Aktien Schweiz - Positive Konjunkturzahlen schieben Schweizer Börse an

Unerwartet starke Konjunkturzahlen aus dem Ausland haben am Dienstag der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Die Daten bestärken die Anleger in der Hoffnung auf weiter sprudelnde Firmengewinne.
25.07.2017 17:40

Der schwache Dollar und Gewinnmitnahmen in stark gestiegenen Werten dämpften den Risikoappetit. Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse der geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank (FOMC) am Mittwochabend verhielten sich die Investoren zudem zurückhaltend, heisst es. Zinsänderungen werden allerdings keine erwartet.

Der SMI legt zum Handelsschluss 0,5 Prozent auf 8938 Punkte zu. Am Vortag war der Leitindex den dritten Tag in Folge gefallen. Unterstützt wird der Markt zudem von charttechnischen Faktoren. "Wir pendeln seit längerem in einem Seitwärtskanal, der ungefähr von 8800 bis gegen 9200 Punkte reicht", sagt ein Händler. Viele Marktteilnehmer "spielten" diese Spanne. "Und zuletzt sind wir wieder unten angelangt."

Zu den erfreulichen Konjunkturzahlen zählten der deutsche IFO-Index, das Wachstum Chinas, die Konsumentenstimmung in Frankreich und das US-Konsumentenvertrauen. "Der Motor brummt so laut wie lange nicht mehr", sagt ein Händler.

Konzentration auf Firmenbilanzen

Der Blick der Anleger bleibt auf die Firmenbilanzen gerichtet. Dabei stechen die Anteile von Lindt & Sprüngli mit heftigen Kursausschlägen hervor. Im Verlauf machten sie einen Teil der frühen Abschläge von mehr als 5 Prozent wett. Zuletzt beträgt das Minus noch 3,5 Prozent. Dem Schokoladekonzern machte im ersten Halbjahr die Entwicklung in den USA zu schaffen. Insgesamt erzielte der Premiumprodukthersteller zwar mehr Gewinn und Umsatz, verfehlte aber die Erwartungen und nahm die Wachstumsprognose leicht zurück.

Gewinnmitnahmen schickten die Aktien von Logitech und AMS trotz guter Zwischenberichte und günstiger Prognosen auf Talfahrt. Der Hersteller von Computer-Peripheriegeräten Logitech steigerte im ersten Quartal 2017/18 den Umsatz um 13 Prozent auf 530 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet Logitech neu ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent und einen Betriebsgewinn von 260 bis 270 Millionen Dollar. Der Kurs fällt um 6,4 Prozent. AMS verbuchte weniger Gewinn im zweiten Quartal, hob aber die Wachstumsaussichten per 2019 an. Der Titel sackt um 4,7 Prozent ab. AMS und Logitech zählen zu den am stärksten gestiegenen Werten im laufenden Jahr.

Gesucht waren die Aktien der Banken: Credit Suisse und UBS gewinnen 0,9 und 1,7 Prozent. Die beiden Institute geben am Freitag Einblick in ihre Bücher. Julius Bär knüpfen an den von einem unerwartet guten Geschäftsbericht ausgelösten Aufwärtstrend vom Vortag an und steigen um weitere 3,2 Prozent. Der Sektor profitiere von Zinserhöhungsfantasien, den Aktienmärkten und einer weiterhin eher tiefen Bewertung, heisst es am Markt. Vontobel steigen zwei Tage vor Vorlage des Zwischenberichts 1,5 Prozent.

Cembra unter Markterwartungen

Die Aktien der Cembra Money Bank verlieren 1,6 Prozent. Die Kleinkreditbank schloss das erste Semester unter den Markterwartungen ab. Der Gewinn sank im Halbjahr auf 69,4 Millionen Franken. Die Bank bestätigte die Prognose eines Ergebnisses pro Aktie zwischen 4,70 und 5,00 Franken. Nicht zuletzt wegen der attraktiven Dividendenrendite empfiehlt die ZKB den Titel zum Kauf. Ihr Kurs hat 2017 ein Fünftel gewonnen.

Die Assekuranzwerte legen mehr mehr als 1 Prozent zu.

Die Anteile zyklischer Firmen zogen meist an. ABB, Clariant, Oerlikon und Adecco legen zu. Der Zementkonzern Lafarge-Holcim gewinnt am Tag vor der Ergebnisvorlage 0,5 Prozent.

Bei den schwergewichtigen Pharmatiteln werden Roche um 0,2 Prozent tiefer und Novartis 0,3 Prozent höher bewertet. Der Titel des Lebensmittelriesen Nestlé, der wie Roche am Donnerstag den Zwischenbericht veröffentlicht, steigt um 0,4 Prozent.

Ypsomed auf Erholungstour

Am breiten Markt fallen Autoneum mit minus 4,7 Prozent auf. Das Halbjahresergebnis entspreche den Erwartungen, aber der Ausblick sei verhalten, heisst es bei der ZKB.

Die Aktien von Ypsomed setzen mit einem Kursplus von 5,4 Prozent die Erholung fort. Der Titel war am Freitag um 30 Prozent eingebrochen. Der Insulinpumpenhersteller beendet die Vertriebskooperation mit Insulet.

(Reuters/cash)