Immobilien - Banken schrauben Kredite für riskantere Immobiliendeals zurück

Die weltweit für Immobilieninvestments verfügbaren Gelder sind auf Jahresbasis erstmals seit 2011 gesunken, angeführt von Europa.
18.03.2017 16:36
Bei Immobilien werden die Banken in Europa langsam wieder nervös (Bild: Luxusapparments in London).
Bei Immobilien werden die Banken in Europa langsam wieder nervös (Bild: Luxusapparments in London).
Bild: Pixabay

Das geht aus vergangene Woche vorgestellten Bericht des Maklers Cushman & Wakefield hervor. Die Kreditgeber haben sich demnach darauf eingestellt, weniger Darlehen als früher zu vergeben - insbesondere bei riskanteren Immobilien.

Nach Angaben von Cushman stehen insgesamt 435 Mrd. Dollar an neu beschafftem Eigenkapital und Krediten für Investments in gewerbliche Immobilien bereit. Das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Aufgrund der Dollarstärke haben Eigenkapital- Immobilieninvestments in Nord- und Südamerika erstmals das Volumen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) überholt, heisst es weiter.

Nach der Finanzkrise hatten Investoren beständig mehr Gelder für den Immobiliensektor bereit gestellt, da die niedrigen Zinsen die Erträge aus Staats- und Unternehmensanleihen erodierten. Steigende US-Zinsen und politische Unsicherheiten haben die Geldflut nun eingedämmt.

Fokus weg von Geldbeschaffung

"Da der Immobilienzyklus in vielen Schlüsselmärkten nunmehr eine Phase der Reife erreicht, hat sich der Fokus der Investoren weg von der Beschaffung neuer Gelder hin zur Identifizierung und dem Einsatz bereits dem Sektor zugeteilten Kapital verlagert", erklärten die Marktforscher um Elisabeth Troni von Cushman & Wakefield in dem Bericht. "Banken und alternative Geldgeber sahen von 2014 bis 2016 einen grossen Anstieg bei neuer Schuldenaufnahme, aber dieser Trend hat sich 2016 offenbar abgemildert, zusammen mit einer Abschwächung beim Volumen der Investmenttransaktionen."

In Euro gerechnet hat sich die Summe des Eigenkapitals mit Zielort EMEA gegenüber dem Vorjahr nicht verändert, zeigt der Bericht. Das für Immobilien in Nord- und Südamerika zur Verfügung stehende Kapital ist indes um 8,2 Prozent gestiegen, da Investoren Schutz vor steigender Inflation in den USA suchen.

Im Verhältnis zum Wert der Immobilie ist die durchschnittliche Kreditquote bei den Finanzierungen global zurückgegangen. Der grösste Rückgang war in der Region EMEA mit vier Prozentpunkten auf 44 Prozent festzustellen, in Nord- und Südamerika sank die Beleihungsquote um drei Punkte auf 54 Prozent.  

(Bloomberg)