Attentat auf Ex-Spion: Londons Ultimatum an Moskau abgelaufen

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal ist das britische Ultimatum an Russland in der Nacht zu Mittwoch abgelaufen. Weder aus Moskau noch aus London gab es zunächst Reaktionen.
14.03.2018 01:16

Russland hatte das Ultimatum allerdings bereits zurückgewiesen. Der Kreml hatte im Falle von Sanktionen ebenfalls Konsequenzen angekündigt.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Moskau am Montagabend aufgefordert, sich bis Mittwochmorgen (0100 MEZ) gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu erklären. Ansonsten drohten Konsequenzen, die May aber nicht näher ausführte.

So bleibt unklar, welche Sanktionen Grossbritannien plant. May hatte bereits damit gedroht, keine Regierungsvertreter zur Fussball-Weltmeisterschaft nach Russland zu schicken. Britische Medien wie die "Times" halten eine Cyberattacke auf den Kreml für möglich. Eine andere Massnahme könnte die Ausweisung von Diplomaten sein. Auch finanzielle Massnahmen gegen Oligarchen, die Immobilien in London besitzen, seien denkbar.

Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie befinden sich nach einer Vergiftung in einem kritischen Zustand im Spital.

Bei dem Attentat war das in der früheren Sowjetunion produzierte, extrem gefährliche Nervengift Nowitschok verwendet worden. May hatte am Montagabend erklärt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach Russland hinter dem Anschlag stecke. Rückendeckung erhielt Grossbritannien aus Deutschland, Frankreich, den USA und von der Nato.

(SDA)