17-jähriger Waadtländer sitzt wegen Terrorverdachts im Gefängnis

Die Waadtländer Polizei hat Ende Juli einen 17-jährigen Waadtländer festgenommen, der verdächtigt wird, mit einer dschihadistischen Organisation in Kontakt zu stehen. Er ist der dritte Westschweizer, der innert weniger Wochen wegen Terrorverdachts hinter Gitter kommt.
21.08.2016 15:02

"Der junge Mann sitzt im Moment in Untersuchungshaft", sagte Olivia Cutruzzolà, Sprecherin der Waadtländer Kantonspolizei, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche".

Der junge Mann sei bald volljährig und im Kanton Waadt wohnhaft. Weitere Details waren von den Behörden nicht in Erfahrung zu bringen.

Vergangene Woche hatte die Bundesanwaltschaft einen weiteren Dschihad-Rückkehrer festgenommen. Der 29-jährige tunesisch-schweizerische Doppelbürger wurde am Flughafen Zürich verhaftet. Auch er sitzt in Untersuchungshaft.

Der Rückkehrer stammt aus der Romandie und kam mit einer Maschine aus der Türkei in die Schweiz zurück. Er muss sich wegen Verstosses gegen das IS-Verbot und wegen Unterstützung einer kriminellen Organisation verantworten.

Der 29-Jährige war nicht alleine in den Dschihad gezogen. Er tat sich mit einem 21-Jährigen zusammen, der ebenfalls in der Westschweiz lebt. Dieser wurde gemäss Angaben der Bundesanwaltschaft bereits am 8. Juni festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt. Auch er kam mit einer Maschine aus der Türkei in Zürich an.

Gemäss aktuellen Zahlen des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) liegt die Zahl der Dschihad-Reisenden, die seit 2001 registriert wurden, bei 77. Die Zahl der Rückkehrer gab der NDB Ende Juli noch mit 13 an, wovon allerdings nur 10 bestätigt sind.

Mit der Verhaftung von vergangener Woche dürfte die Zahl der bestätigten Rückkehrer auf elf steigen. Die neuesten Zahlen zu Dschihad-Reisenden und Rückkehrern werden gemäss NDB Ende dieser Woche oder in der kommenden Woche publiziert.

(SDA)