Atomausstieg auch in anderen Ländern geplant

Mit dem Ja zum Energiegesetz wird der Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz verboten. Wann das letzte AKW vom Netz geht, bleibt offen. Andere Länder haben einen Atomausstieg mit Datum beschlossen.
21.05.2017 13:19

In der Schweiz bleiben die Atomkraftwerke so lange am Netz, wie die Aufsichtsbehörde sie als sicher erachtet - sofern die Betreiber sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen abschalten. Ein Datum steht bisher nur für ein Atomkraftwerk fest: Die BKW will das AKW Mühleberg aus unternehmerischen Gründen 2019 ausser Betrieb nehmen.

Eine Befristung der Laufzeit stand in der Schweiz zur Diskussion. Sowohl das Parlament als auch das Stimmvolk sprachen sich aber dagegen aus. Eine Volksinitiative der Grünen wurde im Herbst 2016 mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 54 Prozent abgelehnt. Bei einem Ja hätten die AKW gestaffelt abgeschaltet werden müssen, das letzte im Jahr 2029.

Deutschland hat wie die Schweiz kurz nach der Katastrophe von Fukushima vom März 2011 beschlossen, aus der Kernenergie auszusteigen. Ein Teil der deutschen AKW wurde aber sofort abgeschaltet. Die übrigen sollen gestaffelt vom Netz gehen, das letzte Ende 2022.

Italien hatte seine AKW bereits nach der Katastrophe von Tschernobyl stillgelegt. Später dachte die Regierung über den "Ausstieg aus dem Ausstieg" nach. Das Stimmvolk lehnte das aber ab. Im Juni 2011 sprachen sich rund 95 Prozent der Stimmenden gegen den Wiedereinstieg in die Kernenergie aus.

Belgien beschloss im Jahr 2003, bis 2025 aus der Atomkraft auszusteigen. Österreich hatte einst ein Atomkraftwerk erbaut, aber nie in Betrieb genommen. Das Land stieg also aus, bevor es richtig einstieg.

Frankreich dagegen setzt weiterhin auf Atomenergie. Hier wurde lediglich beschlossen, den Anteil des Atomstroms bis 2025 um einen Viertel zu senken. Die Schliessung des umstrittenen AKW Fessenheim rund 40 Kilometer nördlich von Basel hat die Regierung in Aussicht gestellt. Fessenheim soll aber erst dann vom Netz gehen, wenn das neue AKW in Flamanville in Betrieb geht. Dieses soll Ende 2018 fertig gestellt sein.

(SDA)