Zwischenhochs im Rohöl-Preis absichern

Wirtschaftlicher Erfolg ist eng mit technologischem Fortschritt verknüpft. Dabei spielen disruptive Technologien eine Schlüsselrolle. Denn sie stellen alles bislang Dagewesene auf den Kopf und zwingen dem Markt ihre eigenen Regeln auf. Die Technologietreiber bieten oftmals ein explosives Wachstumspotenzial, das vorausblickende Investoren ansprechen dürfte.
08.06.2016 11:50
Jérôme Allet, Equity Derivatives Sales Schweiz, UBS

Für viele Rohstoffanalysten und -strategen sind die Publikationen der U.S. Energy Information Administration (EIA) eine Pflichtlektüre. Zum umfangreichen Fundus der am Energieministerium in Washington angesiedelten Statistik- und Analysebehörde zählt der «Short Term Energy Outlook». Einmal pro Monat präsentiert die EIA darin Informationen, die sowohl für die Weltwirtschaft als auch die internationalen Kapitalmärkte von grosser Bedeutung sind. Wobei sich an einer zentralen Aussage des Reports seit längerem wenig geändert hat: Der globale Rohöl-Markt ist von einer deutlichen Überversorgung geprägt.

Im ersten Quartal 2016 lag die tägliche Produktion von flüssigen Brenn- und Treibstoffen weltweit im Schnitt bei 95,47 Millionen Barrel. Der globale Verbrauch hinkte dieser Menge um 1,33 Millionen Barrel hinterher. Laut EIA verzeichnete der Markt damit das 9. Quartal in Folge einen Überschuss. Wenig überraschend geht diese Entwicklung mit einem enormen Lageraufbau einher. Vielerorts sind die Tanks mittlerweile zum Bersten gefüllt. Auf dem Gebiet der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erreichten die kommerziellen Rohöl-Vorräte nach Angaben der EIA im März 2016 einen Rekordwert von 3,056 Milliarden Barrel - innert zwölf Monaten nahmen die Bestände damit um mehr als neun Prozent zu.

Kräftige Preiserholung

Vor diesem Hintergrund mag der jüngste Rohöl-Preisanstieg erstaunen. Auf ein Tief von  26,05 US-Dollar pro Barrel war die Notierung der US-Sorte Western Texas Intermediate (WTI) am 11. Februar 2016 abgetaucht. Mittlerweile notiert der Energieträger über 80 Prozent höher bei 49.69 Dollar (Stand 06.06.2016). Das UBS Chief Investment Office Wealth Management (CIO WM) führt das gestiegene Interesse der Investoren auf den schwächeren US-Dollar, die fallende US-Ölproduktion sowie vorübergehende Förderausfälle zurück. In der Tat bremsten zuletzt beispielsweise verheerende Waldbrände in der kanadischen Ölregion Alberta die Produktion. Hinzu kommen anhaltende Hoffnungen, wonach sich wichtige Produzenten auf das Einfrieren der Fördermengen verständigen könnten. Zwar brachte ein mit Spannung erwartetes Treffen mehrerer Ölländer in Doha Mitte April hier keine Einigung. Gleichwohl setzte sich die Preiserholung nach einem kurzen Rücksetzer fort.

Entscheidend für den weiteren Verlauf dürfte sein, ob und wann der Markt das Gleichgewicht findet. Diesbezüglich hilft ein Blick in die Prognosen der EIA weiter. Nach Ansicht der US-Behörde wird sich der Produktionsüberschuss tatsächlich verringern. Im dritten Quartal 2017 könnten die globalen Lagerbestände erstmals seit Ende 2013 abnehmen. Zu dieser Einschätzung passt die Preisprognose von UBS CIO WM. Die Analysten taxieren das 12-Monats-Kursziel für Brent auf 55 US-Dollar. Aktuell kostet ein Fass der Nordseegattung 50.55 Dollar (Stand 06.06.2016). Auf kurze Sicht zeigen sich die Experten jedoch eher skeptisch. Sie verweisen darauf, dass eine signifikante Verbesserung der fundamentalen Angebot-Nachfrage-Daten bis dato ausstehe. Vor diesem Hintergrund seien erneute Preisrücksetzer möglich.*

