Ayatollah Chamenei kommentiert Protestwelle im Irak

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hat "Feinden" vorgeworfen, einen Keil zwischen sein Land und den Irak treiben zu wollen. "Der Iran und der Irak sind zwei Nationen, deren Herzen und Seelen miteinander verbunden sind."
07.10.2019 09:57

Feinde wollten Zwietracht säen, doch sie seien gescheitert und ihre Strategie werde unwirksam bleiben, schrieb Chamenei am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna reagierte er damit auf die derzeitige Protestwelle im Irak, bei der bereits mehr als hundert Menschen getötet wurden.

Bei gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften waren in der vergangenen Woche nach offiziellen Angaben mindestens 104 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Demonstranten. Tausende weitere wurden verletzt. Die Regierung in Bagdad warf "Saboteuren" und unbekannten Scharfschützen vor, hinter den Angriffen auf die Protestteilnehmer zu stecken.

Angesichts der Unruhen im Nachbarland warnte Teheran die iranischen Schiiten davor, an einer derzeitigen Pilgerreise in den Irak teilzunehmen.

Die Beziehungen zwischen dem Irak und dem Iran sind eng, aber von regelmässigen Spannungen geprägt. Der Einfluss Teherans auf politische schiitische Gruppen im Irak ist gross. Im Ersten Golfkrieg von 1980 bis 1988 kämpften beide Länder gegeneinander. Der Einfluss Teherans im Nachbarland wuchs nach dem Sturz Saddam Husseins infolge der US-Invasion in den Irak 2003.

(SDA)