Asylgesuche sind im dritten Quartal um ein Drittel zurückgegangen

In der Schweiz sind in diesem Jahr bisher so wenig Asylgesuche gestellt worden wie seit sieben Jahren nicht mehr. Im dritten Quartal respektive im Monat September betrug der Rückgang rund ein Drittel.
19.10.2017 14:03

Von Anfang Januar bis Ende September wurden in der Schweiz 13'916 Asylgesuche eingereicht, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag mitteilte. Das sei der tiefste Wert seit 2010 mit 11'170 Gesuchen.

Diese Entwicklung wird einerseits darauf zurückgeführt, dass sich die Migration über das zentrale Mittelmeer seit Mitte Juli deutlich reduziert hat. Anderseits sei die Schweiz nicht primäres Zielland der Menschen, die auf diesem Weg nach Westeuropa gelangten.

Im dritten Quartal wurden 4793 Asylgesuche eingereicht, rund 33 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode, wie das SEM weiter schreibt. Im Monat September seien 1409 Gesuche verzeichnet worden, was einem Rückgang von über einem Drittel gegenüber dem Vorjahresmonat entsprochen habe.

Die wichtigsten Herkunftsländer der Asylsuchenden im September waren gemäss SEM Eritrea mit 259 Gesuchen, Syrien mit 113 Gesuchen, Afghanistan mit 96 Gesuchen, Sri Lanka mit 72 Gesuchen und Somalia mit 70 Gesuchen. Aus allen Herkunftsländern kamen weniger Asylsuchende als im Vorjahresbeginn. Am stärksten zurück gingen die Gesuche aus Somalia, wie aus der Statistik weiter hervorgeht.

Im Berichtsmonat September hat das SEM laut den Angaben 2142 Asylgesuche in erster Instanz erledigt. Daraus hätten 536 Nichteintretensentscheide resultiert. 598 Gesuchsteller hätten Asyl erhalten und 623 Menschen seien vorläufig aufgenommen worden.

Im September seien 591 Personen aus der Schweiz ausgereist oder zurückgeführt worden. Die Schweiz habe bei 679 Personen einen andern Dublin-Staat um Übernahme angefragt, 181 Menschen hätten in den zuständigen Staat überführt werden können. Gleichzeitig sei die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um die Übernahme von 555 Personen ersucht worden. 77 Menschen seien die Schweiz überstellt worden.

Im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (NHCR) wurden im September 49 Menschen aufgenommen, wie das SEM weiter schreibt. Bis Ende September habe die Schweiz 377 der zugesicherten 2000 Opfer des Syrienkriegs aufgenommen.

Im Rahmen des EU-Programms zur Umverteilung von Asylsuchenden seien im September 179 Menschen aus Griechenland und Italien in der Schweiz eingetroffen. Seit der Einführung des Programms im September 2015 habe die Schweiz 1301 Menschen aufgenommen.

(SDA)