Bademast aus den 1920er-Jahren aus dem Genfersee gehoben

Ein Bademast aus den 1920er-Jahren ist am Mittwoch aus dem Genfersee bei Lausanne gehoben worden. Er gehörte zwischen 1929 und 1939 zu den Bädern von Ouchy. Entdeckt wurde er von illustren Persönlichkeiten.
16.08.2017 16:00

Die frühere Badeattraktion besteht aus einem fünf Meter hohen Mast mit Sprossen, der auf einer Metallkugel von rund zwei Metern Durchmesser befestigt ist. Benutzer brauchten früher wohl viel Mut, da die im See schwimmende Konstruktion stark geschwankt haben muss.

Nach dem Konkurs der Badeanstalt sank der Mast. Gefunden wurde er von Jacques Piccard, dem Vater des Flugpioniers Bertrand Piccard, bei einer Fahrt mit dem von ihm konstruierten Unterseeboot namens F.A. Forel.

Dessen Pilot Roger Thiébaud zeigte bei einer Tauchfahrt am 24. August 1989 nicht nur Jacques Piccard den Grund des Genfersees, sondern auch der Musikerin Grace Jones. Während Piccard und der Pilot noch die Position des Masts notieren wollten, drängte Jones zum Auftauchen, da sie ein dringendes Bedürfnis verspürte und sich nicht im engen U-Boot erleichtern wollte.

Roger Thiébaud erzählte die Anekdote 2016 Lionel Gauthier, dem Konservator des Musée du Léman in Nyon. Dieser bereitete gerade die Ausstellung "Plouf" vor, welche die Geschichte der Badekultur am Genfersee zum Thema hat.

Auf Initiative des Museums wurde ein Spezialist mit der Bergung beauftragt. Dieser fand den Bademast im Frühling in 122 Metern Tiefe vor den Ufern von Lausanne Vidy. Nach zwei gescheiterten Versuchen gelang am Mittwoch die Bergung.

Am Mast wurden mittels Tauchroboter ein Luftkissen befestigt. Nach und nach aufgepumpt brachte der Ballon die 400 bis 500 Kilogramm schwere Konstruktion an die Wasseroberfläche. Das Museum untersucht nun den Bademast, bevor er in die noch bis September 2018 dauernde Ausstellung gebracht wird.

(SDA)