Babynahrung vergiftet: Ermittler starten Fahndung nach Erpresser

Die deutsche Polizei fahndet öffentlich nach einem mutmasslichen Erpresser, der landesweit mit der Vergiftung von Lebensmittel droht. Gläser mit vergiftete Babynahrung wurden in Friedrichshafen am Bodensee bereits sichergestellt.
28.09.2017 13:00

Die Polizei Konstanz (Baden-Württemberg) veröffentlichte am Donnerstag Bilder eines etwa 50-jährigen Manns, der Mitte September Gläser mit vergifteter Babynahrung in Geschäften in Friedrichshafen gebracht haben soll. Diese Produkte wurden demnach von den Ermittlern gefunden und beschlagnahmt.

Der oder die Erpresser fordern den Ermittlern zufolge einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag und drohen damit, ansonsten vergiftete Lebensmittel in den Handel zu bringen. Auf die fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung wiesen sie demnach in einem Erpresserschreiben hin.

Sie seien gefunden worden und hätten Ethylenglycol enthalten. Es handle sich um eine klare, süss schmeckende Flüssigkeit, die schon ab 30 Milliliter bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend sei. Ethylenglykol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde.

Die Warnung vor vergifteten Lebensmitteln dürfe aber nicht auf Babynahrung beschränkt bleiben, sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. In dem Erpresserschreiben waren demnach keine bestimmten Lebensmittel genannt.

Zudem drohten der oder die Täter damit, deutschland- oder auch europaweit vergiftete Produkte in den Handel zu bringen. "Wir nehmen den Täter ernst", sagte Stürmer. Es sei davon auszugehen, dass dieser "sehr skrupellos" sei.

Die Ermittler baten Kunden, beim Kauf von Produkten auf mögliche Manipulationen zu achten. "Es besteht aber kein Anlass zu Panik und Hysterie", sagte Stürmer.

Bei dem Verdächtigen, nach dem die Behörden fahnden, soll es sich laut dem Polizeivizepräsidenten mit "sehr grosser Wahrscheinlichkeit" um den Mann handeln, der die Gläser mit vergifteter Babynahrung in die Geschäfte in Friedrichshafen brachte.

(SDA)