Arbeitslosenkasse des Kantons Waadt wohl um Millionen betrogen

Die Arbeitslosenkasse des Kantons Waadt ist vermutlich Opfer eines Millionenbetrugs geworden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen rund 20 Baufirmen sowie zwei Angestellte der Gewerkschaft Unia.
27.04.2017 14:39

Zwischen Dienstag und Donnerstag dieser Woche seien in mehreren Kantonen Hausdurchsuchungen durchgeführt und Personen festgenommen worden, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Laut bisherigen Erkenntnissen wurden der Arbeitslosenkasse eine grosse Anzahl von Arbeitern auf missbräuchliche Art gemeldet, indem falsche Angaben zu ihrem Anstellungsverhältnis gemacht wurden.

Konkret sollen die betroffenen Arbeiter der Caisse Cantonale de Chômage (CCC) angegeben haben, bei den mutmasslich am Betrugsfall beteiligten Baufirmen angestellt zu sein, obwohl dies nicht den Tatsachen entsprochen habe.

Dies habe es den gemeldeten Personen erlaubt, bei einem späteren Konkurs der Baufirmen und darauffolgender Zahlungsunfähigkeit auf missbräuchliche Art an Entschädigungszahlungen heranzukommen.

Durch den unrechtmässigen Bezug dieser Insolvenzentschädigungen gingen der Kasse vermutlich Millionen verloren, schreibt die Staatsanwaltschaft. Sie hat die Ermittlungen zu diesem Fall bereits vor einem Jahr aufgenommen und führt die Voruntersuchung gemeinsam mit den für Wirtschafts- und Finanzdelikte zuständigen Behörden.

Die Gewerkschaft Unia teilte am Donnerstag mit, die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt habe ein Verfahren gegen zwei ihrer Mitarbeiter eingeleitet, "wegen angeblicher Unregelmässigkeiten mit Geldern der kantonalen Arbeitslosenkasse".

Die Unia habe alles Interesse, dass die Vorwürfe rasch und vollumfänglich aufgedeckt würden. Sie werde alle dafür notwendigen Informationen bereitstellen und eng mit den Behörden zusammenarbeiten.

Die Gewerkschaft hat die beschuldigten Angestellten freigestellt. Sollten die Vorwürfe zutreffen, will sie die beiden Mitarbeiter fristlos entlassen. Bis dahin gelte aber die Unschuldsvermutung, ruft die Unia in Erinnerung.

Zu den betroffenen Unternehmen macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Weitere Informationen will sie erst am 2. Mai bekannt geben.

(SDA)