Den Dow Jones Industrial taxierte IG 0,4 Prozent im Plus bei 50.990 Zählern. Der Leitindex hatte vor dem Wochenende noch ein Rekordhoch erreicht, war dann aber unter Druck geraten und schwächelte zuletzt weiter. Für leichten Rückenwind dürften nun positive Signale aus Nahost sorgen: Der Iran und Israel hatten ihre jüngsten wechselseitigen Angriffe vorerst eingestellt. US-Präsident Trump hatte tags zuvor versichert, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde. Die Ölpreise gaben wieder etwas nach.
Derweil wirft der am Freitag anstehende Rekord-Börsengang der Weltraumfirma SpaceX seine Schatten voraus. Aus Sicht von Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl dürfte dieser IPO ebenso wie die Kapitalerhöhung von Google-Mutter Alphabet und Gerüchte über eine Kapitalerhöhung bei Meta die KI-Rally auf die Probe stellen. «Es bleibt zu beobachten, ob durch das enorme zusätzliche Aktienangebot eine Sättigung der Nachfrage eintreten wird», schrieb Stanzl. Die Unsicherheit darüber sorge bereits für eine höhere Volatilität, die wohl anhalten werde.
Neben SpaceX drängen auch KI-Unternehmen an die Börse. Nach Anthropic hat ChatGPT-Erfinder OpenAI eine Aktienplatzierung beantragt. Ähnlich wie beim Rivalen bleiben Details des vertraulichen Antrags aber zunächst unter Verschluss. OpenAI betonte zudem, dass es bis zu dem Börsengang noch dauern könne. Mit Blick auf milliardenschwere Investitionen in KI-Rechenzentren wachsen Zweifel, ob dieses Geld letztlich verdient werden kann. Daher gelten die Börsengänge als Test für die Bereitschaft der Anleger, weiter in die KI-Branche zu investieren.
Am Dienstag dürften sich Chipwerte mit KI-Bezug nach ihrem Ausverkauf zunächst weiter stabilisieren. Nvidia , Intel und AMD stiegen vorbörslich um bis zu 2,7 Prozent. Zinsängste sind nach dem überraschend robusten US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag aber nicht vom Tisch. Die Anleger fürchten eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed, welche vor allem zinssensible Technologiewerte belasten würde.
Die Aktien des US-Biotechunternehmens Nuvalent schnellten vorbörslich um 38,9 Prozent nach oben. Der britische Pharmakonzern GSK will Nuvalent für rund 10,6 Milliarden Dollar (9,2 Mrd Euro) übernehmen und damit sein Onkologiegeschäft ausbauen.
Für Applied Digital ging es im vorbörslichen Handel um 10,9 Prozent nach oben. Das Neocloud-Unternehmen vermeldete einen Mindestabnahme-Vertrag mit einem KI-Hyperscaler aus den USA.
Vail Resorts büssten dagegen vorbörslich 5 Prozent ein. Der Betreiber von Skigebieten kappte seine Gewinnprognose fürs laufende Jahr wegen schwieriger Wetterbedingungen im Westen der USA./niw/jha/
(AWP)