Innovative Anlagelösung

Als eine mögliche Anlagelösung für die aktuelle Situation im Rohöl-Markt hat UBS sogenannte Lock-In Zertifikate emittiert, die auf dem UBS Bloomberg CMCI WTI Crude Oil ER Index basieren. Sie erlauben es dem Anleger, Zwischenhochs möglichst effektiv abzugreifen. Zu diesem Zweck hat die Emittentin insgesamt mehrere Lock-In-Levels fixiert. Alle sechs Monate kommt der Basiswert auf den Prüfstand. Notiert er zu diesem Zeitpunkt auf oder über einem der vordefinierten Levels, wird der Rückzahlungswert per Laufzeitende auf mindestens diesem Niveau festgelegt. Für den Anleger wird damit - abgesehen vom Emittentenrisiko - die positive Wertentwicklung eingeloggt. Zu jedem weiteren halbjährlichen Beobachtungstag besteht die Chance, die Rückzahlung bei Fälligkeit zu erhöhen. Wobei die Rendite der Lock-In Zertifikate am Laufzeitende auf das höchste, zu einem Stichtag erreichte Lock-In-Level begrenzt ist. Daraus ergibt sich für beide Lock-In Zertifikate eine maximale Rückzahlung von 180 Prozent des Emissionspreises. Sollte während der Beobachtungstage keines der Lock-In Levels erreicht werden, verhalten sich die Produkte am Ende der Laufzeit wie ein Tracker-Zertifikat. In diesem Szenario wäre die Rückzahlung direkt an den Verlauf des UBS Bloomberg CMCI WTI Crude Oil USD ER Index gekoppelt.

Preisgekrönte Struktur

Dank der jüngsten Avancen steht der UBS Bloomberg CMCI WTI Crude Oil ER Index beim Lock-In Zertifikat mit dem Börsenticker WTILOU bereits über dem ersten Lock-In Level. Diese Schwelle liegt bei 135 Prozent des Startniveaus respektive 596,726 Punkten. Aktuell notiert der Benchmark bei rund 610 Zählern. Der erste Beobachtungstag steht am 10. August 2016 an. Übrigens: Mit diesem Konzept konnte UBS auch bei der Jury der Swiss Derivative Awards 2016 punkten. Anfang April nahm das UBS Derivate Team Schweiz die Auszeichnung für das beste Rohstoffprodukt 2015 entgegen. Das Expertengremium prämierte das erste im September 2015 lancierte Lock-In Zertifikat mit dem Börsenticker WTILIU. In der Beurteilung hob die Jury den Behavioral Finance-Gedanken hervor: Nach einem erfolgreichen Lock-In entkommen Anleger dem Druck, einen richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg zu ermitteln. Gerade am schwankungsanfälligen Ölmarkt könnte sich die systematische Vorgehensweise durchaus bezahlt machen.

UBS Bloomberg CMCI Rohstoffindizes: Kurze Einführung

Die UBS Bloomberg CMCI Index-Familie wurde von UBS in Kooperation mit Bloomberg entwickelt, um eine möglichst reale Wertentwicklung von Rohstoffpreisen über Futures-Kontrakte abzubilden. Durch die Positionierung über die gesamte Futures-Kurve erlaubt dieser Benchmark eine bessere Diversifikation der liquiden Terminkontrakte. Zudem reduziert ein intelligenter Rollprozess negative Effekte aus dem laufenden Austausch der Futures. Dies kann gerade am Ölmarkt von Vorteil sein, da WTI ein ausgeprägtes Contango zeigt. Das heisst, länger laufende Kontrakte notieren höher als jene in der Gegenwart. Bei klassischen Indexmethoden belastet der Rollvorgang in dieser Konstellation die Partizipationsquote.

Payoff-Diagramm des UBS Lock-In Zertifikates WTILOU (Quelle: Bloomberg, UBS AG)

Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind.

 

Lock-In Zertifikate auf den UBS Bloomberg CMCI WTI Rohöl Index

SIX Symbol

Produkt

Lock-in Levels

Abstand zu erstem Level

Verfall

WTILOU

Lock-In Zertifikat (USD)

135 – 180%
5% Schritte

Erstes Level aktuell erreicht

09.02.2021

WTILIU

Lock-In Zertifikat (USD)

130 - 180%
5% Schritte

44.7%

16.09.2020

 

*UBS CIO WM Research, Energy, Crude Oil: Prices and inventories moving up in sync, 28. April 2016, Giovanni Staunovo, Analyst, Dominic Schnider, Analyst