Aktien Schweiz - Anleger an Schweizer Börse vor Fed-Protokoll vorsichtig

Die Schweizer Börse schliesst am Mittwoch schwächer.
22.08.2018 17:40

Vor der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Offenmarktsitzung der US-Notenbank und den für Mittwoch und Donnerstag angesetzten Gesprächen Chinas mit den USA zur Beilegung des Handelsstreits verhielten sich die Anleger vorsichtig. Der SMI notiert mit 9048 Zählern um 0,4 Prozent leichter.

Von den Mitschnitten der Fed-Sitzung, die nach Börsenschluss in Europa veröffentlicht werden, erhoffen sich die Marktteilnehmer Hinweise auf den Zeitpunkt einer allfälligen Zinsänderung in der weltgrössten Volkswirtschaft. Von den US-chinesischen Gesprächen wird kein Durchbruch erwartet.

Ebenfalls vorsichtig stimmte die Anleger die lange Dauer des Aufschwungs der US-Börsen. Mit einer Dauer von 3453 Tagen ist dies der längste der Geschichte. Seit dem 9. März 2009 ging es für den US-Aktienmarkt ohne grössere Rückschläge bergauf. "Wir atmen inzwischen schon sehr dünne Luft", sagt ein Händler.

Sorgen bereiten den Anlegern zudem, dass eine neue politische Krise heraufziehen könnte. US-Präsident Donald Trump sieht sich wegen zwei Gerichtsverfahren gegen ehemalige Unterstützer zunehmend unter Druck.

Nebenwerte im Fokus

Bei den Standardwerten halten sich Gewinner und Verlierer bei meist geringen Kursänderungen etwa die Waage. Im Mittelpunkt stehen Händlern zufolge weiterhin Firmen aus dem breiten Markt, die über den Geschäftsverlauf informierten. So schnellen die Aktien von Bossard 4,3 Prozent hoch. Die Schraubenhandelsfirma hob in ihrem ausführlichen Halbjahresbericht die Umsatzprognose 2018 auf 880 von 850 Millionen Franken an.

Die Sensirion-Titel reagieren mit einem Kursanstieg von 4,7 Prozent auf den Zwischenbericht. Der Sensorhersteller rutschte im ersten Halbjahr wegen der Kosten für den Börsengang zwar in die roten Zahlen. Der Umsatz wuchs aber um 30 Prozent auf 90,2 Millionen Franken und der um Sonderposten Betriebsgewinn (Ebitda) um ein Drittel auf 15 Millionen. Und für das gesamte Jahr stellte die Firma 18 bis 22 Prozent Umsatzplus in Aussicht - mehr als bislang.

Die Aktien von Implenia büssen weitere 9 Prozent ein. Die Aktien des Baukonzerns waren am Vortag nach der Ergebnisvorlage und nach einer Ebit-Prognosesenkung um 8 Prozent eingebrochen. Mehrere Analysten reduzierten ihre Kursziele oder nahmen die Empfehlung zurück.

Versicherer oben, Banken unten

Bei den Finanzwerten können sich die Anteile der Versicherer gut behaupten. Zurich gewinnen 0,1 Prozent. Die Aktien der Banken geben dagegen nach: Credit Suisse sacken um 1,3 Prozent ab und halten im SMI die rote Laterne. UBS sinken um 0,9 Prozent.

Die Aktien von GAM Holding gewinnen 3,6 Prozent. Die Titel des Assetmanagers waren jüngst wegen der Schliessung von neun Anleihenfonds und negativen Kommentaren von Analysten massiv eingebrochen.

Uneinheitlich sind Aktien zyklischer Firmen. Der Personalvermittler Adecco, die Inspektionsfirma SGS und der Luxusgüterhersteller Swatch gewinnen an Wert, Richemont ist stabil und der Sanitärtechniker Geberit sowie der Elektrotechnikkonzern ABB schwächen sich ab.

Nicht gefragt waren die als krisensicher geltenden Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche, die 0,3 bis 0,7 Prozent nachgeben.

(Reuters/cash)