Bär reisst im Unterengadin zwei Schafe

Im Unterengadin ist mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder ein Bär unterwegs. Im Val S-Charl bei Scuol wurden in den letzten Tagen zwei Schaffe gerissen - nach Meinung der Wildhut von einem Bären.
06.07.2017 16:51

Die Schafe gehörten zu einer Herde, die von Herdenschutzhunden bewacht wird. Der örtliche bärenerfahrene Wildhüter bestätigte die Risse und ordnet sie einem Bären zu, wie Jagdinspektor Georg Brosi am Donnerstag zu einer Mitteilung der Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung in ländlichem Lebensraum VWL sagte.

Wo sich der Bär jetzt aufhält, weiss die Wildhut nicht. Bären können in der Nacht 30 bis 40 Kilometer zurücklegen. "Alles ist möglich", erklärte Brosi.

Massnahmen aufgrund der aktuellen Bärenmeldung würden sich nicht aufdrängen, sagte Jagdinspektor Brosi. Sowohl die Schafhirten im Val S-Charl als auch die Gemeinde Scuol würden sich mit Bären auskennen und wüssten, wie sich zu verhalten. "Wir haben seit zehn Jahren immer wieder Bären in dem Gebiet", betonte der Leiter des Amtes für Jagd und Fischerei gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Erst im Frühling streifte ein Bär im Unterengadin umher und tappte im Nationalpark gar in eine Fotofalle. Dann verschwand das Tier wieder. Ob es sich im Val S-Charl um das gleiche Tier handelt, kann nicht gesagt werden.

Hingegen geht Brosi davon aus, dass es sich bei den beiden Bärensichtungen im Kanton Bern - Ende Mai in Eriz bei Thun und Ende Juni im Sustengebiet- um das gleiche Tier handelt. Der Bär sei im Frühling 2016 durch Graubünden gezogen und dann über das Urnerland in den Kanton Bern.

Nachweise für diese Annahme fehlten zwar, aber aufgrund der Sichtungspunkte gehe "man davon aus". Zudem habe es gar nicht so viele verschiedene Bären in der Schweiz, als dass es sich um zwei verschiedene Tiere handeln könnte.

(SDA)