Autofahrer wegen tödlichen Unfall nach Handy am Steuer vor Gericht

In La Chaux-de-Fonds NE muss sich ab Mittwoch ein Autofahrer wegen des Vorwurfs der eventualvorsätzlichen Tötung vor Gericht verantworten. Er hatte am Handy getippt und dabei einen tödlichen Unfall verursacht.
08.11.2017 09:35

Der 26-jährige Angeklagte ist von der Staatsanwalt Neuenburg wegen eventualvorsätzlicher Tötung angeklagt, in einem Unterantrag wird zumindest eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung verlangt. Der Unfall hatte sich am 1. September 2016 in La Chaux-de-Fonds ereignet.

Der Angeklagte benutzte kurz nach 7 Uhr am Steuer sein Smartphone. Zunächst versandte er zwei Textmitteilungen, danach öffnete er die Seite eines Webshops, um eine Bestellung abzuschliessen. Dabei schnitt er einem korrekt entgegenkommenden Rollerfahrer den Weg ab.

Der über 50 Jahre alte Lenker des Rollers leitete eine Vollbremsung ein. Dennoch wurde er vom rechten Vorderrad des Autos erfasst und verstarb an den Folgen des Unfalls. Nach Ansicht der Staatsanwalt nahm der Autofahrer den Tod von anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf, indem er ihnen keine Aufmerksamkeit schenkte.

Aus diesem Grund erhob sie vor dem Gericht des Neuenburger Jura und Val-de-Ruz Anklage wegen Tötung mit Eventualvorsatz. Bisher wurde diese Anklage äusserst selten auf Autofahrer angewandt. In seltenen Fällen wurde sie bei Raserdelikten erhoben.

So wurde der Haupttäter beim Raserunfall von Schönenwerd SO vom November 2008 wegen eventualvorsätzlicher Tötung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

(SDA)