aussichtsreichen Trend teilhaben.
07.09.2015 10:24
Eric Blattmann, Leiter Public Distribution Financial Products Zürich, Bank Vontobel AG

Angesichts verstopfter Strassen und anhaltender Verstädterung können internetbasierte Funktionen die Sicherheit im Strassenverkehr verbessern und uns die Fortbewegung angenehmer machen. Autofahren als Kundenerlebnis – so preisen es viele Autobauer zwar schon seit Langem, doch scheint sich die Bedeutung des Begriffes endgültig bewahrheitet zu haben. Vernetzte Autos sind beliebt, denn der Kunde kann nun mit allem verbunden werden, was ihm wichtig ist – und das ist nicht nur das Auto. Autobauer versprechen einen noch besseren Komfort – zum Beispiel durch (teil-)autonomes Fahren –, Informationsübermittlung kombiniert mit Unterhaltung sowie intelligente Entertainment-Angebote. Das weltweite Marktpotenzial der zweckbasierten Internetlösungen für den Individualverkehr ist gross (Grafik 1), um eine Zukunftsvision handelt es sich schon lange nicht mehr. «Connected Car»-Services könnten bis 2020 Erlöse von bis zu 152 Milliarden Dollar generieren (BI Intelligence; März 2015).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«Neu ist, was Ihr Leben besser macht»

Lenken, Bremsen, Beschleunigen – das Auto kann den Fahrer dabei unterstützen oder sogar «davon befreien». Ein eingebauter Chauffeur macht die motorisierte Fortbewegung nicht nur sicherer, sondern auch effizienter und bequemer; «Komfort» heisst die Devise. Da bis 2020 jedes fünfte Fahrzeug mit dem Internet verbunden sein wird (Grafik 2) und Autofahrer im Schnitt 50 Minuten pro Tag in ihrem Wagen verbringen, sollte man reine Entertainmentlösungen nicht vernachlässigen. So dürften Musikdienste oder Touristikinformationssysteme ein lukratives Geschäftsfeld werden. Ein bekannter Autobauer bringt die Idee in seinem «Think New»-Slogan auf den Punkt: «Neu ist, was Ihr Leben besser macht.» Und so dreht sich alles um den immensen Zusatznutzen, den die neuen Technologien stiften. Umfrageergebnissen der Strategieberatung LSP Digital zufolge ist die Vernetzung sogar zu einem wichtigen Kriterium beim Autokauf geworden. Eine im April 2015 durchgeführte deutsche Umfrage hat ergeben, dass 67 % der Teilnehmer sogar bereit wären, je nach angebotenen Vernetzungsfunktionen die Automarke zu wechseln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spezialisierte Zulieferer: Basis für Erfolg

Massgeblich für den Markterfolg eines vernetzten Autos ist die Nutzenstiftung von Innovationen. Autobauer produzieren die Vernetzungsdienste in der Regel nicht selbst und sind daher auf hoch spezialisierte Partner mit herausragender Expertise angewiesen. Bei den Lieferanten der gefragten Lösungen handelt es sich vielfach um namhafte Unternehmen, die sich erfolgreich im lukrativen Segment positioniert haben. Hinzugekommen sind auch Technologiefirmen, also Spezialisten mit Fokus auf die Autovernetzung. Da Automobilzulieferer dem Konnektivitätstrend am stärksten ausgesetzt sind, dürften sie auch am ehesten von der Marktdynamik profitieren. Continental ist das Paradebeispiel eines «alteingesessenen» Automobilzulieferers: Bekannt geworden ist das DAX®-Mitglied eigentlich wegen seiner Weichgummiprodukte – insbesondere der Reifen. Der deutsche Zulieferer hat sich aber nicht nur deshalb zum weltweiten Marktführer entwickelt. Laut eigener Aussage erforscht Continental die Zukunftsfragen der Mobilität und entwickelt Lösungen für die Autovernetzung entlang aller gefragten Belange. Ein erheblicher Teil des Umsatz stammt daraus (Continental; Juni 2015).

Es gibt aber auch kleinere Nischenplayer, die sich im Segment tummeln – die Platzhirsche scheint dies angesichts des immensen Marktpotenzials nicht  zu stören. Im Gegenteil, sie profitieren von ihnen – und treten bei den spezialisierten Software-Entwicklern als Kunden auf. Nischenplayer als Zulieferer der Zulieferer? Eine gute Strategie, um einen nicht unbedeutenden Teil des Kuchens zu ergattern. So wie Mobileye: Das Unternehmen mit Sitz in Jerusalem hat mit Innovationen wie Mono-Optik, System-on-Chip-Lösungen und Computer-Vision-Algorithmen von sich reden gemacht und ist schon seit ein paar Jahren unangefochtener Weltmarktführer in der Entwicklung von Fahrassistenz-Systemen. Mobileye liefert Lösungen an Zulieferer wie Autoliv, Delphi und Magna und auch die namhaften Autobauer selbst – darunter BMW, Volvo, General Motors und Hyundai – zählen zu seinen guten Kunden. Das Geheimrezept des israelischen Softwarespezialisten? Mobileye konzentriert sich auf seine Kernnische, das ist die «Entwicklung von Kollisionswarnsystemen» (PWC, Mobileye; 2015).

«Vernetzt» investieren

Für Anleger, die am potenziell weitergehenden Aufwind der Autovernetzung teilhaben und in entsprechende Unternehmen investieren möchten, wurde der global ausgerichteter Solactive Smart Cars Performance-Index konzipiert. In ihm enthalten sind bis zu 20 internationale Unternehmen aus den Bereichen Automobilzulieferer und Technologie. Deren Geschäftsmodell basiert auf der Herstellung von Technologien für die Automobilindustrie mit dem Zweck, Fahrsicherheit und -komfort zu verbessern und intelligente Infotainment- sowie Entertainmentangebote während der Fahrt zur Verfügung zu stellen. Angepasst wird der Solactive Smart Cars Performance-Index jährlich und Anleger können über ein VONCERT (Partizipations-Zertifikat) in ihn investieren.

Weitere Informationen zu diesem Produkt und die Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben finden Sie hier.