Arabische Staaten brechen diplomatische Beziehungen zu Katar ab

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Montag ihre diplomatischen Beziehungen zum Emirat Katar abgebrochen. Grund für diese Massnahme sei Dohas "anhaltende Unterstützung des Terrorismus im Jemen und in Syrien".
05.06.2017 07:03

Wie der Sender Al-Arabiya berichtete, erklärten die unmittelbaren Nachbarn des Emirats zudem alle Grenzen für geschlossen und forderten die Bürger Katars auf, ihre jeweiligen Länder in spätestens 14 Tagen zu verlassen. Das ägyptische Aussenministerium warf Katar vor, "Terrorismus" zu unterstützen und schloss alle Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus dem Emirat. Zunächst war unklar, wie die Fluggesellschaft Qatar Airways vom Vorgehen betroffen sein könnte.

Auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die seit März 2015 Luftangriffe auf mutmassliche Stellungen von Aufständischen im Jemen fliegt, schloss Katar aus. Grund dafür sei die Unterstützung des Emirats von "terroristischen Organisationen im Jemen, darunter Al-Kaida und Daesh (die Terrormiliz Islamischer Staat)", hiess es in der Erklärung, welche die amtliche saudische Nachrichtenagentur SPA verbreitete.

In den vergangenen Wochen hatte es unter anderem mehrere US-Medienberichte gegeben, die der Führung in Doha die Finanzierung von terroristischen Gruppen vorwarfen. Katar ist Teil der US-geführten Koalition im Kampf gegen die IS-Miliz.

Mehrere arabische Staaten hegen tiefes Misstrauen gegenüber Katar, das enge Verbindungen zur von ihnen verbotenen Muslimbruderschaft pflegt.

Ende Mai war ein sei längerem schwelender Konflikt mit Katar offen ausgebrochen, nachdem durch einen angeblichen Hackerangriff falsche Meldungen über die katarische Nachrichtenagentur verbreitet wurden. Die vier Länder hatten damals den Zugang zu Webseiten von Katars Nachrichtensender Al-Dschasira blockiert.

In dem Artikel hatte es geheissen, Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani habe arabische Nachbarländer kritisiert und den schiitischen Iran als Staat gelobt, der zu Stabilität in der Region beitrage. Eine solche Aussage wäre heikel, weil die meisten Golfstaaten den Iran als Erzrivalen ansehen.

In der angeblichen Erklärung des Scheichs ging es auch um politische Themen in Bezug auf Israel, sowie um die Beziehungen von Katar zu US-Präsident Donald Trump.

Das katarische Aussenministerium teilte damals mit, Unbekannte hätten die Nachrichtenseite der Qatar News Agency (QNA) gehackt und einen gefälschten Bericht über eine Rede von Scheich Tamim verbreitet. Das gelte auch für das Twitter-Konto der QNA. Arabische Medien hatten berichtet, die Agentur habe über Twitter gemeldet, Katar ziehe seine Botschafter aus fünf Golfstaaten ab.

Der Vorfall kam wenige Tage, nachdem US-Präsident Trump den Iran bei seinem Besuch in Saudi-Arabien scharf angegriffen hatte. Dafür erhielt er von den Golfstaaten viel Lob.

(SDA)