Airolo will vom zweiten Gotthard-Strassentunnel profitieren

Vom zweiten Strassentunnel am Gotthard will auch die Gemeinde Airolo profitieren. Sie arbeitete deshalb zusammen mit dem Kanton Tessin und dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) einen Plan aus, der eine Teilüberdeckung der Autobahn A2 vorsieht.
13.02.2017 16:20

Am 28. Februar 2016 sagte das Stimmvolk "Ja" zu einer zweiten Röhre für den Gotthard-Strassentunnel - nun wird konkreter, wie sich der Tunnelbau auf der Südalpenseite gestalten könnte.

Wenn 2020 mit den Arbeiten für die zweite Röhre begonnen wird, sollen auch in Airolo selbst die Bagger anrollen. Denn gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) und dem Kanton Tessin hat die am Tunnelportal gelegene Gemeinde eine Variante für eine Teilüberbauung der Autobahn A2 ausgearbeitet.

Für diese Baumassnahme solle das Aushubmaterial für die zweite Röhre direkt auf Tessiner Seite verbaut werden, sagte Marco Fioroni, Chef der ASTRA-Filiale Bellinzona am Montag an einer Medienkonferenz.

Ziel der "100 bis 150 Millionen" Franken teuren Variante sei der verbesserte Lärmschutz und die bessere Integration der Autobahn A2 in die umliegende Landschaft. Dafür soll ein Abschnitt an der Eisenbahnstrecke in der Gemeinde Airolo teilüberbaut werden und auch die Ein- und Ausfahrten neu strukturiert werden.

So könne ein Teil des Talbodens für die Gemeinde zurückgewonnen werden, sagte der Leiter der ASTRA-Filiale. Unsicherheit bestünde noch darüber, wie viel Aushubmaterial genau parallel zur Eisenbahn untergebracht werden dürfe. Auch Akteure des Landschafts- und Gewässerschutzes müssten noch angehört werden.

Anfang des Jahres kursierten noch Berichte, dass eine komplette Überdachung eines zwei Kilometer langen Abschnitts vom Ausgang des Gotthard-Strassentunnels bis zum Tunnel Stalvedro geplant sei. Diese Variante sei jedoch zu teuer gewesen und hätte die ohnehin schon schwierige Belüftung des Strassentunnels zu einer noch grösseren Herausforderung gemacht, sagte Fioroni am Montag.

Seine Gemeinde sei durch frühere Baustellen und den Verkehr genug "gestraft" worden - deshalb begrüsse er jetzt die Hilfe von Bund und Kanton für den Landschaftsschutz in Airolo, sagte der Gemeindepräsident Franco Pedrini (CVP).

Auch der Tessiner Staatsrat Claudio Zali (Lega) zeigte sich mit der noch nicht spruchreifen Variante zufrieden: Das Aushubmaterial müsste nämlich nicht mehr kostspielig bis zu einer Deponie nach Biasca TI transportiert werden - dort hatte sich ausserdem bereits Widerstand in der Bevölkerung formiert. Die frei werdenden Geldern sollen dann direkt in das Projekt in Airolo fliessen.

Hier offenbart sich auch noch das einzige mögliche Konfliktpotential: Über die Verteilung möglicher Zusatzkosten wollen ASTRA, Kanton und Gemeinde bis April entscheiden. Anschliessend soll die "B1" getaufte Variante dem Bundesrat nach dem Sommer in einem Generalprojekt unterbreitet werden.

(SDA)