Kolumne

Von der krim-inellen Kraft des Faktischen

Stritti betrachtet die Krim-Krise. Und wird dabei philosophisch.
10.03.2014 01:00
Hermann Strittmatter, VR-Präsident GGK Zürich
Von der krim-inellen Kraft des Faktischen
Bild: ZVG

Stichworte notiert und bei Kant abgeschrieben:

Anordnung von Reisesperren blablabla, raus aus der Defensive gegenüber Moskau blablabla, Russland verachtet das Völkerrecht blablabla, den Bruch internationalen Rechts verhindern blablabla, schmerzhafte Massnahmen ergreifen blablabla, keine Zustimmung zur Annexion blablabla, nicht vor harten Sanktionen zurückschrecken blablabla, Schluss mit der feigen Konzessionsbereitschaft blablabla, den Hebel der Wirtschaft rigoros ansetzen blablabla.    

Njet zum russischen Vetorecht blablabla, jetzt sofort eine klare eigenständige Politik Europas blablabla, trotzdem die Beziehungen zu Russland pflegen und ausbauen blablabla, eine Energiewende ohne russisches Gas blablabla, die Unabhängigkeit und Souveränität achten blablabla, reine Propaganda blablabla, besorgte Stimmen aus der Wirtschaft blablabla, unmissverständlicher Angriffskrieg blablabla, Vernunft der ukrainischen Führung blablabla.

Kompromisslos den Rückzug der russischen Soldaten verlangen blablabla, die Beziehungen der internationalen Gemeinschaft mit Russland nicht gefährden blablabla, Trennlinie zwischen Intervention und Machtanspruch ziehen blablabla, keine Visa-Erleichterungen mehr blablabla, mit westlicher Besonnenheit unbedingt eine Eskalation vermeiden blablabla.

"Es gibt eine normative Kraft des Faktischen, aber keine faktensetzende Kraft der Phraseologie."
 

Hermann Strittmatter

Hermann Strittmatter ist aktiver VR-Präsident der von ihm gegründeten Werbeagentur GGK in Zürich. Betriebswirtschafter, Swissair-Werber, Weinbauer, Gastrokritiker und Kommunikationsberater für Wirtschaft und Politik. Schreiben Sie Ihre Meinung Hermann Strittmatter direkt stritti2@bluewin.ch oder an die Redaktion.