Die Stimmung wird nach wie vor von den Entwicklungen im Nahen Osten bestimmt. Zwar haben Iran und Israel nach der Eskalation zu Wochenbeginn ihre gegenseitigen Angriffe vorerst eingestellt, die Lage gilt jedoch weiterhin als fragil. Die jüngsten Spannungen hatten Befürchtungen geweckt, die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um eine Beendigung des Konflikts könnten ins Stocken geraten.
Für etwas Entlastung sorgen die gesunkenen Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostet aktuell 93,50 US-Dollar und damit 0,8 Prozent weniger als am Vorabend.
SMI von Pharma gebremst
Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 9.15 Uhr 0,04 Prozent auf 13'326,07 Punkte. Gewinner und Verlierer halten sich mit jeweils zehn Titeln die Waage. Der SMIM der mittelgrossen Werte steigt um 0,18 Prozent auf 3010,02 Punkte, während der breite SPI um 0,05 Prozent auf 18'862,49 Punkte zulegt.
An der Spitze der Blue Chips stehen Givaudan (+4,2 Prozent). Der Aromen- und Duftstoffhersteller profitiert von einer Hochstufung auf «Buy» durch die Deutsche Bank. Ebenfalls gefragt sind UBS (+1,6 Prozent), nachdem Medienberichte auf einen möglichen Kompromiss in der Diskussion um strengere Eigenkapitalvorschriften hindeuten.
Belastet wird der Leitindex hingegen von den Pharmaschwergewichten Novartis (-0,5 Prozent) und Roche (-0,9 Prozent). Hintergrund sind Medienberichte über Verhandlungen des britischen Pharmakonzerns GSK zur Übernahme des Biotechunternehmens Nuvalent für 9 bis 10 Milliarden US-Dollar. Der mögliche Deal unterstreicht zwar den hohen strategischen Wert innovativer Onkologie-Unternehmen, könnte den Wettbewerb um attraktive Übernahmeziele aber weiter verschärfen, heisst es am Markt.
SoftwareOne im Fokus
In den hinteren Reihen zählen SoftwareOne (+1,5 Prozent) zu den Gewinnern. Das Unternehmen hat anlässlich seines Investorentags neue Mittelfristziele vorgestellt. Zudem dürfte der Einstieg des US-Hedgefondsmanagers David Rosen nachwirken, der den Titel bereits am Vortag um 3,7 Prozent steigen liess.
Positive Impulse kommen derweil aus dem Technologiesektor. Asiatische Techwerte knüpften an die Kursgewinne der Wall Street an, nachdem Anleger erneut verstärkt auf KI-Aktien setzten. Mit Blick auf den später in der Woche anstehenden Börsengang von SpaceX bleibt das Interesse an Technologiewerten hoch. Die Schweizer Branchenvertreter zeigen sich bislang allerdings kaum bewegt.
Unter Druck stehen dagegen Adecco (-2,1 Prozent), nachdem Morgan Stanley die Aktie auf «Underweight» abgestuft hat.
Klar im Plus notieren auch Idorsia (+3,0 Prozent). Die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten stärkt nach Einschätzung der Anleger sowohl die Bilanzstruktur als auch das Liquiditätsprofil des Biopharmaunternehmens deutlich.
an/rw
(AWP)
