Aktien Schweiz - Nestle bringt Schweizer Börse auf Rekordkurs

Die Schweizer Börse hat unterstützt von guten Firmenergebnissen und Konjunkturzahlen sowie der Hoffnung auf einen Sieg von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen den Aufwärtstrend fortgesetzt.
04.05.2017 17:16

Zusätzlich Rückenwind erhielten die Aktien von der US-Notenbank, die am Mittwoch wie erwartet die Geldpolitik nicht geändert hatte, sowie von einem kräftigen Kursgewinn des Marktschwergewichts Nestle.

Der SMI stieg um 1 Prozent auf 8980 Punkte - der höchste Stand seit Anfang Dezember 2015.

Nach dem letzten TV-Duell wetteten die Anleger an den europäischen Aktienmärkten auf einen Sieg des unabhängigen Europa-Befürworters Macron. Das Restrisiko, dass Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National bei der Stichwahl am Sonntag gewinnen könnte, sei sehr gering, sagte ein Börsianer. "Ich würde sagen, die Wahlen sind gegessen."

Die amerikanische Notenbank beliess den Leitzins wie erwartet unverändert. Sie hielt sich aber die Tür für eine Zinserhöhung im Juni offen. Dies dürfte nach Ansicht von Händlern Dollar und Anleihenrenditen Aufwind geben.

Rund die Hälfte des Indexgewinns war den Aktien von Nestle geschuldet, die um 2,3 Prozent stiegen. Händler erwähnten den Verkauf des italienischen Tiefkühlgeschäfts an Frosta. Dies zeige, dass der neue Chef Mark Schneider vorwärts mache und den Konzern rasch auf Wachstum trimmen wolle.

Stark gefragt waren die Aktien von Swiss Re, die 1,8 Prozent stiegen. Der Tropensturm "Debbie" hat Swiss Re zwar den Jahresauftakt zerzaust. Der Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal fast auf 656 Millionen Dollar. Die Prämieneinnahmen verringerten sich um zehn Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar. Dass die Aktie trotzdem steige, liege möglicherweise daran, dass die Anleger ein viel schlechteres Ergebnis erwartet hätten, sagte ein Händler. "Der Markt war vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen schlicht zu negativ."

Bei den Banken lagen die Papiere der Credit Suisse um 1 Prozent im Plus. Die Bank hat einen weiteren Rechtsstreit beigelegt. Die Bank vermeidet mit der Bezahlung von weiteren 400 Millionen Dollar eine Anklage in Zusammenhang mit faulen Hypothekenpapieren. Die Anteile der Rivalin UBS rückten um 0,9 Prozent vor. Die Bank stellt ihren Aktionären für die Zukunft steigende Ausschüttungen in Aussicht. "Wenn die Rechts- und regulatorischen Kosten zunehmend wegfallen, sollten wir in der Lage sein, noch mehr Kapital an Sie als Aktionäre zurückzugeben - sei es in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen", sagte UBS-Chef Sergio Ermotti auf der Generalversammlung. Seit 2012 habe das Institut 3,9 Milliarden für Rechtsfälle, Untersuchungen und neue Regulierung ausgegeben.

Die Anteile von LafargeHolcim gewannen 1 Prozent und machten damit die Kursdelle vom Vortag teilweise wett. Der Zementkonzern hatte mit dem Quartalsbericht am Vortag die Markterwartungen nicht ganz erfüllt.

Lonza fielen um 1,5 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen und Verkäufen im Zusammenhang mit der laufenden Kapitalerhöhung. Dazu habe S&P die Aktie zum Verkauf empfohlen.

Die Papiere von Richemont gewannen 0,8 Prozent. Die italienische Yoox-Net-a-Porter, an der der Luxusgüterhersteller 50 Prozent hält, hat im ersten Quartal den Umsatz um 15 Prozent auf 515 Millionen Euro gesteigert. Die Papiere von Swatch gewannen 0,5 Prozent. Der Uhrenkonzern hat eigenen Angaben zufolge eine "Echtzeituhr mit höchster Ganggenauigkeit und niedrigstem Stromverbrauch" entwickelt.

Kursgewinne von 1,1 Prozent verzeichneten die Anteile des Pharmariesen Roche. Die Titel von Novartis waren 0,2 Prozent höher. Der Roche-Rivale hat das Ende 2016 abgeschlossene Lizenzabkommen mit Conatus Pharmaceuticals erweitert und sich die exklusiven Rechte für das Medikament Emricasan zur Behandlung von Fettleber gesichert. Die US-Firma erhält dafür eine weitere Zahlung in Höhe von sieben Millionen Dollar.

(Reuters)