18 Krawallanten nach Basler Saubannerzug vor Basler Strafgericht

Bei einem Saubannerzug in Basel ist im Juni 2016 ein Sachschaden von über 200'000 Franken entstanden. Zudem wurden drei Personen verletzt. 18 mutmasslich an den Ausschreitungen beteiligte Krawallanten stehen nun vor Gericht.
24.10.2018 09:13

Begonnen hat der Prozess vor dem Strafgericht Basel-Stadt am Mittwoch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Vor dem Gerichtsgebäude bekundeten schon am frühen Morgen mehrere Dutzend teils vermummte Sympathisanten ihre Solidarität mit den Angeklagten.

Ein Teil der Demonstranten konnte den Prozess später in einem zweiten Gerichtssaal beiwohnen, in den die Verhandlung per Videostream übertragen wurde. Auch die Medienvertreter verfolgten den Prozess vor dem Dreiergericht von dort aus.

Den Beschuldigten im Alter von heute 20 bis 30 Jahren werden neben Sachbeschädigung, schwere Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte auch Störung des öffentlichen Verkehrs und Landfriedensbruch vorgeworfen.

Zu den Ausschreitungen ist es am 24. Juni 2016 praktisch aus dem Nichts gekommen. Gemäss Anklageschrift rotteten sich an jenem Freitag gegen 22 Uhr rund 50 von der Basler Staatsanwaltschaft der linksextremen Szene zugeordnete Personen zu einer unbewilligten Kundgebung gegen "Rassismus, Repression, Vertreibung und Gentrifizierung" zusammen.

Entlang ihrer Demonstrationsroute am Rand des Stadtzentrums hinterliessen die vermummten Krawallanten eine Spur der Verwüstung. Zahlreiche Scheiben wurden eingeschlagen und Fassaden verschmiert. Auch mehrere Polizeifahrzeuge wurden zum Teil stark beschädigt.

Polizeikräfte, die sich dem Mob in den Weg stellten, wurden teils mit Steinen und Flaschen so heftig angegriffen, dass sie sich in Sicherheit bringen mussten. Nach rund einer halben Stunden war der Spuk vorbei.

Bei den Ausschreitungen entstand gemäss Anklageschrift Sachschaden in der Höhe von mehr als 200'000 Franken. Verletzt wurden zudem zwei Polizisten und eine Demonstrantin, welche die Notfallstation aber nach kurzer Zeit wieder verlassen konnten.

Einzelne Beschuldigte, die seit Mittwoch in Basel vor Gericht stehen, muss sich zusätzlich wegen ähnlich gelagerter Delikten in anderen Städten verantworten. So ist ein 29-jähriger Holländer auch in Zusammenhang mit den Ausschreitungen vom 12. Dezember 2014 in Zürich angeklagt, bei denen Sachschaden in Millionenhöhe entstand.

Vom Basler Gericht beurteilt werden auch Straftaten, die drei weiteren Beschuldigten vorgeworfen werden. Es geht dabei in Zusammenhang mit einer Hausbesetzung in Luzern im April 2014 um Hausfriedensbruch sowie um eine versuchte Gefangenenbefreiung im Juli 2016 ebenfalls in Luzern.

Von den 18 Beschuldigten stammt nur gerade ein Drittel aus der Region Basel. Sieben sind zudem in früheren Strafverfahren zu bedingten Geldstrafen verurteilt worden. Weil der Saubannerzug in Basel bei sämtlichen in die Probezeit fiel, muss das Strafgericht auch über einen allfälligen Vollzug der Vorstrafen befinden. Der Prozess dauert voraussichtlich fünf Tage.

(SDA)