Anti-IS-Koalition besorgt über Gewalt bei Protesten in Bagdad

Nach der Gewalt bei Protesten und Explosionen in der irakischen Hauptstadt Bagdad zeigt sich die internationale Anti-IS-Koalition besorgt. Ein Sprecher des von den USA angeführten Bündnisses rief am Donnerstag alle Seiten zum Gewaltverzicht auf.
03.10.2019 10:36

Bei den Explosionen in der stark gesicherten Grünen Zone Bagdads seien keine Einrichtungen der Koalition getroffen worden. In der Grünen Zone im Stadtzentrum liegen viele Regierungsgebäude und Botschaften. Das Bündnis behalte sich das Recht zur Selbstverteidigung vor, hiess es weiter.

Irakische Sicherheitskräfte waren am Mittwoch den zweiten Tage in Folge mit Gewalt gegen Proteste vorgegangen. Nach Angaben der irakischen Menschenrechtskommission kamen dabei in den vergangenen beiden Tagen vier Menschen ums Leben, fast 300 wurden verletzt.

Die Demonstrationen in mehreren Städten des Landes richteten sich gegen die grassierende Korruption und den politischen Stillstand. Demonstranten blockierten in Bagdad Strassen und zündeten Autoreifen an. In mehreren Provinzen stürmten sie nach Angaben von Augenzeugen Gebäude und legten Feuer.

In der Nacht wurde die Grüne Zone im Zentrum Bagdads von mehreren Explosionen erschüttert, deren Ursache zunächst unklar war. Regierungschef Adel Abdel Mahdi verhängte eine Ausgangssperre. Die internationale Koalition unterstützt die irakische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

(SDA)