Ausländische IS-Kämpfer offenbar auch aus Rakka abgezogen

Vor der erwarteten Rückeroberung der einstigen syrischen IS-Hochburg Rakka haben nach Angaben eines örtlichen Beamten auch ausländische IS-Kämpfer die Stadt verlassen.
15.10.2017 10:03

"Ein Teil der Ausländer ist abgezogen", sagte Omar Allusch, ein ranghoher Vertreter des Zivilrates von Rakka, am Sonntag. Der Abzug der ausländischen Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei Teil einer zuvor getroffenen Vereinbarung über die Evakuierung der IS-Kämpfer.

Zuvor hatte es widersprüchliche Angaben zum möglichen Abzug der ausländischen IS-Kämpfer aus Rakka gegeben. Während Allusch angegeben hatte, die Vereinbarung schliesse syrische wie ausländische Kämpfer ein, schloss die US-geführte internationale Anti-IS-Koalition explizit aus, dass ausländische IS-Kämpfer aus der Stadt gebracht werden sollten.

Sie warnte davor, Dschihadisten freies Geleit zu geben. Jeder, der die Stadt verlasse, werde überprüft.

Der IS hatte Rakka im Januar 2014 erobert und später zur inoffiziellen Hauptstadt seines selbsternannten "Kalifats" gemacht. Seit vergangenem Jahr ist die sunnitische Extremistengruppe jedoch in der Defensive und hat den Grossteil der Städte und Gebiete unter ihrer Kontrolle verloren.

Das von der Anti-IS-Koalition unterstützte kurdisch-arabische Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) versucht seit Wochen, die Stadt vollständig zurück zu erobern. Inzwischen sind rund 90 Prozent der Stadt wieder unter Kontrolle.

(SDA)